Drei "Durchbrüche"

1. Mein liebstes Durchbruchserlebnis erlebte ich im Alter von 28 Jahren. Damals beschäftigte ich mich seit rund sieben Jahren mit Spiritualität. Ich hatte mir schon verschiedene Informationen verschafft, ohne auf irgendein System tief einzusteigen. Bibelstudium mit den Zeugen Jehovas kam vor, eine Freundin war in einer schrägen Jesus-Sekte, mit der sie sogar auf den Kilimandscharo fuhr, um sich von Raumschiffen abholen zu lassen. Theosophie, Hinduismus, Buddhismus etc. Zuletzt im Grunde der Abschluss mit dem Finden des Zen. Ohne eigentliche Leistung dann plötzlich ein Satori-Erlebnis, das mich völlig aus den Schuhen haute. Ich saß mit einem Freund im Wohnzimmer seines urlaubenden Vaters und wir wollten einen Film schauen. Plötzlich machte es „knack“ und ich war weg. Oder da... Ich war in die allumfassende Einheit gefallen. Subjekt-Objekt hatte aufgehört. ES schaute durch mich auf SICH SELBST - und andersrum. Müßige Worte. Ein umfassendes Ganzheitserlebnis, das mich bis zum nächsten Tag grinsend und alles bejahend bleiben ließ. Dabei muss gesagt werden, dass zwar der Zustand (möglicherweise) allumfassend war, aber eben mein Sensorium nicht. Stellen wir uns zum Beispiel einen Tauben, einen Stummen oder gar einen Blinden (heute sagt man "einen Sehbehinderten") am Grand Canyon vor. Das Erlebnis wäre schon mehr oder weniger eingeschränkt. Heute wäre diese Art Erlebnis für mich sehr wahrscheinlich tiefer, weiter, umfassender im Verständnis. Weg-Arbeit ist meine Arbeit an den Beschränkungen.

2. Einmal wurde ich als „Zeuge“ zu einem Durchbruch bestellt. Ludwig hatte einen Schüler, bei dem er wohl erkannte, dass er kurz vor einem Durchbruchserlebnis stand... dass er nur noch ein Treffen mit Ludwig brauchte. Ich wurde dazugebeten und nahm schweigend an dem Treffen von Lehrer und Schüler teil. Als der Durchbruch geschah, legte sich sowas wie ein Licht des Erkennens über die Züge des Mannes. Ein Strahlen ging von ihm aus. Da sagte Ludwig zu mir, ich solle ihm von hinten die Zeigefinger in die Achselhöhlen stecken (wir waren auf einem Spaziergang in der Natur - weit und breit nur wir drei) und ihn hochheben. Seltsam, ich weiß, aber es funktionierte. Es fühlte sich für mich an, als würde nur ein Schal über meinen Fingern hängen. Den Mann haute es daraufhin scheinbar noch mehr raus. Er jubelte laut. Und in mir jubelte ich auch. Danach befand der Mann sich in einem Zustand, wie ich den meinen oben beschrieben habe. Soweit ich feststellen konnte. Er grinste die ganze Zeit und sagte immer nur noch "ja". Ich habe wie gesagt nicht mit ihm gesprochen.

3. Bei meinem ersten Besuch bei Daskalos kam es beim Treffen mit Panayiota nach ihren ersten Worten ("Oh, an angry young man!") zu einem Durchbruch, bei dem ich für mich „die direkte Zugänglichkeit der Herzensebene" erfuhr. Nicht, dass die Herzensebene für mich bis dahin nicht zugänglich war, aber es lief scheinbar immer auf Umwegen. Entweder über die animalische Ebene oder über den Intellekt. Also ohne direkte Tür... Schwer zu erklären. Als neben dem Physischen psychonoetisches Wesen habe ich eine Ganzheit erfahren, die ich bis dahin nicht so kannte. Ausgewogenheit. Selbstfreude. Ich geriet dabei anhaltend in einen Zustand, in dem ich noch zwei Wochen später wieder in Deutschland ständig auf der Straße und sonstwo angesprochen wurde. Wahrscheinlich, weil ich ähnlich wie der Mann unter 2. leuchtete. Die Menschen lächelten, wollten was von mir... Heute sehe ich den Leucht-Zustand als erfreulich, aber das Nicht-Zurückhalten-Können nach außen muss wohl eher als Behinderung/Schwäche gesehen werden. Die erfahrene (umfassendere) Ganzheit ist natürlich vorbehaltlos anzunehmen.

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