Zehn Gebote XI

Es ist richtig. Graduell verschwimmen das neunte und zehnte Gebot etwas in eins - obwohl K. ja einen sehr guten anderen, differenzierenden Blickwinkel zum zehnten Gebot geliefert hat. Trotzdem, und weil wir nicht zwanghaft an der Zehn hängen wollen, stelle ich heute noch das elfte Gebot ein. Das gibt tatsächlich auch noch einiges her:

 

Du sollst dir kein Bildnis machen.

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Kommentare: 4
  • #1

    R.G. (Samstag, 18 Mai 2024 15:24)

    Hier auf die Schnelle eine kleine Idee:
    Statt uns Gott vorzustellen (vor Gott etwas stellen) - was Er ist, wie Er ist, was Er möchte oder nicht möchte, was Er gutheißt oder nicht usw. - sollten wir in uns Raum schaffen FÜR Ihn, damit Er durch/mit uns Ausdruck findet.

  • #2

    Ruth Finder (Samstag, 18 Mai 2024 18:38)

    Bildnis/Bild ist etwas:
    - Festgehaltenes
    - in Form Gebrachtes
    - einer Vorstellung Entsprungenes
    - Ausgeschmücktes

    Ergo:
    - Du sollst an nichts festhalten
    - Du sollst nicht in Form verharren
    - Du sollst dich nicht in Vorstellungen verirren
    - Du sollst nichts verklären, beschönigen

  • #3

    L. (Sonntag, 19 Mai 2024 06:21)

    Ich freue mich, wenn der ausgegossene Geist sich wie hier bei den 11 Geboten gelegentlich zeigt. Gute Wegarbeit!

  • #4

    K (Montag, 20 Mai 2024 10:47)

    Ergänzend zu #1 und #2:
    Da es nichts außerhalb von Gott gibt, ist jedes Bildnis zwangsläufig unvollkommen.
    Jegliche Bilder/Vorstellungen von Gott bergen die Gefahr, diese für die Wiklichkeit zu halten, was niemals sein kann. Aus starren Bildern /Vorstellungen entstehen starre Glaubensdogmen auf gesellschaftlicher Ebene, die zu Konflikten führen. Auf persönlicher Ebene bewirken diese starren Bilder/Vorstellungen, dass man sich nicht auf die Suche begibt, weil man denkt, man hätte schon etwas (alles) gefunden.

    Dieses Gebot ist also eine Aufforderung, sich immer eine offene, suchende Haltung zu bewahren, sich auszurichten, statt einzurichten.