Leidenschaften und Gedanken

Hat der Geist den alten Menschen abgelegt und zieht er den von der Gnade stammenden an, dann wird er zur Zeit des Gebetes auch seinen eigenen Zustand schauen, wie er beinahe der Farbe des Saphirs oder des Himmels gleichkommt. Ihn nennt die Schrift auch 'Ort Gottes', der von den Ältesten auf dem Berg Sinai geschaut wurde.

 

(Evagrios Pontikos, "Kapitel über die Unterscheidung der Leidenschaften und Gedanken" Nr. 18)

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Kommentare: 1
  • #1

    Clemens (Donnerstag, 27 Februar 2020 19:25)

    Der von der Gnade stammende Mensch ist der Mensch, der sich der göttlichen Wesensnatur des Geistes erinnert und diese Gabe dankbar als Entwicklungsimpuls und Ausrichtung annimmt. Der alte Mensch - der sich nur mit AP-Problemen rumschlägt - wird abgelegt. Im Gebet (Meditation, Kontemplation) wird diese Wesensnatur für den Betenden deutlicher und deutlicher. Sie wird in der himmelblauen Farbe des Saphirs als Symbol für den Himmel und vielmehr des blauen Himmels selbst (dem Ort Gottes) erkennbar, die der Gnadenmensch "beinahe" annimmt. Schauen wir mal.