Ach...

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Kommentare: 7
  • #1

    Clemens (Mittwoch, 08 Januar 2020 17:21)

    Interessantes Bild aus dem "Vorspann" des "Cherubinischen Wandersmannes" von Angelus Silesius (Manesse).

  • #2

    Ruth Finder (Donnerstag, 09 Januar 2020 16:01)

    Ja, in der Tat ein interessantes Bild. Ich denke, mit einiger Überlegung könnte man hier eine umfassende Deutung schreiben - es gibt im Bild viele Hinweise.

    Zum Beispiel, könnte der Mann mit dem Hund so gedeutet werden, dass jemand von seiner animalischen Ebene geleitet ist.

  • #3

    K (Donnerstag, 09 Januar 2020 18:23)

    Ich finde auch die Person direkt unterhalb des Turmes interessant. Entweder ruht sie sich nebem dem Weg und kurz vor dem Eingang zum Turm aus. Deren linker Arm ist auch im Ausruhen nach oben ausgerichtet. Oder sie hat zuvor das Seil losgelassen und ist abgestürzt.
    Der Mensch wird aus dem Irrgarten mit dem Seil nach oben gezogen. Das Leuchtfeuer gibt den Schiffen Orientierung. Ein schönes Bild dafür, dass auf verschiedene Arten Hilfe angeboten wird.
    Unklar ist für mich auch, ob die beiden anderen Menschen im Irrgarten freudevoll die Arme nach oben recken, wegen der vielen Irrwege und Ablenkungen oder ob sie hilfesuchend aus dem Irrgarten herauskommen wollen. Beides ist möglich. Die eine Person scheint zu versuchen, auf die Mauer zu klettern, vielleicht um mehr Überblick zu bekommen, wo der Ausgang zu suchen ist. Ein schönes Bild für die Bemühung, von den Ablenkungen loszukommen und sich auszurichten.

  • #4

    Clemens (Donnerstag, 09 Januar 2020 18:26)

    Die Person in der Mitte hat - obwohl sie noch durch das Labyrinth der Trennungswelten muss - eine direkte Ausrichtung. Wohingegen der Blinde zwar einen Blindenhund hat, der aber, wie R.F. ausführt, nur der AE entspricht und daher nicht über den Labyrinthbereich hinausführen kann. Führerlose fallen auch schon mal direkt in die Labyrinthspalten. Aber selbst die, die schon darüber hinaus sind, können auf dem Weg zum Turm hinauf noch stürzen (ohne sichere Ausrichtung?). Aber solche jenseits des Weges können trotzdem manchmal direkt auf den Turm zuhalten...

  • #5

    Jonas (Donnerstag, 09 Januar 2020 19:50)

    Den Mann mit dem Blindenhund, der schon ein Stück des Labyrinthes hinter sich gebracht hat, scheint mir im Gegensatz zu seinen sehenden Wegbegleitern recht sicher auf der Spur zu sein. Er kommt nach dem Meistern der Kehre offenbar großen Schrittes voran. Man könnte das Bild deshalb auch so sehen, dass der Mann trotz seiner Einschränkung einen Vorteil gegenüber anderen hat. Worin könnte der liegen?

    Eine mögliche Interpretation des Bildes wäre, sich vom Äußeren, von den Sinneseindrücken (der Blinde!) abzuwenden und nach Innen zu kehren, also den Weg der Kontemplation zu gehen. Dadurch wird man sukzessive leer (die Dominanz der AP geht zurück), Gott kann sich ins Innere "ergießen" (Meister Eckhart), übernimmt mehr und mehr die die Führung. Wir sind dann gleichsam Gottes Augen, Ohren und seine Hände, wie Angelus Silesius in seinen Versen immer wieder betont.

    Das Bild könnte auch als Ermutigung dazu dienen, dass man im Falle von Behinderungen/beschränkenden Lebensumständen bei guter Führung/Ausrichtung dennoch zügig und sicher vorankommen kann.

    Die Schiffe, die vom Leuchtfeuer der Wahrheit angezogen werden sollen, könnte man als Bild für die unterschiedlichen Religionen auffassen, die aber die Suchenden nicht ans Ziel bringen, sondern nur um die Wahrheit kreisen, auf diese bestenfalls hindeuten.

  • #6

    Simon (Montag, 13 Januar 2020 11:20)

    Der Mensch mit dem Hund, lässt sich von seinem HS führen, die AP zuckelt willig mit einem Blindenstock ganz entspannt hinterher. Der Wanderstab steht für die erworbene Führungswilligkeit der AP.
    Der Mensch in der Mitte besitzt Ausrichtung, er betrachtet die Dinge aus der Mitte heraus und behält so den Überblick, für ihn sind Ziel und Weg eins. Beide werden geführt, der eine Blind, der andere sehend.
    Die Beiden im Labyrinth, haben sich verirrt und schauen zurück, aber sie rufen zumindest um Beistand und .
    In dieser Interpretation, haben es die Beiden, die es schon durch das Labyrinth geschafft haben, am schwersten. Anstatt weiter zu gehen, bleiben sie liegen, frömmeln ekstatisch.
    Erkenntnis wird zur Religion. Glauben, sie hätten ein oder sogar das Ziel erreicht.
    Vermutlich steckt jeder dieser verkörperten Aspekte, mehr oder weniger, gleichzeitig in uns allen.

  • #7

    L. (Dienstag, 14 Januar 2020 06:42)

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