Gnade

"Gnade vor der Gnade - als solche wurde den Menschen die wahre Erkenntnis geschenkt."
(Markos der Asket)

 

 

 

Gnade

 

 

Einmal ging Rabbi Jakov ben Katz mit einem seiner Gemeindemitglieder durch Schargorod. Es entging ihm nicht, dass sein Begleiter leise aber mit ziemlichem Argwohn immer wieder kritische Bemerkungen ob des Verhaltens der Leute fallen gelassen hatte und dass er nach jeder Bemerkung inbrünstig Gott dankte, ihm in seiner unendlichen Gnade die Augen eben für das jeweilige unsittliche Verhalten geöffnet zu haben.

 

 

Wie lange es denn her sei, dass er die Erkenntnis geschenkt bekommen habe, wollte der Rabbi wissen.

 

 

Der Mann antwortete, er habe aufgehört, die Wochen und Monate zu zählen, in denen er sich in Erinnerung an dieses Wunder laben könne.

 

 

Wiederum fragte der Rabbi den Chassiden, ob dieser denn auch eine noch größere Gnade erfahren habe.

 

 

Verständnislos schaute der Mann seinen Rabbi an: "Gibt es denn eine größere Zuwendung des Herren, als einem seiner Bewunderer die Augen dafür zu öffnen, woran die Welt krankt?!"

 

 

Rabbi Jakov antwortete dem vor den Kopf Gestoßenen: "Aber ja, mein Freund, das ist die Gnade, das Erkannte auch umzusetzen - das ist die Gnade des Tuns."

 

(Ruth Finder)

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