ex millibus uni (einer von tausend)
Konfrontiert mit dem eigenen Tod – wenn der Arzt einem z. B. mitteilt, dass man nur noch sechs Monate hat – durchläuft man verschiedene Phasen. Es gibt dazu einige leicht voneinander abweichende
Modelle. Behalten wir im Hinterkopf, dass es sich nur um linearisierende Versuche zur Abbildung einer komplexen Realität handelt. Erstaunlich ist jedenfalls die Übertragbarkeit.
Doch erst einmal zum Modell. Wir wählen hier ein Vier-Phasen-Modell. Die Phasen nach der Sterbenachricht sind in diesem Modell:
1. Verleugnen
2. Wut
3. Depression
4. Akzeptanz
Andere Modelle fügen möglicherweise noch „Verhandeln“ (mit Arzt, Schicksal, Gott) ein oder nehmen es als Unteraspekt in die dritte Phase auf. Auch diese Ansätze funktionieren bei der
Übertragung.
Und worauf haben wir das Modell übertragen? Darauf, wie Menschen reagieren, wenn man versucht, ihnen die Realität der „Dritten Säule“ nahezubringen: die Notwendigkeit, sich mit ihr
auseinanderzusetzen und ihr Verhalten zu modifizieren. Aus der Sicht der Alltagspersönlichkeit (AP) geht es also darum, dass ihr angedroht wird, sie müsse sterben – denn so interpretiert sie den
Versuch, ihr Verhalten zu ändern.
Allerdings durchlaufen Menschen (APs) gewöhnlich nicht alle vier Phasen. Man könnte sagen, dass sie in der Regel in der ersten oder zweiten Phase hängen bleiben. Einige rutschen vielleicht sogar
noch in die dritte Phase. Das ist bereits ein gutes Zeichen und deutet auf einen möglichen Übergang zur vierten Phase hin. Diese letzte Phase wird unterm Strich nur von einer kleinen Minderheit
erreicht, und nur diese können die Arbeit an der Dritten Säule aktiv beginnen – was übrigens nicht zwingend mit einem spirituellen Einstieg verbunden sein muss.