Keine Neuigkeit...

...aber es flasht mich schon seit Tagen. Wir kennen das: "Die AP ist die Summe ihrer Elementale." In der Innenschau und Selbstanalyse haben wir dabei nicht zwingend einen Fokus auf die "negativen" Elementale - obwohl sie sich wahrnehmungsmäßig schon irgendwie in den Vordergrund drängen. (Naja, vielleicht vor allem bei mir. ^^)

 

Wenn wir jetzt nicht auf Elementale schauen, sondern nach Evagrios Pontikos auf die acht Laster (quasi Elementalgruppen oder Überelementale):

1. Hochmut (Stolz, Eitelkeit, Übermut)
2. Geiz (Habgier, Habsucht)
3. Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren, Unkeuschheit)
4. Zorn (Jähzorn, Wut, Rachsucht)
5. Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Unmäßigkeit, Selbstsucht)
6. Ruhmsucht (Ehrbegierde, Geltungsstreben)
7. Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Überdruss, Trägheit des Herzens)
8. Trübsinn (Überdruss, Abneigung, Ekel)

 

oder die etwas später daraus gemachten sieben:

1. Hochmut (Stolz, Eitelkeit, Übermut)
2. Geiz (Habgier, Habsucht)
3. Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren, Unkeuschheit)
4. Zorn (Jähzorn, Wut, Rachsucht)
5. Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Unmäßigkeit, Selbstsucht)
6. Neid (Eifersucht, Missgunst)
7. Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Überdruss, Trägheit des Herzens)

 

dann sind wir zweifellos bei der negativen Seite angekommen. Frage wäre dann: Wenn wir beispielsweise nicht faul sind, sind wir dann automatisch fleißig? Oder wäre Fleißigsein auch wieder ein Überschuss, nicht die goldene Mitte? Wäre die positive Haltung (Charaktereigenschaft) dann "weder faul noch fleißig"?

 

Aber egal... was mich eigentlich flasht, ist, diese Listen als Modelle für Charakterstrukturen zu nehmen. Naheliegenderweise natürlich für die Untersuchung der eigenen Charakterstruktur. Das ist deutlich übersichtlicher, als die reine Elementalsummenbetrachtung.

 

Und es ist, wenn man auch andere Menschen dahingehend untersucht, ein eindrucksvolles Bild für Nichtlinearität und Multifaktorialität, denn wenn wir den einzelnen Punkten so etwas wie Ausprägungsprozente zuweisen (etwa: er ist zu 67 Prozent zornig - wie immer das geht), und dann die einzelnen Punkte summieren, dann entsteht ein ungeheuer komplexes Bild, denn die Einzelpunkte haben ja auch jeweils auf alle anderen Punkte Einfluss. Jeder Mensch ist absolut einzigartig! Und jeder hat, wenn er willens ist, ein paar recht leicht zugängliche Stellschrauben!

 

Da entsteht zur Zeit so etwas wie ein Bild in mir. Eine Wahrnehmungsmatrize. Wie gesagt vor allem geeignet für die Innenschau und Selbstanalyse.

 

Aber mit einem hochprozentiger ausgeprägten Hochmut, nebst Einflüssen von Zorn und Neid kann man die Matrize auch gut für die Abqualifizierung all der kleinen Kackbratzen und Weichflöten um einen herum heranziehen. ^^

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Kommentare: 1
  • #1

    R.G. (Donnerstag, 27 Februar 2020 06:14)

    "Frage wäre dann: Wenn wir beispielsweise nicht faul sind, sind wir dann automatisch fleißig? Oder wäre Fleißigsein auch wieder ein Überschuss, nicht die goldene Mitte? Wäre die positive Haltung (Charaktereigenschaft) dann "weder faul noch fleißig"?"

    Lustig, passt zu dem, was mich seit einiger Zeit bewegt, seit ich von Salomo Friedlaenders Philosophie der "Schöpferischen Indifferenz" gelesen habe.
    (Ludwig Frambach, Identität und Befreiung, S. 41 ff)