Wohlstandsverwahrlosung

Dieser Begriff, der sich hauptsächlich auf Kinder bezieht, die von ihren Eltern mit finanziellen/materiellen Zuwendungen ruhiggestellt werden, ohne dass sie wirkliche Führung und Liebe erfahren, bewegt mich seit einigen Tagen. Ich habe das ja auch Sonntag im Kreis anklingen lassen.

 

Im Netz finde ich auch Begriffsübertragungen beispielsweise auf Menschen, die sich an FORMEN politischer Korrektheit abarbeiten. Immer korrekter werden und dabei jedes Maß verlieren.

 

Das kann ich leicht mit in meine Perspektive nehmen: Ich habe den Begriff (das Faktum!!) einfach einmal von Kindern auf Menschen übertragen - und damit erklären sich plötzlich sehr viele beobachtbare Phänomene unserer kapitalistisch-extraktivistischen Weltordnung.

 

Falls das nachvollziehbar ist, können wir hier ja mal sammeln. Zum Beispiel:

 

- Die irrige Annahme, dass jeder alles haben kann (darf), wenn er denn die (finanziellen) Mittel hat. Es ist durchaus nicht so. Es gibt Dinge und Sachverhalte, die jedem Menschen zustehen. Nahrung, Gesundheitsvorsorge und -fürsorge, ein Dach über dem Kopf, ein warmes Plätzchen, Bildung, Freiheit... Aber da sieht man auch schon den Schlagwortcharakter selbst dieser Begriffe. Was ist denn hier "Freiheit"? Und wie gelenkt sind wir in unserer "Freiheit"? Ich bin frei, Form und Farbe meines Autos zu wählen. KEIN Auto zu wählen ist durch das Gruppenelemental, dass jeder ein Auto braucht, schon schwieriger. Wie frei sind wir unter dem Bann diverser Gruppenelementale?

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Kommentare: 1
  • #1

    R.G. (Donnerstag, 09 Januar 2020 07:03)

    Oder die Annahme, dass es uns immer "besser" gehen muss. Wir immer mehr verdienen müssen, größere Autos fahren, größere Wohnungen haben, exklusivere Kleidung tragen, teurere Einrichtungen haben, ausgefallenere und immer speziellere Nahrungs- und Genussmittel zu uns nehmen, mehr und an besondere Urlaubsziele reisen usw.