Apophthegmata Patrum 1225

Ein Bruder befragte den Abbas Isidor über unzüchtige Gedanken, und der Greis antwortete ihm: "Wenn ein unzüchtiger Gedanke kommt, dann kann er wohl das Gemüt verwirren und einnehmen, aber er vermag nicht zur Tat zu zwingen und fortzuschreiten. Doch ist er ein Hindernis für die Tugend: Ein nüchterner Mann schlägt ihn aus und betet sofort wieder."

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Kommentare: 2
  • #1

    R.G. (Samstag, 25 Januar 2020 06:03)

    Wir sind nicht frei von unheilsamen Gedanken. Das ist auch kein Problem, solange wir sie bemerken, ihnen nicht weiter nachgehen und wir sie nicht zum Ausdruck bringen, sondern uns dem zuwenden, was heilsam ist. Je länger ein unheilsamer Gedanke seine Kreise in uns ziehen kann, desto stärker wird er sich zuerst im Denken, dann im Fühlen und letztendlich im Handeln ausdrücken. Je früher wir einen solchen Gedanken erkennen, umso leichter können wir ihn loslassen. Dies anzuwenden ist spirituelle Praxis und muss beständig geübt werden.

  • #2

    R.G. (Samstag, 25 Januar 2020 06:36)

    Schön auch die Beschreibung des nüchternen Mannes, der sich nicht in Aufregung darüber bringen lässt, überhaupt solch einen Gedanken zu haben und sich einfach wieder dem Gebet zuwendet. Er akzeptiert das, was ist und entscheidet, wie er sinnvoll damit umzugehen hat. Wie oft bringt uns das, was wir in uns beobachten in helle Aufregung dadurch, dass wir denken, das dürfe so nicht sein, es müsse anders sein. Fakt ist das was ist. Und unsere Aufgabe besteht darin, einen förderlichen Umgang damit zu finden (uns zu entwickeln) anstatt uns in Selbstvorwürfen zu wälzen, die nur dazu führen, dass wir bei uns hängenbleiben und uns weiter verwickeln. Siehe RuFi' s Buber-Zitate.