Ich denke, Eckhart weist den Fragesteller darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen dem "Wesen" der Liebe und und den Phänomenen der Liebe gibt. Phänomene sind für ihn "Werk" und "Hervorbrechen"
- also auf die Frage bezogen die "großen Werke der Leute", oder das (Liebes-)"Empfinden und Gewahrsein" des Fragestellers.
Bliebe zu klären, was er mit dem "Wesen" der Liebe meint.
#2
C.(Montag, 25 August 2025 20:08)
Der morgige "Eckhart" wird beginnen, das zu erhellen. Die dann folgenden Eckharts auch. Kurz gefasst vielleicht in eigenen Worten: Man kann die Liebe "HABEN" - ohne sie zu fühlen oder in Werke zu
gießen. Letzteres sind Äußerungen (im wahrsten Sinne des Wortes) des Wesens/ des Habens der Liebe.
#3
C.(Montag, 25 August 2025 20:13)
Zum Liebe HABEN, zum WESEN der Liebe vergleiche:
https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther13%2C2
#4
Diana(Montag, 25 August 2025 23:19)
Danke, Clemens, für die Erläuterungen. Mir ging es mit dem Zitat wie Linda.
#5
Linda(Dienstag, 26 August 2025 06:05)
Ja, Clemens, vielen Dank auch von mir!
Das bedeutet also, dass wenn ich auch diese Liebe nicht spüre, auch wenn ich sie so gerne spüren täte, dass ich immer am Ball bleiben soll, und ich sie dann irgendwann auch spüre. Und dann bin ich
fähig, sie auch in meinen ˋWerkenˋ zu zeigen… Das hört sich für mich auch irgendwie nach Durchbrucherlebnis an…
#6
C.(Dienstag, 26 August 2025 10:13)
Eckhart spricht ja im Verlauf (Signalgruppe) von "Wille" als innerem Ausgangspunkt von Liebe. Bei Übersetzungen von Übersetzungen (Mittelenglisch - Englisch - Deutsch) kann man die Begriffe in Frage
stellen. Und auch generell hat Eckhart eine eigene Terminologie benutzt, um spirituelle Wahrheiten zu transportieren. Insofern: Was meinte er mit "Wille"?
Ich würde hier für mich von "innerer Haltung" oder "Charakterstruktur" sprechen. Er beschreibt diese ja als von außen für andere nicht sichtbar und nicht umfänglich (vergleichend) bewertbar.
Ich glaube (zu#5), dass Eckhart meint, dass Phänomene der Liebe sogar "simulierbar" sind. Wir mögen äußere Liebestaten vollbringen oder auch im Inneren etwas haben, das wir "Gefühl von Liebe" nennen
können, aber dies nicht zweifelsfrei ein Argument für das HABEN von Liebe (in Haltung, Charakterstruktur oder WILLEN) ist.
Ich denke, unser Job ist es, einen spirituellen Wandel unserer Charakterstruktur zu betreiben, OHNE uns dabei zu sehr mit Begrifflichkeiten zu beschäftigen (obwohl wir uns dabei natürlich auch die
ganze Zeit mit Begrifflichkeiten beschäftigen - und auch nach außen erkennbare Liebeswerke Liebeswerke wünschenswert sind).
Das ist logisch schwer unter einen Hut zu bringen. Es ist eben eine spirituelle Aussage, die linear nicht fassbar ist. Es muss gegrokt werden...
#7
L.(Donnerstag, 28 August 2025 06:36)
*
#8
C.(Donnerstag, 28 August 2025 10:20)
zu: "Ich würde hier für mich von "innerer Haltung" oder "Charakterstruktur" sprechen. Er beschreibt diese ja als von außen für andere nicht sichtbar und nicht umfänglich (vergleichend)
bewertbar."
Das gilt natürlich ebenso für sich selbst - also dass diese auch für sich selbst bei sich selbst nicht (oder nur graduell?) sicht- und bewertbar sind.
#9
Zur Liebe (was es nicht leichter macht)(Donnerstag, 28 August 2025 10:23)
Eckhart-Passage (aus der Sermones, Auslegung der Seele): „Die Liebe, die da ist, die ist Gottes Liebe; die Liebe, die da zu wenig ist, das ist die Liebe, die in der Seele wirkt. Die Liebe selbst
weiß, wie sie die Seele verwirklicht, und die Seele weiß nicht, wie sie in der Liebe bleibt. Wer liebt, der ist von der Liebe durchdrungen; wer aber liebt nicht, der bleibt im Dunkel der Vernunft.
Die Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Wonne des Geistes, die sich in Stille und Verlangen zugleich erneuert.“
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C. (Montag, 25 August 2025 20:04)
Ich denke, Eckhart weist den Fragesteller darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen dem "Wesen" der Liebe und und den Phänomenen der Liebe gibt. Phänomene sind für ihn "Werk" und "Hervorbrechen" - also auf die Frage bezogen die "großen Werke der Leute", oder das (Liebes-)"Empfinden und Gewahrsein" des Fragestellers.
Bliebe zu klären, was er mit dem "Wesen" der Liebe meint.
C. (Montag, 25 August 2025 20:08)
Der morgige "Eckhart" wird beginnen, das zu erhellen. Die dann folgenden Eckharts auch. Kurz gefasst vielleicht in eigenen Worten: Man kann die Liebe "HABEN" - ohne sie zu fühlen oder in Werke zu gießen. Letzteres sind Äußerungen (im wahrsten Sinne des Wortes) des Wesens/ des Habens der Liebe.
C. (Montag, 25 August 2025 20:13)
Zum Liebe HABEN, zum WESEN der Liebe vergleiche:
https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther13%2C2
Diana (Montag, 25 August 2025 23:19)
Danke, Clemens, für die Erläuterungen. Mir ging es mit dem Zitat wie Linda.
Linda (Dienstag, 26 August 2025 06:05)
Ja, Clemens, vielen Dank auch von mir!
Das bedeutet also, dass wenn ich auch diese Liebe nicht spüre, auch wenn ich sie so gerne spüren täte, dass ich immer am Ball bleiben soll, und ich sie dann irgendwann auch spüre. Und dann bin ich fähig, sie auch in meinen ˋWerkenˋ zu zeigen… Das hört sich für mich auch irgendwie nach Durchbrucherlebnis an…
C. (Dienstag, 26 August 2025 10:13)
Eckhart spricht ja im Verlauf (Signalgruppe) von "Wille" als innerem Ausgangspunkt von Liebe. Bei Übersetzungen von Übersetzungen (Mittelenglisch - Englisch - Deutsch) kann man die Begriffe in Frage stellen. Und auch generell hat Eckhart eine eigene Terminologie benutzt, um spirituelle Wahrheiten zu transportieren. Insofern: Was meinte er mit "Wille"?
Ich würde hier für mich von "innerer Haltung" oder "Charakterstruktur" sprechen. Er beschreibt diese ja als von außen für andere nicht sichtbar und nicht umfänglich (vergleichend) bewertbar.
Ich glaube (zu#5), dass Eckhart meint, dass Phänomene der Liebe sogar "simulierbar" sind. Wir mögen äußere Liebestaten vollbringen oder auch im Inneren etwas haben, das wir "Gefühl von Liebe" nennen können, aber dies nicht zweifelsfrei ein Argument für das HABEN von Liebe (in Haltung, Charakterstruktur oder WILLEN) ist.
Ich denke, unser Job ist es, einen spirituellen Wandel unserer Charakterstruktur zu betreiben, OHNE uns dabei zu sehr mit Begrifflichkeiten zu beschäftigen (obwohl wir uns dabei natürlich auch die ganze Zeit mit Begrifflichkeiten beschäftigen - und auch nach außen erkennbare Liebeswerke Liebeswerke wünschenswert sind).
Das ist logisch schwer unter einen Hut zu bringen. Es ist eben eine spirituelle Aussage, die linear nicht fassbar ist. Es muss gegrokt werden...
L. (Donnerstag, 28 August 2025 06:36)
*
C. (Donnerstag, 28 August 2025 10:20)
zu: "Ich würde hier für mich von "innerer Haltung" oder "Charakterstruktur" sprechen. Er beschreibt diese ja als von außen für andere nicht sichtbar und nicht umfänglich (vergleichend) bewertbar."
Das gilt natürlich ebenso für sich selbst - also dass diese auch für sich selbst bei sich selbst nicht (oder nur graduell?) sicht- und bewertbar sind.
Zur Liebe (was es nicht leichter macht) (Donnerstag, 28 August 2025 10:23)
Eckhart-Passage (aus der Sermones, Auslegung der Seele): „Die Liebe, die da ist, die ist Gottes Liebe; die Liebe, die da zu wenig ist, das ist die Liebe, die in der Seele wirkt. Die Liebe selbst weiß, wie sie die Seele verwirklicht, und die Seele weiß nicht, wie sie in der Liebe bleibt. Wer liebt, der ist von der Liebe durchdrungen; wer aber liebt nicht, der bleibt im Dunkel der Vernunft. Die Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Wonne des Geistes, die sich in Stille und Verlangen zugleich erneuert.“