Gemeinschaft - 21. Januar 2015

Das mehr oder weniger enge Zusammenleben und Miteinander spirituell orientierter Gruppen ist wie jedes menschliche Miteinander das naheliegendste Übungsfeld - allerding mit einem wesentlichen Vorteil. Wenn man nicht auf die Widerstände der AP hereinfällt und beginnt, eigene Schwierigkeiten und Schwächen zu deckeln und sich nicht zu trauen, Dinge auszusprechen (und wenn ja, dann mit Groll), dann können wir aufgrund unserer Ausrichtung und unserer berechtigten Ansprüche an uns selbst deutlich schnellere Fortschritte erzielen.

Es gibt zwei grundlegende, über Kreuz wirkende Tatsachen bezüglich unserer Mitmenschen und uns selbst, und die Kenntnis dieser beiden müssen wir in all ihren Unteraspekten zutiefst durchdenken und in unserem Bewusstsein verankern. Erstens sind Schwächen der Einzelnen manchmal Stärken auf anderen Ebenen und umgekehrt. Und zweitens hat jeder grundsätzliche Stärken und Schwächen (die man auch Defizite nennen könnte). Als angehende spirituelle Gemeinschaften sollten wir unsere Stärken als Angebote zur Unterstützung der anderen bereithalten, aber gleichzeitig im Bereich unserer Schwächen keine Unterstützung fordern. Allerdings können wir einerseits darum bitten und andererseits vom Beispiel der anderen profitieren und direkt eigene Defizite aktiv bearbeiten.

Dem stehen natürlich Stolz, Selbstbild etc. des Persönlichkeitsegoismus entgegen, der dann mit "peinlich" und Ähnlichem argumentiert... Das müssen wir immer wieder aktiv entkräften und uns vor allem an die positiven Tugenden erinnern, die der Kleinlichkeit der egoistisch geprägten AP entgegenstehen. Zum Beispiel Freundlichkeit, Freudigkeit und Friedfertigkeit!

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Kommentare: 1
  • #1

    Simon (Donnerstag, 16 April 2020 14:33)

    Dieser Text hat mich wirklich gefreut.
    Egozentrik und Ausrichtung nicht zu vermischen, ist nicht immer ganz einfach.
    Erkennt man ganz gut in religiösen Systemen.
    Der Konflikt, sowohl der innere als auch der, der sich im Äußeren abzeichnet, wird wahrscheinlich bei fast allen Menschen allzu gerne gedeckelt.
    Mal beziehen wir uns auf das Höchste, wie spirituelle Wahrheiten, um unangenehmen Situationen aus dem Weg zu gehen, mal gehen wir gerade in unangenehme Situationen, um spirituellen Wahrheiten aus dem Weg zu gehen.
    Im persönlichen Miteinander, zeigt sich aber die Diskrepanz dieser Verwechselung. Auch Innenschau und spirituelle Praxis, zeigen sich hier in ihrer gelebten Ausrichtung.
    Im Miteinander die AP zu „kommentieren“, könnte man als Authentizität bezeichnen. Dies ausschließlich vor dem Spiegel zu praktizieren, wäre in diesem Beispiel Egozentrik in Reinform.