Beschichtete Fläche

Wir können uns die Welt (unsere Aufgabe in den Trennungswelten) wie eine beschichtete Fläche vorstellen. Denken wir uns die Grundlage der recht großen Fläche beispielsweise als unzerstörliches, massives Gold (meinetwegen auch goldgepresstes Latinum ^^). Darüber eine dreißig Zentimeter dicke Sandsteinschicht, die sinnbildlich für die Trennungswelten steht.

 

Unser Job ist es, die goldene Grundlage (also die absolute, unendliche Seinsheit Gott) der Trennungswelten freizulegen. Dafür haben wir einen zweirädrigen Eselskarren mit eisenbeschlagenen Rädern, der vieles symbolisch vereint: zweirädrig=Dualität/Polarität, Esel=animalische Ebene, Karren=das Vehikel, die drei Körper, der Kutscher=das inkarnierte HS usw.

 

Mit dem Wagen können wir nun herumfahren und versuchen, "Gott zu finden". Das tun wir anfangs ganz unbewusst. Wir drehen Runden. Zuerst ganz spielerisch. Dann bilden sich Gewohnheiten aus und nach und nach fahren wir Rillen in den Sandstein, die immer tiefer werden. Letztlich fällt ein Richtungswechsel wirklich schwer, denn die Räder kommen kaum noch aus den Spurrillen.

 

Darum werden wir nach einer Weile aus dem Spiel genommen und bekommen einen ganz neuen Eselswagen, der an einer anderen Stelle aufgesetzt wird. Vielleicht geraten wir wieder in unsere alte Spur, vielleicht fahren wir neue Rillen aus... Wenn wir mal eine Rille bis zur goldenen Grundlage ausgefahren haben, dann erkennen wir zunächst nicht Gott darin, denn er ist in den schmalen Rillen zu isoliert, um ihn in seiner ganzen Größe zu erfassen. Vielleicht schaffen wir uns schließlich einen höheren Rechtfertigungsansatz für unsere eingefahrene Spur und ihren goldenen Grund. Religion kann entstehen. Ein Anfang.

 

Denken wir das einmal weiter. Wie kommen wir dahin, die ganze goldene Fläche freizulegen? Wofür steht die Deckschicht noch? Was können wir mit diesem Bild erklären? Verstehen? Welche Entwicklungsfortschritte sind denkbar?

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Kommentare: 8
  • #1

    K (Freitag, 10 April 2020 10:33)

    Trotz der Wahrscheinlichkeit, dass ich mit meinen Ausführungen zumindest partiell falsch liege oder/ und zu ungenau, nachfolgend meine Gedanken dazu:

    Wie kommen wir dahin, die ganze goldene Fläche freizulegen?

    Eine Möglichkeit: Der Esel, der den Karren zieht, müsste vom Kutscher angehalten werden. Der Kutscher könnte absteigen und sich passende Werkzeuge besorgen. Am besten eine Spitzhacke, mit der man den harten Sandstein bearbeiten kann und eine Schaufel, mit der man das bearbeitete Material dann wegschaufeln kann. Den Esel anhalten kann man, indem das inkarnierte HS zunehmend regulierenden Einfluss auf die animalische Ebene nimmt. Ist das bewusste Absteigen/Aussteigen des inkarnierten HS vom physischen, psychischen und noetischen Körper möglich, ohne dieser Inkarnation ein Ende zu setzen? Sind wir dann bei bewussten außerkörperlichen Erfahrungen oder tot? Angenommen, man kann absteigen, ohne tot zu sein, was wäre dann das Werkzeug? Weg-Arbeit, Ausrichtung, spirituelle Praxis im engeren Sinne und spirituell ausgerichtete Lebensführung im weiteren Sinne. Das kann man aber auch ohne abzusteigen. Also bleibt der Kutscher auf dem Karren und bearbeitet vom Karren aus die Sandsteinschicht. Oder wäre optional, je nach Fähigkeit, beides denkbar?
    Woher bekommt man das Werkzeug? Man hat es eigentlich immer schon dabei, ohne sich dessen anfangs bewusst zu sein. Man fang an, am und im Karren herumzustöbern, man untersucht ihn nach und nach und findet die Werkzeuge oder/und wird von anderen auf deren Existenz und Nutzungsmöglichkeiten hingewiesen. Es ist ein Zauberwerkzeug: Je mehr man es nutzt, desto effektiver wird es, um den ganzen Schutt an AP-Kram wegzuräumen. Oder/und: man lernt mit der Zeit die Werkzeuge effektiver zu nutzen.

    Dann kann man ja auch den Esel einsetzen, um den Schutt wegzuräumen. Der Esel ist ein ideales Lasttier. Nach getaner Arbeit gibt man dem Esel was leckeres zu Fressen, Futter welches er gern mag. Er soll bei Laune blieben und schön weiter behilflich sein.

    andere Möglichkeit:
    An den Karren wird eine Art Pflug angehängt, der die Sandsteinschicht durchpflügt. Der Pflug könnte wieder die gleiche symbolische Bedeutung haben, wie die anderen Werkzeuge. Dem Esel, also der animalischen Ebene würde es immer schwerer fallen, den Karren mit dem Pflug zu ziehen, je nachdem, wie tief der Pflug durch die Sandsteinschicht pflügt. Man darf den Esel auch nicht überfordern, sonst bockt der Esel und es kommt zum Stillstand. Andererseits, je härter die Sandsteinschicht, also z. B. die festgepressten Gewohnheiten und Denkmuster sind, umso weniger könnte ein Pflug etwas ausrichten.

    Es könnten sich auch mehrere oder viele Kutscher zusammentun und gemeinsam die Sandsteinschicht an einer bestimmten Stelle beseitigen. Das ist ein Bild dafür, dass Weg-Arbeit in einer Spirituellen Gemeinschaft deutlich effektiver und unterstützender ist.


    Es könnte aber auch sein, dass es zu einer großen Überschwemmung kommt und die Sandsteinschicht weggespült wird. Viele Kutscher samt Karren und Esel würden dann aber auch hinweg gespült. Diejenigen, die übrig bleiben, erfreuen sich des unmittelbaren Anblicks Gründens auf der goldenen Schicht. Oder es gibt ein Erdbeben und die Schicht wird aufgebrochen, mit ähnlichen Auswirkungen auf Kutscher, Karren und Esel, wie bei der Überschwemmung.

    Wofür steht die Deckschicht? Die Spuren auf der Deckschicht sind die karmischen Auswirkungen unseres Herumfahrens darauf mit unserem Vehikel (den 3 Körpern); Rillen sind die Lebensgewohnheiten, Gewohnheiten im Handeln, im Sprechen, im Denken und Fühlen;

    Wofür steht die Deckschicht noch? Trennungswelten: Unterschiedliche Lebensbedingungen (auch kulturelle): manche Lebensbedingungen sind hart und erschweren den Zugang zur goldenen Grundlage, also zur absoluten unendlichen Seinsheit Gott; manche Lebensbedingungen erleichtern eher den Zugang (leichterer Untergrund, der sich müheloser entfernen lässt), materielle Gegebenheiten, mehr oder weniger verfestigte Elementale (Wünsche, Begierden, Zuneigungen, Abneigungen)

    Das mit der Sandsteinschicht habe ich noch am wenigsten klar. Ich bin gespannt auf eure Ausführungen.

    Welche Entwicklungsfortschritte sind denkbar?
    - Zunehmendes bewusstes Lenken und/oder Anhalten des Esels
    - Möglichkeit des Absteigens (?)
    - Verbesserung unserer Werkzeuge-
    - Verringerung der Härte oder Dicke der Sandsteinschicht, bis dahin, dass es sich vielleicht nicht mehr um eine Sandsteinschicht sondern um lockeren, nährstoffreichen Humus handelt
    - Zunehmende Zusammenarbeit mit anderen Kutschern, deren bewusstes Ziel es ebenso ist, die Sandsteinschicht freizulegen. Gemeinsam gelangt man dann schneller zur goldenen Grundlage.

  • #2

    Clemens (Freitag, 10 April 2020 11:48)

    Interessante Gedankengänge. Falsch oder richtig gibt es wie üblich bei solchen Bildinterpretationen (das Bild ist obendrein noch von mir so wenig ausformuliert) nicht. Denken wir beispielsweise an unsere umfangreiche Interpretation der Inhaltszusammensetzung einer Packung Sojamilch, die wir vor Jahren mal vornahmen. ^^

    Ich habe dazu natürlich eigene Überlegungen angestellt, die teils andere Aspekte betonen. Ich ringe schon seit Jahren mit diesem Bild und wollte ursprünglich eine Katz-Geschichte daraus machen. Hat aber einfach nicht befriedigend geklappt. Daher wollte ich schauen, was hier dazu kommt.

  • #3

    Ruth Finder (Freitag, 10 April 2020 12:22)

    Ich finde K's Beitrag auch interessant. Die Möglichkeit des Absteigens und der gezielten Benutzung der Werkzeuge (aus dem Eisen der Kutschenräder etwas basteln?) habe ich auch in Betracht gezogen.

  • #4

    R.G. (Samstag, 11 April 2020 07:09)

    Ich habe mich mal mit dem Aspekt der Sandsteinschicht beschäftigt und habe, inspiriert durch die Gestalttherapie, folgenden Deutungsansatz:
    Die Sandsteinschicht deute ich als unseren Widerstand (im Denken, Fühlen und Handeln), bestimmte "Angebote" Gottes annehmen und bestimmte Schritte vollziehen zu können. Der Abbau des Gesteins (Weg-Arbeit) wäre dann die Erforschung unseres Widerstandes ( unseres Ausgangspunkts für neue Lernschritte), um unser Bewusstsein zu erweitern und unser Er-LEBEN zu vertiefen (unmittelbar werden zu lassen). In diesem Bild würden wir dann den jeweils abgebauten Sandstein anders und zwar kreativ nutzen können, indem wir z.B. unterschiedliche Skulpturen oder Bauwerke erstellen und somit Gott individuell Ausdruck verleihen.

  • #5

    R.G. (Samstag, 11 April 2020 07:22)

    Ergänzung zu #4:
    In diesem Bild wäre dann der Prozess der Um- und Verwandlung (der Erneuerung) im Gegensatz zum "fertigen Ergebnis" das Wesentliche und ein wachsend freudvolles Unterfangen.

  • #6

    K (Sonntag, 12 April 2020 10:28)

    zu #4 und #5: sehr einleuchtend. Danke R.G.

  • #7

    Rudi (Sonntag, 19 April 2020 14:00)

    Die Sandsteinschicht würde ich als die Gesamtheit der aufzulösenden Prägungen unserer AP deuten. Das darunter liegende Gold ist das Göttliche, HS wie auch immer man es bezeichnet. Wir begeben uns also auf dem zweirädrigen Karren auf die Suche. Wo fahren wir hin? Natürlich dahin wo wir glauben, das Gold blitzen zu sehen. Wenn man jetzt die Fläche des Sandsteins nach Themen aufteilt und berücksichtigt, dass die Härte und die Stärke des Sandsteins dem Maß der Prägung entspricht, dann werden wir also dahin fahren wo der nächste erfolgversprechende Schritt liegt. An dieser Stelle sind wir bei anderen Gelegenheiten schon öfter vorbeigefahren, ohne die Stelle zu beachten, haben aber dadurch an dieser Stelle schon etwas vom Sandstein abgetragen. Jetzt erreicht uns von unserer Führung ein Impuls, der uns anzeigt, dass diese Stelle durch mehrmaliges darüberfahren schon etwas vorbereitet und mürbe ist und hier durch gezieltes Arbeiten noch mehr möglich sei. Weil aber die Themen miteinander vernetzt sind kann der Sandstein an einer Stelle nur soweit abgetragen werden, wie es die Vernetzung zulässt. Also fahren wir von einem Aspekt zum anderen auf den verschiedenen Themengebieten herum und tragen so den Sandstein ab bzw. machen ihn auf den betroffenen Themengebieten auch in der Fläche mal mehr und mal weniger mürbe. Ergänzend könnte man das Absteigen von K integrieren. Beim Fahren streifen wir mit den Rädern ohne direkten Fokus verschiedene Bereiche. Diese werden beim darüberfahren etwas mürbe gemacht. Am angestrebten zum bearbeiten reifen Ziel steigen wir ab und bearbeiten an dieser Stelle den mürben Sandstein = Fokus.
    Die Räder könnte man auch so deuten, dass beim Fahren keine spezifische fokussierte Arbeit stattfindet sondern die Themen in einer gewissen Breite "gestreift" werden und die Räder quasi unbeabsichtigt an spezifischen Stellen mürbe machen. Also nur durchvieles Fahren die ganze Fläche mürbe wird.

  • #8

    Rudi (Sonntag, 19 April 2020 14:39)

    Zu den Rädern des Karrens und der Polarität hatte ich gerade noch ein Bild.
    Der Karren hat nämlich eine Besonderheit. Wenn wir achtlos fahren, quasi mit beiden "Beinen" auf dem Sandstein unterwegs sind, dann fahren wir mit zwei weit auseinander stehenden Rädern. Wenn wir aber fokussiert unterwegs sind dann wird der Karren zum Einrad und je fokussierte wird sind desto schmäler werden die Räder. Ohne Fokus sind wird mit breiten Rädern unterwegs und fahren sogar den lose herumliegenden Staub fest und die Sandsteinschicht wird dicker. Erhöhen wir den Fokus werden die Räder schmäler und rücken zusammen, weil auch der Themenbereich spezifischer wird. Dann wird ab einem gewissen Punkt die Balance wichtig, weil der Karren sonst bei Unebenheiten sofort wieder auf einen breiteren Radstand umstellt.
    Mit dem idealen Fokus und der idealen Balance könnten wir dann einrädrig mit einem Rad wie eine Rasierklinge unterwegs sein. Dann würde an jeder Stelle der Sandstein nahezu zertrümmert. Nach dem Motto..."Wenn ihr den Glauben hättet könntet ihr Berge versetzen"