Apophthegmata Patrum 371

Auch dies sagte Abbas Isidor von Pelusium: "Die schreckliche, zu jedem Wagnis bereite Liebe zum Besitzen, die keine Sättigung kennt, führt die davon befallene Seele zum äußersten der Übel, daher müssen wir mit aller Kraft sie schon in den Anfängen austreiben. Denn, wenn sie die Oberhand gewinnt, wird sie unbezwingbar."

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Kommentare: 5
  • #1

    Clemens (Mittwoch, 15 Januar 2020 09:24)

    "Die schreckliche (...) Liebe zum Besitzen, die keine Sättigung kennt, führt die davon befallene Seele zum äußersten der Übel."

    Das äußerste der Übel - der Übel-Befall der äußersten ("entferntesten") dritten Säule. Nachdem schon das Selbst/ die AP von konsumistisch-extraktivistischer Haltung vergiftet ist, und danach das persönliche Umfeld, greift das Übel, das Verderben schließlich zumindest anteilig auf die ganze Welt über.

  • #2

    Clemens (Mittwoch, 15 Januar 2020 16:59)

    "Denn, wenn sie die Oberhand gewinnt, wird sie unbezwingbar."

    Die Liebe zum Besitzen ist eine der besonders scharfen Waffen Jaldabaoths. Wenn man dieses Konzept erst einmal - über die zum Lebenserhalt notwendigen Dinge hinaus - auf eine theorietisch verfügbare Welt anzuwenden begonnen hat, dann ist kaum noch davon herunterzukommen.

  • #3

    R.G. (Mittwoch, 15 Januar 2020 21:18)

    Die schreckliche Liebe zum Besitzen könnte auch als das Habenwollen von bestimmten Bedingungen gedeutet werden, die den eigenen Vorstellungen entsprechen. Das äußerste der Übel wäre dann der Widerstand, den man Bedingungen entgegenbringt, die man "nicht haben" will, weil es ja anders sein müsste/sollte. Dieser Widerstand gegen das Leben wird genährt durch unsere permanenten inneren und äußeren Dialoge und Plädoyers, die unsere Elementale nur weiter stärken und somit Öl ins Feuer gießen anstatt es bei den ersten Funken und Rauchwölkchen zu ersticken.

  • #4

    Ruth Finder (Donnerstag, 16 Januar 2020 19:08)

    zum #3 ein Gedichtlein zur Erheiterung:

    Eintrit ins Leben

    Ich war - gebeugt vom Widerstand -
    seit Ewigkeiten von der Rolle.

    Bis ich, gottlob! es doch verstand,
    was denn das ganze Elend solle.

    Der Egowicht - bar Herz, Verstand,
    er übernahm hier die Kontrolle!

    Ablehnung, Ängste allerhand
    fand er schon immer richtig dolle.

    Ich sprach - er außer Rand und Band -
    dass ich allein die Freiheit wolle!

    Ich bin des Weges, bin gebannt.
    Oh, sei bei mir Du Gnadenvolle!

  • #5

    R.G. (Donnerstag, 16 Januar 2020 19:29)

    Unsere RuFi, eine wirkliche Silbendrechslerin!^^