#93
Ruth Gabriel (Samstag, 19 August 2017 11:03)

"Kein Glück zu brauchen ist Glück."

Seneca
#92

Ruth Gabriel (Freitag, 02 Juni 2017 10:15)

Und auch die besten Wünsche für das andere Geburtstagskind^^
#91

Ruth Gabriel (Freitag, 02 Juni 2017 10:14)

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, Ruthi!
#90

Ruth Gabriel (Mittwoch, 08 März 2017 10:52)

Diesen Glückwünschen schließe ich mich an :o)
#89

L. (Mittwoch, 08 März 2017 07:18)

Glueckwuensche zum Internationalen Frauentag!
#88

Simon (Montag, 28 November 2016 19:27)

"...und der vielleicht drittgrößte aller Fehler, ist zu denken,
dass nur weil man gar nichts tut, sich gar nichts tut."
#87

Clemens (Donnerstag, 17 November 2016 09:48)

Eine schöne Beschreibung individueller Weg-Arbeit, was Jonas da zitiert. Und man könnte vielleicht ergänzen:

"Der zweitgrößte aller Fehler ist - nur weil man nur wenig tun kann - anzunehmen, dass das nicht eine ganze Menge ist."
#86

Jonas (Donnerstag, 17 November 2016 08:22)

Hallo an Alle!
Ich möchte Euch ein Zitat von Sydney Smith weiterreichen, das ich heute zufällig gelesen habe und mir in seiner Aussage und Umsetzung wichtig erscheint:"It is the greatest of all mistakes to do nothing because you can only do a little".
#85

Maria (Dienstag, 30 August 2016)

Herzliche Grüße aus Österreich vom Österreichisch-Österreichischen-Deutschen Gipfeltreffen an alle Weggefährten. Ich habe mich heute mit Jonas getroffen und es war wieder ein sehr inspirierendes und schönes Gespräch. Ich soll Euch alle ganz herzlich von ihm grüßen! Alles Liebe Maria
#84

Ruth Gabriel (Montag, 11 Juli 2016 21:31)

"Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder als jener, der ohne Ziel umherirrt."

Gotthold Ephraim Lessing
#83

Jonas (Donnerstag, 21 April 2016 21:31)

Selbsterkenntnis
"Wem Nichts wie Alles ist und Alles wie ein Nichts, der sieht sein wahres Angesicht"
Angelus Silesius
#82

Jonas (Donnerstag, 07 April 2016 11:50)

Danke Ruth Finder, ein beeindruckend tiefgehendes Zitat von Brecht. Wenn man im Urgrund mit der Leere in Berührung kommt, kann man eintauchen ins Pleroma, in die Fülle. Ein Empfinden des voll-ständig-seins, des nicht-bedürfens, der absoluten Freiheit - auch von sich selbst - stellt sich ein.
Die Dinge und Prioritäten gewinnen dann eine neue Ordnung.
#81

Ruth Finder (Donnerstag, 07 April 2016 09:23)

Geh ich zeitig in die Leere,
komm ich aus der Leere voll.
Wenn ich mit dem Nichts verkehre,
weiß ich wieder, was ich soll.

(Bertolt Brecht)
#80

Ruth Finder (Montag, 04 April 2016 19:14)

Die Beschreibung aus dem Philippusevangelium ist in der Tat bewegend. Und auch inspirierend in anderer Hinsicht, nämlich - wir müssen jeder auf seine eigene Weise versuchen, das Gleiche zu erreichen und zu tun.

Der Meister selber würde dazu den folgenden Spruch hinzufügen: "Siehe, ich habe euch Ordnungen und Rechtsbestimmungen gelehrt, so wie der HERR, mein Gott, mir geboten hat, damit ihr danach handelt mitten in dem Land, in das ihr kommt, um es in Besitz zu nehmen." (5Mo 4,5)

Denn diese Freiheit ist auch für uns erreichbar und erfahrbar (Ich rede von einem eigenen kurzen fünfstündigen Erlebnis während der Arbeit im Laden). Und der Sinn aller spirituellen Entwicklung ist die Wirkung in der Welt - also die "Salbe" nicht nur empfangen sondern auch verteilen.
#79

Ruth Gabriel (Mittwoch, 30 März 2016 08:42)

Das hat mich auch sehr bewegt. Danke, Jonas!
#78

Jonas (Mittwoch, 30 März 2016 08:16)

Im Philippusevangelium findet man eine wunderbare Beschreibung eines (rel. vollendeten) Meisters und sein Verhältnis zu seinen Schülern. Da es mich freudig bewegt hat, möchte ich es Euch weiterreichen:
"Wer die Erkenntnis der Wahrheit hat, ist frei. Der Freie aber sündigt nicht. Denn wer Sünde tut, ist der Sünde Knecht. Die Wahrheit ist die Mutter, die Erkenntnis ist der Vater. Diejenigen, die nicht die Freiheit haben, gegen die Welt zu sündigen, nennen sich ”Freie, die nicht die Freiheit haben, zu sündigen”. Denn die Erkenntnis der Wahrheit erhebt zwar ihre Herzen, das heißt, macht sie frei und bewirkt, dass sie sich über den Ort (dieser Welt) erheben. Die Liebe aber ist immer dienstbar.
Wer also frei geworden ist durch die Erkenntnis, ist Knecht durch die Liebe, Knecht derer, die noch nicht frei werden konnten dadurch, dass sie die Erkenntnis aufnahmen. Die Erkenntnis aber macht sie dann fähig zur Freiheit.
Die Liebe nimmt nichts an sich. Sie braucht nichts an sich zu nehmen, da alles ihr gehört. Sie sagt nicht: ”Das gehört mir” oder (”Jenes gehört mir”), sondern sie sagt: ”Ich schenke alles dir”.
Die Liebe des Geistes kann nichts für sich behalten. Sie ist Wein und Öl. Wer sich mit ihr salbt, wird ihrer Freude teilhaftig. Solange die mit ihr Gesalbten da sind, haben Anteil an ihrer Freude auch die, welche in ihrem Umkreis stehen.
Wenn aber die mit Salbe Gesalbten nicht mehr bei ihnen stehen und sie verlassen, müssen die Nicht-Gesalbten, die nur bei ihnen standen, wieder in ihren üblen Geruch zurückfallen. Der Samariter gab dem Verwundeten nichts als Wein und Öl, also nichts anderes als die Salbe. Und er heilte seine Wunden. Denn die Salbe bedeckt eine Menge Sünden."
Hoffen wir also weiterhin auf die "Salbe" und erfreuen uns seines Daseins.
#47 !
#77

Jonas (Mittwoch, 09 März 2016 20:04)

Nachdem die Katze nun aus dem Sack ist - auch von Deinem Ösi die allerbesten Glückwünsche zu Deinem Geburtstag! Hipp - Hipp - Hurrah!

Ich möchte die Gelegeheit noch nutzen, Euch folgenden Gedankengang von Steindl-Rast näherzubringen, wie seiner Ansicht nach ein echter Dialog, auf Worten aufgebaut, funktionieren sollte. Hat mich sehr beeindruckt, das hat schon fast etwas kabbalistisches an sich - hier etwas freier wiedergegeben:
"Ein Wort ist nur dann ein Wort, wenn es aus dem Schweigen kommt. Das Schweigen ist der Urgrund, aus dem das Wort herauskommt und in den es zurückgeht. Es wird vom Anderen im Schweigen empfangen. Ein echter Dialog ist ein Austausch von Schweigen mit Schweigen mittels des Wortes. Das Verstehen ist diese Dynamik, in der wir so tief auf das Wort horchen, dass es uns hinführt zu dem Grad des Schweigens, aus dem es kommt."
#76

Clemens (Dienstag, 08 März 2016 10:22)

Was wäre nicht das Allerbeste? Wunsch erfüllt! So schnell kann das gehen...
...und: Gratulation zum internationalen Frauentag.
Vielen Dank auf jeden Fall!
- auch dafür, dass Du es nun allen (Lesern) verraten hast :-)
#75

Ruth Gabriel (Dienstag, 08 März 2016 10:15)

Unserem Apex zu seinem Wiegenfeste nur das Allerbeste!
#74

Jonas (Sonntag, 06 März 2016 20:20)

Es gibt sie doch noch, die Pneumatiker in der katholischen Kirche. Wenn sie sich ins System einfügen, lässt man sie offensichtlich doch auch in die Öffentlichkeit treten. Ich würde den buddhistisch geprägten Benediktiner Steindl-Rast dazuzählen, der ganz zufällig auch noch Österreicher ist^^. Hier könnt ihr Euch selbst ein Bild von ihm machen, ich habe bislang selten eine so gute Erklärung zur Unterscheidung von AP und HS gehört:
https://www.youtube.com/watch?v=iFmI2bZky1s
Falls der link nicht funktioniert, in youtube unter "Bruder David - Ich und Selbst" suchen. Es gibt noch weitere, sehenswerte youtube Aufnahmen von ihm, wie etwa "Mit dem Herzen hören". Steindl-Rast zitiert darin auch den bekannten Theologen Karl Rahner mit den Worten: "Der Christ der Zukunft wird Mystiker sein". Vielleicht geht es doch nicht permanent bergab mit den Religionen und der heilige Geist bringt wieder einmal frischen Wind ins Christentum.
#73

Ruth Gabriel (Samstag, 05 März 2016 11:26)

G. und T. Sartory zitieren Teresa von Avila in "Die Meister des Weges...":

ER, der "mehr ich ist als ich selbst"
#72

Ruth Gabriel (Dienstag, 01 März 2016 21:09)

"Es gibt keine Demokratie im spirituellen Leben, denn jeder Schüler befindet sich in einer anderen Phase der Evolution und hat seine eigenen spezifischen Probleme...Doch alle haben ihren Platz. Ein Schüler fügt sich nur unnütz Schmerz zu, wenn er die Rolle, die Gott ihm zugeteilt hat, nicht hinnimmt."
aus Roy und Devi, Der Weg der großen Yogis
#71

Ruth Gabriel (Sonntag, 28 Februar 2016 12:32)

"Im Leben jedes Strebenden kommt eine Zeit, da die Wahl getroffen werden muß. Das bedeutet nicht unbedingt einen Wechsel in der äußeren Umgebung, aber es heißt, eindeutig Farbe zu bekennen und sich nach den göttlichen Kräften auszurichten."

aus Roy und Devi, Der Weg der großen Yogis
#70

Ruth Gabriel (Samstag, 27 Februar 2016 12:12)

"...du kannst dich nicht überwinden, einen Guru zu akzeptieren, wenn er nicht einen Vertrag mit dir unterschreibt und dir einige köstliche Erfahrungen im voraus gibt - etwas, das man juristisch als "Gegenleistung" bezeichnet, eine quid pro quo-Klausel!
Wenn das deine Einstellung ist - das heißt, wenn du mit Gott zu handeln beginnst -, dann wirst du es nie schaffen."
aus Roy und Devi, Der Weg der großen Yogis
#69

Ruth Gabriel (Donnerstag, 25 Februar 2016 09:29)

" Ich aber sage dir, alles ist Schein, wenn er nicht gesehen wird, der einzig Wirkliche. Erblicke ihn, und alles ist sein Gewand; erblicke ihn nicht, und alles ist der reinste Schein."
Krishnaprem in einem Brief,
aus Roy und Devi, Der Weg der großen Yogis
#68

Ruth Gabriel (Donnerstag, 25 Februar 2016 09:03)

"In gewissem Sinn gilt nämlich, daß in jüdischer Spiritualität die Erfahrung des Göttlichen nicht am Ende des Weges steht, sondern am Anfang."

G. und T. Sartory aus Die Meister des Weges...
#67

Jonas (Donnerstag, 25 Februar 2016 07:34)

"Erst bis Du Gott in Dir erschaut, findest Du ihn in der Welt. - Ein Menschenherz ist so groß und schwer der Geheimnisse, wie die ganze Welt."
Max Julius Wunderlich in "Gottergebenheit"


#66

Ruth Gabriel (Mittwoch, 17 Februar 2016 11:47)

"Wenn eine Idee nicht zuerst absurd erscheint, taugt sie nichts."
Albert Einstein
#65

Ruth Gabriel (Samstag, 13 Februar 2016 08:11)

Korbflechten

Spirituell ausgerichtet leben ist wie Weidenkorbflechten.
Es braucht Kraft und Entschlossenheit, Aufmerksamkeit und Ausdauer.
Nicht immer wird es so rund, wie du es gern hättest. Manchmal tut es weh und du möchtest alles hinwerfen. Zwischendrin verlierst du die Klarheit über das, was jetzt der nächste Schritt ist. Doch mit Hilfe eines Korbflechtmeisters bekommst du wieder den Anschluss und kannst dich wieder ganz auf den Prozess des Flechtens einlassen. Und so erfüllt dich schließlich eine große Freude. Und der kleine schiefe Korb am Ende ist vollkommen.
#64

Ruth Gabriel (Freitag, 12 Februar 2016 21:15)

Ich habe folgenden Ausspruch von Hugo Kükelhaus gefunden:" Wir begreifen durch ergriffen sein."
Das finde ich eine schöne Beschreibung des Vorgangs der Gnade, dadurch, dass ER uns ergreift.
#63

Clemens (Freitag, 12 Februar 2016 16:34)

"Mein Gott, es ist voller Sterne!"

Dave in "2001: Odyssee im Weltraum"
#62

Ruth Gabriel (Freitag, 12 Februar 2016 16:30)

Noch einmal etwas aus dem "Weg des Schweigens":
Selbstverständlich hat jeder einen natürlichen Hunger nach Wissen. Dennoch stimmt, Wissen, mag es noch so groß sein, führt niemanden zur geistigen Erfahrung Gottes. Dieses Erkennen ist reines Geschenk. Darum bitte ich dich: ziehe die Erfahrung dem Bescheidwissen vor. Der Stolz des Wissens kann dich blenden, doch diese zarte und liebende Zuneigung wird dich nicht täuschen. Wissen bläht auf, Liebe dagegen baut auf. Wissen ist verbunden mit Mühe, Liebe aber mit Frieden und Ruhe."
#61

Clemens (Donnerstag, 11 Februar 2016 09:40)

Zum Gespräch über die "Richtung" der Demut:

Rabbi Abraham sprach: "Wir beten: 'Jeder Hochwuchs, vor dir neige er sich.' Wenn der Mensch zur höchsten Stufe gelangt, zur Beschaffenheit des vollkommenen Hochwuchses, dann erst wird er wahrhaft niedrig in seinen Augen und erfährt, was das ist, sich neigen vor dir."

(Buber, "Erzählungen der Chass.")
#60

Jonas (Montag, 08 Februar 2016 17:03)

Die "Geschicktheit der Mittel" hier einmal im buddhistischen Kontext dargestellt:

Am Ende seiner morgendlichen Predigt wurde Buddha von einem der Zuhörer gefragt: "Gibt es Gott?" Der Meister bejahte es. Am Mittag desselben Tages stellte ein anderer Besucher die gleiche Frage: "Gibt es Gott?" Er erhielt eine verneinende Antwort von Buddha. Am Abend wurde die Frage: “Gibt es Gott?“ erneut von einem Dritten gestellt. Der Meister beschied ihn mit den Worten: “Das herauszufinden, ist deine Aufgabe.“
Buddhas ständige Begleiter waren unzufrieden mit seinen nicht übereinstimmenden Antworten und hakten nach: "Herr, wie kommt es, dass du auf die gleiche Frage drei unterschiedliche Antworten gibst?" Er antwortete ihnen: “Nur die FRAGE war dieselbe, doch die GEGEBENHEIT war jeweils eine andere. Ganz unterschiedliche Menschen haben die Frage nach Gott gestellt.“
#59

Ruth Gabriel (Samstag, 06 Februar 2016 19:51)

Passend dazu habe ich folgendes in "Die Meister des Weges..." von G. und T. Sartory gefunden:
"Der Demütige widersteht der Versuchung, aus dem Anschein von Unwert, in dem der Schuldiggewordene dasteht, Kapital zu schlagen für den eigenen Wert."
#58

Ruth Finder (Freitag, 05 Februar 2016 16:59)

Entrissen

Der altchristlicher Asket, der heilige Ephräm der Syrer (gest. 373) zur Demut und Dankbarkeit: "Die, die von dem elenden und mühseligen Weltleben zum einsamen Leben übergehen, dürfen nicht stolz und hochmütig sein, sondern sollen, soviel ihnen nur möglich, Sanftmut und Demut zeigen, indem sie sich erinnern und gedenken der Wohltaten des Herrn, der sie so einer unruhigen Welt entriss. Auf dass sie nicht, wenn sie sich zum Stolze verleiten lassen, als Undankbare vom Wohltäter die Worte des Psalmes zum Vorwurf hören: 'Der Mensch, da er in Ehren war, nahm es nicht zu Herzen, machte sich den vernunftlosen Tieren gleich und ward wie sie.'"

Der Altvater sprach zu Mönchsnovizen. Aber ist das nicht auch für uns aktuell? Zwar leben wir alle - Mitglieder des Studienkreises - jeder für sich, mehr oder weniger an die Welt gebunden, was Arbeit, Familie, Freizeit, Umgebung betrifft. Doch wir sind in der glücklichen Lage, dass wir dem richtigen Elend und dem Mühsal dieser Welt "entrissen" worden sind. Das als Zufall, oder als unser Recht, oder als etwas, was man NUR sich selbst zu verdanken hat, zu sehen, ist eben Hochmut und Stolz. So eine Einstellung lässt wenig Raum zur eigener Transformation. Das als Gnade, Geschenk - obwohl auch die eigene Leistung einzubeziehen ist - und wahre Möglichkeit, sich zu entwickeln, zu betrachten, also "das Angebot" in Ehren anzunehmen und zu Herzen zu nehmen, wäre keine vertane Lebenszeit.
#57

Clemens (Donnerstag, 04 Februar 2016 20:58)

Ich halte das Tao Te King in Bezug auf das Loslassen in Verbindung mit sein statt tun für ziemlich maßgeblich. Hier ein schönes Zitat von vielen möglichen zum Thema:

Du möchtest die Welt verbessern?
Ich habe erlebt, dass das misslingt.
Wer sich an ihr zu schaffen macht, verdirbt sie.
Wer sie wie einen Gegegnstand behandelt, verliert sie.
Der Berufene sieht die Dinge, wie sie sind,
ohne sie unter Kontrolle bringen zu wollen.
Er lässt sie ihren Weg gehen, meidet
das Zusehr, das Zuviel, das Zugroß.
#56

Jonas (Mittwoch, 03 Februar 2016 19:58)

Es kommt nicht so sehr darauf an, was wir tun, sondern wie wir es tun. Das wie ist eng verknüpft mit der Bewusstseinsebene, die wir beim tun einnehmen. Als Weg-Arbeiter bemühen wir uns, aus der Ebene unseres höheren Selbst heraus zu wirken.
Meister Eckhart drückt es mit folgenden Worten aus: "Nicht durch Tun wirst Du heilig oder weise, sondern durch das Sein. Gründe Deine Werke auf Dein Sein! Nicht die Werke heiligen uns, sondern wir die Werke. ... Richte Deinen Eifer nicht so sehr auf das, was Du tust, sondern auf das, was Du bist."
#55

Ruth Gabriel (Samstag, 30 Januar 2016 08:54)

Im spirituellen Leben begegnet man zwei Arten von Suchenden. Wenn der erste den Herrn des Hauses zu sehen wünscht, geht er zum Türhüter und bittet bescheiden, ob er ihn zum Herrn bringen möchte. Der Pförtner erklärt sich natürlich bereit, da dies seine Aufgabe ist. Wenn sie nun dahin gehen, mag der Mann hier und da stehenbleiben, um die Gärten und die Spazierwege zu bewundern. Doch sowie er dies tut, erinnert ihn der Pförtner: “Hier entlang bitte, wenn Sie den Herrn zu sehen wünschen. Später ist reichlich Zeit, die Gegend zu betrachten.“ Und so führt er den Mann auf dem geradesten Wege zum Herrn. Daneben gibt es den Weg des Diebes. Er bittet niemanden, sondern klettert hinten über einen Zaun. Dabei hat er keine Ahnung, wo der Herr ist. Er muss hier und dort schauen und verbringt eine Menge Zeit bei der Suche. Er hat Angst vor dem Wächter und den Hunden des Herrn und klettert deshalb durchs Fenster. Er flüchtet sich in Hinterzimmer und rennt wieder heraus in der Hoffnung, dass niemand die paar Bananen entdeckt, die er aus dem Garten entwendet hat. Schließlich beginnt er sich sogar vor dem Herrn zu verstecken. In dem Augenblick erkennt er, dass er ihn letztlich gar nicht sehen wollte, und geht mit der unredlichen Tagesbeute davon.

Gertrude und Thomas Sartory
„Die Meister des Weges in den großen Weltreligionen“
zitieren Indira Devi „Der Weg der großen Yogis“
#54

Clemens (Dienstag, 26 Januar 2016 17:32)

"Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss" - John Wayne, in John Ford´s "Ringo" (im Original "Stagecoach") 1939. Um einmal bei den Filmvorgaben zu bleiben. ^^ Ansonten spinne ich den Faden in eine etwas andere Richtung.

Aber was MÜSSEN Mann und Frau tun? Wenn sie sich ihren unangenehmen Gefühlen stellen - also erforschen, was für Gefühle sie haben, und warum sie sie haben und auch vor sich selbst zugeben müssen DASS sie sie haben - MÜSSEN sie, nachdem sie so nach innen geschaut haben, auch nach außen schauen. Dort müssen sie untersuchen, welche Wirkungen aus ihren Gefühlen resultieren. Wie sie handeln. Wie sie mit ihren Nächsten umgehen.

Wir neigen dazu, die Nächsten als VERURSACHER unserer negativen Gefühle wahrzunehmen, aber sind sie bei negativen Gefühlen in der Regel nicht viel mehr OPFER? Sich über die negativen Gefühle klar zu werden, ohne unser resultierendes Tun wahrhaft zu modifizieren, ist nur die halbe Miete. Der Zahltag wird dann im Äußeren über den karmischen Prozess festgelegt. Im Inneren zahlen wir bei negativen Gefühlen ja sofort - indem wir sie haben.
#53

Ruth Finder (Dienstag, 26 Januar 2016 17:08)

Und so reiht sich das eine an das andere an:

Rabbi Nachman sagte: " Es gibt kein Hindernis, dass man nicht zerbrechen kann, denn das Hindernis ist nur des Willens wegen da, und in Wahrheit sind keine Hindernisse als nur im Geist."
#52

Jonas (Dienstag, 26 Januar 2016 16:26)

"Ein Mann sollte seine Grenzen kennen" - Clint Eastwood in Dirty Harry 2.
Die Aussage ist ja gut und richtig, aber ist man als Weg-Arbeiter nicht dahingehend gefordert, die Grenzen seiner AP in allen Aspekten zu überschreiten? Treten wir dann ins HS ein, wenn wir das Undenkbare denken, in die unangenehmsten Gefühle bewusst hineingehen und das Unaussprechliche in Worte fassen? In den Welten der Trennung ist das eine Möglichkeit. Im Sein gibt es keine Grenzen mehr.
#51

Ruth Gabriel (Sonntag, 24 Januar 2016 09:35)

Es gibt innerhalb der Menschenwelt keine Scheidung zwischen Hohem und Niederem; jedem ist das Höchste offen, jedes Leben hat seinen Zugang zur Wesenheit, jede Art ihr ewiges Recht, von jedem Ding führt ein Weg zu Gott, und jeder Weg, der zu Gott führt, ist d e r Weg.

aus Martin Buber, Die chassidische Botschaft
#50

Ruth Finder (Mittwoch, 20 Januar 2016 11:10)

Es gibt was Neues in den "Chassidischen Erzählungen"
#49

Ruth Finder (Dienstag, 19 Januar 2016 19:13)

Eine Ode

Nach der spaßigen Bemerkung von R.G., dass, wenn Rabbi ben Katz weiter so fleißig seine Geschichten schreibe, das Buch von ihm dicker werden könnte als "Chassidische Erzählungen" von M. Buber, würde der Rabbi vielleicht so ein halbscherzhaftes Gedicht verfassen.
(Die veränderte Schreibweise einiger Worte und die nicht ganz korrekte Grammatik dienen dabei der schöpferischen Freiheit des Dichters.)

Ob dick oder dünn,
Wichtig ist,
Was steht drün.

Wichtiger was drinnen steht,
Und das sage ich ganz klar,
Dass das Tun danach gescheht,
Sonst ist Ganze nur bla-bla.

Doch das geht auch weiter -
Bring die Seele nicht ins Wanken!
Lerne fleißig, bleibe heiter,
Eine Rede, Tun, Gedanken!

( "eine" kommt von dem Verb "einen")
#48

Ruth Finder (Dienstag, 12 Januar 2016 18:27)

Wir alle hoffen auf unserem Wege auf Wunder und auf Hilfe von unseren Weggefährten, von einem Lehrer, von Gott. Sehr oft aber lässt unsere Vor-stellung (wir stellen unsere Meinungen, Hoffnungen, Ideen usw. davor) von der Hilfe und dem Wunder - wie sie sein könnten - uns eben diese nicht annehmen und sehen.
Ich möchte gerne wieder aus der Geschichte von Leo N. Tolstoi etwas zitieren:

Awdejitsch las weiter im Evangelium, dass der Herr spricht:
"Was heißt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? Wer zu mir kommt und hört meine Rede, und tut sie, dem will ich auch zeigen, wem er gleich ist. Er ist gleich einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf den Fels. Da aber Gewässer kam, da riss der Strom zum Hause zu und konnte es nicht bewegen, denn es war auf den Fels gegründet. Wer aber hört und nicht tut, der ist gleich einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde ohne Grund; und der Strom riss zu ihm zu, und es fiel alsbald, und das Haus gewann einen großen Riss."
Als Awdejitsch diese Worte gelesen hatte, wurde er froh in seinem Herzen. Und er dachte bei sich so:
"Wie ist mein Haus gebaut - auf Felsen oder auf Sand? Gut wenn es auf Felsen gebaut ist. Es scheint so leicht: man sitzt allein und glaubt, man hätte alles getan, was Gott sagt - aber wie leicht lässt man sich zerstreuen und versündigt sich wieder. Ich will mich noch immer weiter bemühen. Es ist ja so schön! Hilf mir dazu, Herr Gott!"
#47

Ludwig (Dienstag, 12 Januar 2016 13:09)

Ich sehe die regelmaessige Arbeit und Beteiligung einiger Schueler hier auch als aktive Kontaktaufnahme zu mir. Es gibt Moeglichkeiten, das zu honorieren, und diese Moeglichkeiten werde ich nutzen, gerade weil ich zusaetzlich zur Kontaktaufnahme erkennen kann, dass diejenigen gut und sicher auf dem Weg sind und meine Unterstuetzung offensichtlich nicht sehr benoetigen. Ihr seid meinem Herzen nahe gekommen. Das zaehlt für mich mehr als alles andere. Diese Naehe wird Bestand haben.
A.E.I.O.U.
Ludwig
#46

Ruth Gabriel (Sonntag, 10 Januar 2016 12:15)

In dieser "Dunklen Schau" sehen wir nicht mit dem Verstand, sondern machen zum Gegenstand unserer Schau, was nicht gedacht werden kann.

(angelehnt aus "Wolke des Nichtwissens")
#45

Ruth Finder (Samstag, 09 Januar 2016 20:03)

"Wolke" ist somit ein Symbol für einen Bewußtseinzustand, für die "DUNKLE Schau" der immer verborgen bleibenden Gottheit.
( aus "Wolke des Nichtwissens")
#44

Ruth Gabriel (Samstag, 09 Januar 2016 18:06)

Ich habe das so gedeutet, dass die Sicherheit des Weges in der Hingabe liegt. Hingabe ohne Wenn und Aber. Fallenlassen, Loslassen von allem Bekannten ohne zu wissen, wo wir landen. Ohne Rückversicherung, wie Wolfgang Kopp es nennt. Durch das Schließen der Augen gehen wir im Dunkeln. Wir sehen nichts mehr (Vorstellungen, Ängste, Erinnerungen, Stereotypien), sondern nehmen alles an, was uns begegnet. Wir sind im jeweiligen Augenblick ganz da und finden heraus, was die Situation von uns verlangt. Wir haben keine Angst vor der Bodenlosigkeit. Gehen und Stürzen sind Ein und Dasselbe. Wir wissen, dass alles zu unserem Besten ist. Wir wissen und spüren, dass wir auf dem Weg nach Hause sind. Dann können wir mit offenen wie auch geschlossenen Augen gehen. Es gibt dann keinen Unterschied. (siehe dazu auch den Kommentar vom 31.12.15, Wolfgang Kopp)
#43

Clemens (Freitag, 08 Januar 2016 19:29)

Du hast da sicher ein Deutungsmodell, Ruth, aber das ist so ein schönes Beispiel, wo man sehr ergiebig über weitere Deutungsmodelle nachdenken kann: Warum überhaupt? Warum doppelt gemoppelt? Und: Wenn er sich sicher IST, kann/muss er dann die Augen wieder aufmachen?
#42

Ruth Gabriel (Freitag, 08 Januar 2016 18:40)

Wer sich des Weges sicher sein will,
muss die Augen schließen und im Dunkeln gehen.

(Hlg. Johannes vom Kreuz)
#41

Ruth Gabriel (Freitag, 01 Januar 2016 18:57)

Im großen Mysterium der Gegenwart lässt sich nichts besitzen,
wozu dann all die Konkurrenz, wenn wir doch irgendwann durchs gleiche Tor gehen?

(Rumi)
#40

Ruth Gabriel (Freitag, 01 Januar 2016 18:50)

Der kleine, feine Kreis freut sich sehr, bedankt sich artig und schickt alle guten Wünsche!
#39

Ludwig (Freitag, 01 Januar 2016 12:33)

Ich wuensche dem kleinen, feinen Kreis in Bremen fuer 2016 als Gruppe und individuell weiterses spirituelles Wachtum. Vom Reden zum Denken, vom Denken zum Tun und vom Tun zum Sein.
#38

Ruth Finder (Donnerstag, 31 Dezember 2015 20:48)

Wie man die Welt sieht

Es wird von der großen Demut des Sufi-Meister Hassan Basri berichtet. Von jedem Menschen, den er traf, sagte er sich, dass dieser besser sei als er. Eines Tages sah er am Ufer des Tigris einen Schwarzen mit einer Frau sitzen und trinken. Er sagte sich wieder, dass dieser besser sei als er selbst. Aber sein niederes Ich, der lauernde Sinn in ihm, flüsterte ihm zu, dass der Schwarze, der mit einem fremden Weibe sitze und Wein trinke, nicht besser sein könnte als er selbst. In diesem Augenblick näherte sich ein Boot dem Ufer und kippte um, und sieben Personen fielen ins Wasser. Der Schwarze warf sich ins Wasser und rettete sechs der Verunglückten. Dann sprach er zu Hassan: "Wenn du besser bist als ich, o Führer der Gläubigen, so rette du den siebenten! Erfahre, o Hassan, dass das, was wir tranken, reines Wasser ist, unsere einzige Nahrung, und diese Frau ist meiner Mutter. Ich wollte dich prüfen, ob du die Welt noch mit deinen äußeren oder inneren Augen siehst!"
("Die Menschheit betet" von Wladimir Lindenberg)

Wir müssen die Bereitschaft haben und kultivieren, über nichts zu richten, wo nur die äußeren - scheinbar negativen oder scheinbar positiven - Umstände sichtbar und/oder bekannt sind.
#37

Ruth Gabriel (Donnerstag, 31 Dezember 2015 10:24)

Vielmehr ist die echte spirituelle Sehnsucht eine Neigung zum Ewigen, die uns ganz ergreift und uns, ohne Berechnung und Rückversicherung, in das große Abenteuer der Begegnung mit dem Göttlichen wirft. Dies bedeutet aber – sich in ein unbekanntes Wagnis zu stürzen, ohne zurückzusehen. Ich möchte es eine „höhere Art von Mut“ nennen, die uns zu einem Loslassen all unserer vertrauten Vorstellungen und Werte führt, wobei wir uns nicht mehr fragen, was geschehen wird, wenn wir loslassen. Denn solange wir uns noch fragen, wo wir hinfallen, wenn wir loslassen, werden wir niemals mit der Loslösung beginnen und uns statt dessen an unsere altgewohnten Verhaltensmuster und Denkmodelle anklammern.

Wolfgang Kopp, „Befreit euch von allem“
#36

Ruth Finder (Sonntag, 27 Dezember 2015 13:35)

Bohr-Arbeit
"...Angenommen, ein friedlicher Mensch betritt den Raum. Da mag jemand die Bemerkung machen: "Es ist schön, einen friedlichen Menschen zu sehen." Der Derwisch würde jedoch sagen: "Ist es nicht wunderbar, zu sehen, wie göttlicher Frieden durch diesen Menschen hindurchscheint?" Damit meint er, dass des Menschen Persönlichkeit die Möglichkeit birgt, Träger der Archetypen des Universums zu werden." (Pir Vilayat Inayat Khan "Erwachen")
Durch diese Zeilen inspiriert, habe ich mir spirituelle Entwicklung nicht als teilweise anstrengendes und zugleich freudvolles Gehen vorgestellt, sondern als mehr oder weniger geschicktes Handwerk, das direkt vor der Tür zu erledigen gilt. Ich sitze in einem dunklen Verlies, aber draußen ist alles voller herrlichem Licht. Dieses Licht enthält all die göttlichen Eigenschaften der Demut, des Friedens, des Mitgefühls, der Liebe... Ich muss nur anfangen Löcher in die Wand zu bohren und dieses Licht (die Manifestationen Gottes) wird den dunklen Raum (mein persönliches Ich) erhellen und durchscheinen. Also, meine lieben Handwerkgesellen, wir brauchen dafür ein gutes Bohrgerät (spirituelle Praxis), Ausdauer und Freude am Schaffen.
#35

Ruth Gabriel (Sonntag, 27 Dezember 2015 10:38)

Ein alter chassidischer Rabbi fragte seine Schüler, woran man den Zeitpunkt zwischen dem Ende der Nacht und dem Anfang des Tages erkennen könne, denn das sei die Zeit für bestimmte Gebete.
"Ist er gekommen", schlug ein Schüler vor, "sobald man erkennen kann, ob ein in der Ferne gesehenes Tier ein Schaf oder ein Hund ist?".
"Nein", antwortete der Rabbi.
"Ist er gekommen, sobald man auf seiner Handfläche die Linien klar erkennt?"
"Oder wenn man von einem Baum in einiger Entfernung sahen kann, ob es ein Feigen- oder ein Birnbaum ist?"
"Nein", antwortete der Rabbi jedes Mal.
"Wann ist er dann gekommen?", fragten die Schüler.
"Er ist da, wenn du die Mitmenschen als deine Brüder und Schwestern erkennen kannst. Bis dahin ist es noch Nacht."

(aus Jack Kornfield "Nach der Erleuchtung...")
#34

Ruth Gabriel (Sonntag, 27 Dezember 2015 09:25)

In einer Geschichte aus dem mittleren Osten wird ein Mann zu Unrecht ins Gefängnis gesperrt. Sein Freund besucht ihn und bringt einen Gebetsteppich mit. Der Gefangene geht wütend in seine Zelle zurück. Er hat auf eine Metallsäge oder ein Messer gehofft und jetzt nur diesen Teppich erhalten. Aber da er den Teppich nun einmal hat, beschließt er, ihn auch zu benutzen. Täglich verbeugt er sich auf dem Teppich zum Gebet und lernt so dessen Muster genau kennen. Und eines Tages entdeckt er schließlich den Plan des Türschlosses darin. Er kann die Zelle öffnen und entkommen.
Aus Jack Kornfield, „Nach der Erleuchtung...“
#33

Ruth Gabriel (Sonntag, 27 Dezember 2015 09:07)

Es reicht nicht aus, den Weg zu kennen. Er muss auch gegangen werden.
#32

Ruth Gabriel (Sonntag, 27 Dezember 2015 09:03)

Morpheus zu Neo:"Ich kann dir die Tür zeigen. Durchgehen musst du selbst.""
(Matrix)
#31

Clemens (Mittwoch, 23 Dezember 2015 09:48)

Ja, eine schöne Geschichte über tiefe Verhaftung in einem Einzelaspekt und Inselbegabung. Möglich ist aber auch, dass Narada sich einen Scherz (einen gnädigen Scherz? einen Test?) erlaubte und es bei der Haltung der beiden Männer mit der Dauer genau andersherum ist.
#30

Jonas (Mittwoch, 23 Dezember 2015 07:50)

Zum Thema Freude und Leichtigkeit hier eine Geschichte aus einem Internetforum, die mich bewegt hat:
Es war einmal ein alter Sadhu (Mönch), der am Dorfrand lebte und Narada, den himmlischen Seher, gefragt hat: "Ich habe jetzt 40 Jahre lang praktiziert, wann werde ich endlich die Gottverwirklichung erreichen?" Daneben war ein junger Aspirant, der nicht allzu viel praktiziert hat, jedoch mit viel Enthusiasmus. Dieser fragte ebenfalls Narada:" Wann werde ich denn die Selbstverwirklichung erreichen?" Narada antwortete dem alten Sadhu: “Ich habe eine gute Nachricht für dich. Noch zwei Leben.“ Der alte Sadhu ist darauf total deprimiert. Noch zwei Mal die ganze Geschichte wieder von vorne. Dem jungen, enthusiastischen Aspiranten antwortete er: “Schau dir die Blätter dieses Baumes an. So viele Blätter, wie dieser Baum trägt, so oft musst du dich noch reinkarnieren, bis du zur höchsten Verwirklichung kommst.“ Daraufhin freute sich der junge Aspirant: "Wie wunderbar, auch ich werde es erreichen, obwohl ich bisher nur halbherzig und wenig praktiziert habe. Gott wird mir die Verwirklichung geben." Er fing an um den Baum herum zu tanzen und dachte daran, wie herrlich es sein wird, wenn er die Verwirklichung erreicht hat, wie großartig Gott ist, der selbst ihm die Verwirklichung schenkt. Schließlich setzte er sich hin und erreichte Samadhi.
#29

Ludwig (Dienstag, 22 Dezember 2015 13:30)

Es freut mich zu sehen, dass einige Wahrheitsforscher hier eine Menge Leichtigkeit und Spass erleben. Und ich habe auch eine Menge Spass damit. Mit Freude, Spass und Leichtigkeit geht alles besser von der Hand.
#28

Ruth Gabriel (Montag, 21 Dezember 2015 14:07)

Die Verwechslung

Rabbi Jizhak von Worki erzählte: "Als ich mit meinem Lehrer, Rabbi David von Lelow, unterwegs war und wir in einer fernen Stadt verweilten, fiel plötzlich auf der Gasse eine Frau über ihn her und schlug auf ihn ein. Sie glaubte in ihm ihren Mann zu erkennen, der sie vor vielen Jahren verlassen hatte. Als nach wenigen Minuten der Irrtum sich klärte, brach die Frau in ein fassungsloses Weinen aus.
"Beruhige dich", sagte Rabbi David zu ihr, "du hast doch nicht mich, sondern deinen Mann geschlagen."
Und leiser fügte er hinzu: "Wie oft schlägt man auf einen ein, weil man ihn für einen anderen hält, als er ist."

Weniger offensichtlich ist, wie oft wir auf uns selbst einschlagen, weil wir uns für einen anderen halten, als wir sind. Immer dann, wenn wir uns vergleichen, uns an falschen Idealen messen, unseren Körper, unsere Verwundungen und unsere Dunkelheit ablehnen. Was wir dabei vergessen ist, dass wir damit auch die Gegenwart, die Wirklichkeit, den Prozess des Werdens ablehnen. Wir verschließen uns und das bedeutet, wir trennen, was nicht getrennt ist. Siehe dazu noch einmal den Blogeintrag vom 09.11.15 „Musa“ und den dazugehörigen Kommentar. Wir sollten Trennung verhindern, wo immer wir können und uns die Frage stellen „Wollen wir binden oder lösen? Honig oder Gift?“.
#27

Ruth Gabriel (Sonntag, 20 Dezember 2015 23:30)

In einer Zen-Geschichte bittet ein Schüler seinen Meister aus tiefstem Herzen, ihn über die Erleuchtung aufzuklären. Der Meister antwortet, während er auf zwei nahe gelegene Bambushaine deutet:"Sieh dir den Bambus zur Linken an, ist er nicht hoch gewachsen? Und der zur Rechten, ist er nicht niedrig? Das ist ihre Natur."
Der Schüler war erleuchtet. Die Annahme der Wahrheit führt zum Erwachen.
Können auch wir unsere gegenwärtige Natur annehmen?
aus Jack Kornfield, "Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen"
#26

Ruth Gabriel (Samstag, 19 Dezember 2015 16:00)

Hier etwas Schönes vom guten alten Leo Tolstoi:
"Wenn der Mensch mit seiner Lage unzufrieden ist, so kann er sie auf zweierlei Weise ändern: Entweder er verbessert seine Lebensbedingungen oder er verbessert seine Gemütsverfassung. Das erste liegt nicht immer, das Zweite liegt immer in seiner Hand."
#25

Clemens (Freitag, 18 Dezember 2015 18:04)

Ja, Ruth, interessant. Es ist VERGEBLICH zu hoffen, dass man die/seine Vergangenheit besser machen kann. Man kann nur die Gegenwart besser machen - und dadurch die Zukunft. Auf eine bessere Zukunft WARTEN funktioniert also auch nicht.
#24

Ruth Gabriel (Freitag, 18 Dezember 2015 17:55)

Vergebung

Jack Kornfield betont die Bedeutsamkeit von Vergebung. Ohne Vergebung kommen wir nicht zur Einheit, denn wir schließen Menschen aus unserem Herzen aus.
Dennoch fällt uns das Vergeben oft so schwer. Warum? Vielleicht weil wir Vergebung nicht richtig verstehen. Wir denken bei Vergebung meist daran, dass wir dem Anderen seine „Schuld“, sein „Fehlverhalten“ uns gegenüber vergeben/verzeihen sollen.
In dem Wörterbuch der Brüder Grimm (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. , 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960), wird das Vergeben auch als „eine Sache aufgeben“ erklärt. Dies ist ein ganz anderer Ansatz als der uns geläufige. Bei diesem Ansatz liegt der Fokus nicht auf dem Anderen sondern auf uns selbst. Wir sollen die hoffnungslose Sache aufgeben, dass unsere Vergangenheit hätte besser sein sollen und müssen.
#23

Ruth Finder (Mittwoch, 09 Dezember 2015 17:28)

An alle Freunde der "Chassidischen Erzälungen": es gibt eine kleine Fortsetzung.
#22

Ruth Gabriel (Freitag, 04 Dezember 2015 19:01)

Um Wirkung unbekümmert werken...
Martin Buber schrieb „Jeder Mensch bestimmt mit all seinem Sein und Tun das Schicksal der Welt in einem ihm und allen unkenntlichen Maße; denn die Ursächlichkeit, die wir wahrnehmen können, ist ja nur ein winziger Ausschnitt aus dem unausdenklich vielfältigen unsichtbaren Wirken aller auf alle. So ist jede Menschenhandlung ein Gefäß der unendlichen Verantwortung.“
#21

Ruth Finder (Freitag, 04 Dezember 2015 18:08)

In humorvoller Weise beschreibt auch die folgende Geschichte, dass "das hohe Lassen" von sich selbst, ein wahrhaftes, richtiges Tun ermöglicht und bewirkt.

"Die Gabe an den Gegner"

Zu Rabbi Mendel von Kozk kam einst einer der Juden seiner Stadt, der als ein Gegner des chassidischen Weges bekannt war, und klagte ihm, er habe eine Tochter zu vermählen und könne die Mitgift nicht aufzubringen. Er bat den Rabbi um einen Rat.
"Wieviel brauchst du?" fragte der Zaddik.
Es waren etliche hundert Gulden. Rabbi Mendel zog eine Lade seines Tisches auf, leerte sie und gab das Geld dem Mann. Bald darauf erfuhr der Bruder des Zaddiks, was sich begeben hatte. Er kam und hielt ihm vor: der andere Jude sei doch sein Gegner und verleumde ihn bei jeder Gelegenheit, jetzt aber gäbe er dem Widersacher solch einen Betrag her!
"Es war schon vor dir jemand bei mir", antwortete der Rabbi, "der hat dasselbe vorgebracht wie du, nur hat er viel besser reden können."
"Wer war das?" fragte der Bruder.
"Das ist", antwortete Rabbi Mendel, "der Satan gewesen."
#20

Ruth Finder (Freitag, 04 Dezember 2015 17:29)

"Vom Werk nicht lassen, doch lassen von des Werkes Wirkung..." Rabbi Sussja von Annipol würde wahrscheinlich sagen "Oh, wie schön die Worte sind!" ^^
Unter Wirkung verstehe ich hier eine Wirkung auf einen selbst - all die Gedanken, Gefühle, Empfindungen, die negativ und/oder positiv (!) auf einen einwirken - während er etwas tut. Versuchen, das alles zu lassen und sein Werk weiter tun, weil das einfach richtig ist. Davon, glaube ich, handelt eine meinen Lieblingsgeschichten - "Wohltat" (und auch jede andere Tat, bezogen auf das oben Beschriebene) - von Rabbi Bunam:

Bei einem Besuch in einer kleinen Stadt hörte Rabbi Bunam von einem frommen und gelehrten Mann, der in großem Elend lebte. Da lud er sich bei dem Mann als Sabbatgast ein, ließ ihm Geräte und Speisevorrat in das leere Haus tragen und wusste ihm auch noch würdige Kleider aufzunötigen. Nach dem Sabbat überreichte Rabbi Bunam seinem Gastgeber einen ansehnlichen Geldbetrag als Abschiedsgeschenk. Jener weigerte sich aber, das Geld anzunehmen: er habe schon übergenug empfangen. "Das andere", sagte der Zaddik, "habe ich nicht Euch, sondern mir gegeben, um die Wunde des Mitleidens, die mir Eurer Elend schlug, zu heilen. Nun erst kann ich das Gebot des Wohltuns erfüllen. Wer den Anblick des Bedrängnis nicht ertragen kann, muss sie solange lindern, bis der Verdruss seines Herzens überwunden ist, dann erst vermag er in Wahrheit seinem Mitmenschen zu geben."
#19

Jonas (Mittwoch, 02 Dezember 2015 12:10)

Nicht das Ergebnis unseres Handelns ist entscheidend, sondern die Art und Weise, wie wir es tun. Durch das Offenlassen des Ergebnisses erreichen wir Freiheit und Gelassenheit. Folgender Spruch von Meister Eckhart hat mich dazu sehr bewegt, ich möchte ihn gerne mit Euch teilen:
"Vom Werk nicht lassen, doch lassen von des Werkes Wirkung. Um Wirkung unbekümmert werken, das ist das hohe Lassen! Der Gang der Freien."
#18

Ruth Finder (Freitag, 27 November 2015 15:36)

Das hier schlägt in die gleiche Kerbe:
"Es dauert lang, bis ein Mensch versteht, was seine Pflicht ist", sagte Rabbi von Berditschew.
"Seine Pflichten hindern ihn daran."
#17

Ruth Finder (Donnerstag, 26 November 2015 22:49)

Vielleicht passt diese Geschichte auch dazu. Wenn nicht, dann ist das aus meiner Sicht auch so eine hübsche Geschichte.
Wie ich bei einem Bauern in die Lehre ging

Auf einer Wanderschaft traf ich auf einen riesigen Heuwagen, der umgestürzt war und quer über die Straße lag. Der Bauer, der daneben stand, rief mir zu, ich möchte ihm den Wagen aufrichten helfen. Ich dachte aber:" Wohl, habe ich kräftige Arme, und auch der Bauer schien was zu vermögen, aber wie sollten zwei Männer die ungeheure Last heben?"
"Ich kann nicht", sagte ich. Da schob jener mich an. "Du kannst", rief er, "aber du willst nicht." Das fuhr mir ins Herz. Bretter waren zu Hand, wir stemmten sie unter den Wagen, hebelten mit all unserer Kraft, das Gefährt schwankte, hob sich, stand, wir luden das Heu wieder drauf und die Ochsen zogen an. Wir gingen dann eine Weile beisammen.
"Ich möchte dich etwas fragen", sagte ich. "Frag nur, Bruder", antwortete er.
"Wie kam dir in den Sinn", fragte ich ihn, "dass ich nicht will?"
"Das kam mir in den Sinn", antwortete er, "weil du gesagt hattest, du könntest nicht. Niemand weiß, ob er etwas kann, eh er es versucht hat."
"Aber wie kam dir in den Sinn", fragte ich weiter, "dass ich kann?"
"Ach, Bruder", sagte er, "was bist du für ein Presser! Nun gut, es kam mir in den Sinn, weil man dich mir in den Weg geschickt hat."
"Meinst du etwa gar", fragte ich, "dein Wagen sei gestürzt, damit ich dir helfen könne?"
"Was den sonst , Bruder; was denn sonst?" sagte er.
( Rabbi Jaakob Jizhak von Berditschew - aus "Gog und Magog" von M.Buber)
#16

Clemens (Donnerstag, 26 November 2015 20:20)

Da hab ich auch was Passendes, glaube ich:
"Es ist schwer, leicht zu sein, aber leicht, schwer zu sein."
(Buch der drei Ringe °°°)
Oder ist das gaaaanz was anderes?
#15

Ruth Gabriel (Donnerstag, 26 November 2015 19:31)

Ich bin kürzlich bei einer Recherche auf folgenden Spruch gestoßen:
Nicht weil es schwer ist,
wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen,
ist es schwer.
#14

Ruth Finder (Dienstag, 24 November 2015 16:29)

Schön! Unser Tag geht dann gut zu Ende. :-)
Lieben Gruß von uns allen.
#13

Ludwig (Dienstag, 24 November 2015 14:50)

Der Tag fängt für mich gut an. Ich freue mich, dass sich in der letzten Zeit noch mehr Menschen im geschlossenen Bereich der Weg-Arbeiter-Webseite zeigen. Was mich betrifft bleibt das nicht unbemerkt. Herzliche Grüße an Euch alle!
#12

Ruth Gabriel (Sonntag, 15 November 2015 11:14)

Es gibt für uns keinen anderen Weg zur Befreiung als den, den wir SELBST gehen.
aus "Befreit euch von allem" von Wolfgang Kopp
#11

Ruth Gabriel (Sonntag, 15 November 2015 11:06)

Ein Biologielehrer unterrichtete seine Schüler über den Prozess, wie aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Ein Kokon lag vor ihm auf dem Tisch und er informierte die Klasse darüber, dass in den nächsten Stunden der Schmetterling mit allen Kräften versuchen würde, den harten Flor zu öffnen.
Dann verließ der Dozent den Raum. Die Schüler warteten und es passierte. Der Schmetterling kämpfte und kämpfte, um die Wände des Gespinsts zu durchbrechen. Plötzlich überkam einen der Schüler Mitleid mit dem Tier und er beschloss, dem Insekt zu helfen. Gegen den ausdrücklichen Rat des Pädagogen brach er den Kokon entzwei und der Schmetterling kam frei. Um kurz darauf zu sterben.
Als der Lehrer zurückkehrte, erfuhr er, was passiert war. Er erklärte dem Jugendlichen, dass der Kampf des Schmetterlings unabdingbar sei, um seine Flügel zu stärken. Wer ihm dabei behilflich sei, entziehe dem Falter seine lebensnotwendige Bewährung.
aus "Triffst du Buddha, töte ihn!" von Andreas Altmann
#10

Ruth Finder (Montag, 09 November 2015 19:55)

Der Held in der Geschichte ist auf die Suche nach dem Schatz ganz weit gereist, um ihn dann doch unter seinem Herd zu finden. Man muss sogar erst weit gehen: im Äußeren - z.B. auf die Suche nach einem Meister irgendwo weit weg, und im Inneren - z. B. durch die Bewusstseinerweiterung, um zu verstehen, dass das Gesuchte schon immer da, wo man ist und steht, war. ( aus dem Austausch mit Clemens zu Kommentar von R.G)
#9

Ruth Gabriel (Montag, 09 November 2015 18:13)

Unterm Herd unseres Hauses... oder Die Weihe des Alltags


Nur sehr selten bemerken wir bewusst, dass wir am wahren erfüllten Dasein vorbeileben. Doch immerzu fühlen wir den Mangel und suchen nach dem, was uns fehlt. An einem anderen Ort, in einem anderen Job, mit einem anderen Partner, mit einer anderen Meditation, einem neuen Gedanken, einer besseren Eigenschaft, sogar in einem anderen Augenblick. Nur nicht da, wo wir sind, wo wir stehen, wo wir hingestellt wurden.
Aber genau da finden wir unsere wesentliche Aufgabe. Nämlich in dem, was uns jeden Tag begegnet. In unserem Alltag.
In den größten Geheimnissen um Gott und die Welt finden wir weniger Anteil am wahren erfüllten Dasein, als wenn wir eine alltägliche Aufgabe mit wahrer Hingabe und heiliger Intention verrichten. Wir kennen die Geschichte von den zwei jungen Mönchen, die über die besonderen Fähigkeiten ihrer Meister sprechen und die Antwort des dritten auf die Frage „Und was kann dein Meister Besonderes?“ „Wenn er isst, dann isst er. Wenn er schläft, dann schläft er. Wenn er spricht, dann spricht er.“
Es geht nicht darum eine Aufgabe zu ihrem jeweiligen Zweck zu erledigen, sich ihrer zu ent-ledigen. Auch geht es nicht darum, etwas zu er-reichen. Es geht nicht um Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, die uns sehr wohl hilfreiche Instrumente sind. Es geht weit darüber hinaus. Es ist vielmehr eine Öffnung, eine innere Hinwendung, ein In-Beziehung-Gehen zu dem, was an Wesen und Dingen um uns und mit uns ist. In diesem und in jedem Augenblick. E. Tolle nannte es die Stille. Dies gilt es zu entfalten, denn wir sind einander NOTWENDIGER Teil unseres Weges zur Vollendung unserer wahren Gestalt.
„...wie die gewaltigste Macht im Innersten Ohmacht ist, wenn sie nicht in einem geheimen Bunde steht mit diesen zugleich demütigen und hilfreichen Berührungen mit fremdem und doch nahem Sein.“ (aus Martin Buber, Der Weg des Menschen)
Das ist wahres Mitgefühl. Und da wohnt Gott...weil wir ihn lassen (vergl. Chassidische Erzählungen, „Wo wohnt Gott?“).
#8

Ruth Gabriel (Donnerstag, 05 November 2015 20:15)

Vielfalt

„...so sollen wir, ein jeder von uns nach seiner eignen Art, im Licht der Lehre und des Dienstes Erneuerung stiften und nichts Getanes tun, sondern das zu Tuende.“ (aus Martin Buber, Der Weg des Menschen)
Jeder von uns ist einzigartig, einmalig und von Anderen verschieden. Einzigartigkeit bedeutet, dass es so noch nicht existiert hat und nie wieder existieren wird. Warum auch?
Es geht wohl eher darum, sein eigenes Wesen zu erkennen und zu entwickeln, um dadurch etwas Neues in die Welt zu bringen. Teil zu sein des andauernden Prozesses des sich ständig Erneuernden.
Deshalb sollten wir uns nicht vergleichen, denn wir können gar nicht verwirklichen was ein Anderer verwirklicht hat. Es ist durch seine Einzigartigkeit unmöglich und zudem hält es uns davon ab unsere EIGEN-schaften auszubilden und in die Welt zu bringen. Wahre Verwirklichung ist das Umsetzen der uns eigenen Eigenschaften, Neigungen und Talente im Lichte der Lehre und des Dienstes.

Der weise Rabbi Bunam fragte:“ Was hätte Gott davon, wenn der Erzvater Abraham wie der blinde Bunam würde und der blinde Bunam wie Abraham?“ ^^

#7

Ruth Finder (Mittwoch, 04 November 2015 10:27)

In der letzten Zeit befindet sich ganz viel bei uns in der Gruppe im Umbruch und im Aufbruch: persönlich wie gemeinschaftlich. Wir müssen für uns viele Fragen beantworten, müssen versuchen, einiges zu verstehen, müssen Entscheidungen treffen oder nicht treffen.
Dabei werden wir mit den eigenen Unzulänglichkeiten hier und da konfrontiert: vielleicht wird etwas nicht richtig verstanden oder noch nicht im gewünschten Maße erreicht, oder schlicht der Widerstand der AP ist einfach zu groß. An dieser Stelle könnte ich etwas Aufbauendes, Aufmunterndes und Versönliches schreiben. Ich möchte aber sagen, dass manchmal die Gefahr besteht, sich in ein paar Angelegenheiten wie der Fuchs in der Fabel von Äsop zu verhalten.

" Ein Fuchs lief hungrig durch den Wald. Da sah er einen Weinstock, an dem ziemlich hoch saftige, reife Trauben hingen. Der Fuchs hat alles versucht, die köstlichen Früchte zu erreichen, aber es gelang ihm nicht. Da rümpfte der Fuchs die Nase und meinte hochmütig: sie sind mir nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben. Was soll ich mir viel Mühe machen? Sie sind ja herb und taugen nicht."

Also, es wird aus Unwissenheit, Trotz, Uneinsichtigkeit oder anderen Gründen schlecht über eine gute Sache gesprochen. Ich gehörte in vielen Fragen jahrelang zu der Fuchs-Fraktion. Ich denke, dass wir unser Leben lang aufpassen müssen, dass uns nicht doch hin und wieder ein langer Puschelschwanz wächst.
#6

Ruth Gabriel (Mittwoch, 04 November 2015 08:26)

"Wie Geringes wir auch zustande zu bringen vermögen, wenn wir es an dem Maße der Taten der Väter messen, es hat seinen Wert darin, dass wir es aus eigner Art und eigner Kraft zustande bringen." (aus Martin Buber, Der Weg des Menschen)
Beruhigend, dass wir also nicht an den Taten der Väter gemessen werden.
ABER...wir werden uns an UNSEREN Taten messen lassen müssen!
#5

Jonas (Dienstag, 03 November 2015 20:45)

Jede der täglich unzählbaren Situationen, in denen wir uns wiederfinden, hat das Potential, uns wieder ein Stück näher zu uns selbst zu führen. Da bieten sich jeden Tag laufend Möglichkeiten über Möglichkeiten. Wie viele davon lassen wir ungenutzt verstreichen bzw. verstehen die Botschaft dahinter nicht...Je unangenehmer für die AP, umso mehr Potential scheint darin verborgen zu sein. Zugegeben, bei einer einstündigen Wurzelbehandlung beim Zahnarzt tut man sich vielleicht schon etwas schwer, die Entwicklungschance darin zu erkennen^^. Aber jede Situation, egal wie unangenehm sie vordergründig auch sein mag, kampflos, unvoreingenommen und unbeschwert anzunehmen, da beginnt der Tanz erst so richtig und die Freude ist mit dabei.
#4

Ruth Finder (Dienstag, 03 November 2015 16:53)

Das ist aus meiner Sicht, unter anderem, auch ein gelungener Aufruf von R.G. zu mehr Freude und Zuversicht im Beschreiten des Weges. Meine "Chassidischen Freunde" würden vor Entzücken tanzen. ^^
#3

Ruth Gabriel (Montag, 02 November 2015 20:58)

Gutes Karma – schlechtes Karma
Wir gehen oft davon aus, dass wir gutes Karma aufbauen und schlechtes abbauen müssen. Wenn wir das geschafft haben, so meinen wir, sind wir am Ziel. Doch Karma ist weder gut noch schlecht. Diese Bezeichnung entspringt allein der Beurteilung und Vorstellung unserer AP. Als gut bezeichnet, wenn uns die Umstände angenehme Erfahrungen und Emotionen bescheren (unser Lohn für gute Taten). Als schlecht, wenn wir sie als unangenehm und schmerzhaft empfinden (als Strafe für schlechte Taten).
Vielmehr bezeichnet Karma nur die uns zur Verfügung gestellten bestmöglichen Umstände die wir benötigen, um uns zu ent-wickeln.
Mit welchem Ziel?
Damit alles gut ist? Gut im Verständnis der AP heißt, angenehme Umstände und Empfindungen zu erreichen und zu behalten und Schmerz und Unangenehmes zu vermeiden.
Das ist ein großer Irrtum. Es scheint vielmehr darum zu gehen, den Prozess des Werdens, das Ausschöpfen des Potenzials zu erkennen. Wenn wir uns dieser Erkenntnis annähern, werden wir mutiger, freudvoller und offener für das Leben. Das heißt nicht, dass wir schmerzhafte Erfahrungen büßerhaft passiv hinnehmen sollen und uns durch sie hindurchkämpfen müssen. Vielmehr zeigt sich, dass wir erkennen, welch große Chance der Entwicklung jegliche Lebenssituation inne hat. Wenn dieses statt findet, gibt es keinen Kampf mehr. Nur mehr ein freudiges Voranschreiten.
#2

Ruth Gabriel (Samstag, 31 Oktober 2015 08:41)

Prima. Dann nutze ich diese Möglichkeit, um auf den Film über das Dhikr-Ritual hin zu weisen (unter downloads zu finden). Schaut unbedingt mal rein. Selbst nur beim ansehen zieht einen das mit...
#1

Clemens (Donnerstag, 29 Oktober 2015 20:50)

Für allgemeine Kommentare haben wir im geschlossenen Bereich die Gästebuch-Funktion aktiviert. Eigentlich ein Widerspruch in sich, aber das passt ja irgendwie in die Trennungswelten.