Der Weise Woh Tzu V

Perlentaucher nicht fürchten Schlamm.

 

Wenn können Wind nicht aufhalten besser Mühlen bauen.

 

Irrtum ist nicht Gegenteil von Wahrheit.

 

Dieb ohne Gelegenheit hält sich für ehrlich.

 

Weil nicht unsterblich besser solange unsterblich wie möglich.

 

Großer Wind bringt oft kleinen Regen.

 

Wenn unmöglich Blitze zu machen dann auch unnötig zu donnern.

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Kommentare: 9
  • #1

    K (Freitag, 20 Dezember 2019 20:38)

    " Dieb ohne Gelegenheit hält sich für ehrlich."
    Es ist ein großer Unterschied ob ich aufgrund von aktiver Auseinandersetzung, Einsicht und freier Entscheidung schädliche Handlungen unterlasse, oder ob diesem Unterlassen keine Auseinandersetzung und bewusste Entscheidung vorausgeht, sondern ich nur unterlasse, weil es mir nicht möglich ist. Beispiel: Kaufe ich mir kein Auto, weil ich ganz bewusst darauf verzichte (und ich aber die Möglichkeit hätte) oder kaufe ich mir keines aus Bequemlichkeit (will mich darum nicht kümmern) oder weil ich kein Geld dafür habe.

  • #2

    R.G. (Samstag, 21 Dezember 2019 07:23)

    "Wenn unmöglich Blitze zu machen dann auch unnötig zu donnern."
    Wenn wir das Unvermeidliche nicht ändern können, so haben wir doch in der Hand, wie wir damit umgehen. Ob wir "donnern" und gedanklich und emotional in Aufruhr bleiben oder ob wir uns um Beruhigung des Geistes bemühen.

  • #3

    R.G. (Samstag, 21 Dezember 2019 07:32)

    "Wenn können Wind nicht aufhalten besser Mühlen bauen."
    Dahinter sehe ich die Haltung, alles, was uns widerfährt, als Entwicklungsmöglichkeit zu sehen und zu nutzen.

  • #4

    R.G. (Samstag, 21 Dezember 2019 08:05)

    "Perlentaucher nicht fürchten Schlamm."
    Perlen (HS) und Schlamm (AP) sind untrennbar miteinander verbunden und machen das Perlentauchen (Weg-Arbeit, Prozess der Erneuerung) erst möglich.

  • #5

    R.G. (Samstag, 21 Dezember 2019 09:23)

    "Irrtum ist nicht Gegenteil von Wahrheit."
    Auf einer Reise zu einem bestimmten Ziel kann es immer passieren, dass wir eine falsche Abzweigung nehmen, weil wir z.B. gerade keine gute Sicht haben. Wenn wir jedoch unsere Koordinaten immer wieder mit unserem Bestimmungsort abgleichen, ihn fest im Blick behalten, uns auf ihn ausrichten, werden wir irgendwann feststellen, dass wir uns geirrt haben und den Kurs korrigieren.
    Das Gegenteil von Wahrheit wäre, wenn wir allen Hinweisen auf unseren Irrtum zum Trotz steif und fest behaupten, wir befänden uns immer noch auf dem richtigen Weg zu unserem eigentlichen Bestimmungsort oder wir hätten ihn sogar schon erreicht - wir uns also in der Abzweigung einrichten, weil es uns dort zu gut gefällt.

  • #6

    Dah Tzu (Samstag, 21 Dezember 2019 11:10)

    "Weil nicht unsterblich besser solange unsterblich wie möglich."

    Es gibt keine Hundertprozentigkeit. Hundertprozentiges Denken ist ein großes Hindernis. Zum Beispiel: "Ich kann doch sowieso die Welt nicht retten! Es bringt nichts, wenn ich was tue" - also macht man wie gewohnt weiter. Oder man hört auf, was tun, weil man frustriert ist, nicht das (vermeintlich) große Ganze erreicht zu haben.
    Besser und weiser wäre es zu versuchen, mit Freude so gut und so lange wie möglich an der Sache dranbleiben.

    Folgende Geschichten fielen mir dazu ein:

    Rabbi Nachman von Brazlaw, der Urenkel von Baal-schem-tow, sagte zu seinen Schülern: "Egal wie hoch man kommt, es gibt immer eine weitere Stufe. Deshalb wissen wir nie irgend etwas und erreichen doch nicht das wahre Ziel. Dies ist eine sehr tiefe und geheimnisvolle Vorstellung."

    Ein Schüler fragte Rabbi Jaakob Jizchak von Lublin: "Wie ist es, wenn man eine Stufe vor sich sieht, die man, solange man auf dieser Welt lebt und in diesem Körper gebannt ist, nicht erreichen kann? Was ist der Weg dorthin und kann man den Weg hier immer weiter gehen? Muss man da nicht Gott bitten, dass er einen hinweg hebe?"
    Der Rabbi antwortete: "Ach, Söhnchen, was willst du mit Stufen? Wenn du an Stufen zu denken beginnst, kommst du an kein Ende. Die Weisen erzählen, dass, wenn man da draußen von Welt zu Welt aufsteigt, dann nimmt sich die Welt, in der man steht, als eine Erde aus, und jedesmal spannt sich hoch über ihm als Himmel eine Welt, die er noch nicht kennt, und wieder wird der Himmel zu Erde. So ist es mit den Stufen. Der Weg aber ist, wie wenn man an einer Landstraße baut. Man schleppt Steine, man stampft sie ein, man walzt - und natürlich bleibt man dabei nicht am gleichem Fleck, man kommt weiter: das ist der Weg."

  • #7

    Clemens (Samstag, 21 Dezember 2019 12:29)

    Großer Wind bringt oft kleinen Regen = Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet.

  • #8

    Clemens (Samstag, 21 Dezember 2019 12:31)

    "Großer Wind bringt oft kleinen Regen."

    Medienkritik! Alles ist ein Mordsdrama - am nächsten Tag ist es bedeutungslos.

  • #9

    R.G. (Samstag, 21 Dezember 2019 13:02)

    "Großer Wind bringt oft kleinen Regen."

    Wie bei unserer AP: Alles ist ein Mordsdrama - am nächsten Tag ist es bedeutungslos. ^^