Apophthegmata Patrum 131

Was zum Knobeln:

 

Der Altvater Ammoes sprach zum Altvater Jesaias am Anfang: "Wie siehst du mich jetzt?!

 

Der antwortete: "Wie einen Engel, Vater!"

 

Später sagte er zu ihm: "Und wie siehst du mich jetzt?"

 

Antwort: "Wie den Satan. Und wenn du mir auch ein gütiges Wort sagst, empfinde ich es wie ein Schwert."

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Kommentare: 4
  • #1

    R.G. (Donnerstag, 05 Dezember 2019 19:59)

    Sieht für mich wie eine Übung aus, durch die erkennbar wird, wie sehr unsere Wahrnehmung getrübt ist durch ihre Abhängigkeit von unseren jeweiligen Gedanken und Emotionen.

  • #2

    R.G. (Donnerstag, 05 Dezember 2019 20:05)

    Und so erschaffen wir uns unsere jeweilige Welt.

  • #3

    Ruth Finder (Freitag, 06 Dezember 2019 04:55)

    Ein anderer (ergänzender) Blickwinkel:

    Wenn man sich auf der AP-Ebene begegnet, dann findet in 95% der Fälle die in der Geschichte beschriebene "Verwandlung" vom "Engel" zum "Teufel" statt. Wir leben nun mal in einer 95%-Welt.

    Wenn man sich aber auf der HS-Ebene annähert, dann bleibt "Engel" ein "Engel", oder sogar der (angebliche) "Teufel" wird zum "Engel". Beides passiert selten - eben nur 5%.
    Hab' aber beides schon erlebt.

  • #4

    Clemens (Freitag, 06 Dezember 2019 17:56)

    Mir lag gleich auf der Zunde: "Nähe kann töten!"

    Und zwar auf zweierlei Weise: a) Der verehrte Meister(?)/Wegbegleiter ist nach einer Weile des Zusammenlebens (scheinbar) nicht mehr zu ertragen, weil er eben nicht nur Engel ist, sondern zum Beispiel auch pupst, wenn er etwas Schweres hochheben will, seltsame Marotten hat und auch sonst nebenher noch Mensch ist. So "wird" er zum Satan, der gar nichts mehr richtig machen kann.

    b) Der verehrte Meister(?)/Wegbegleiter entpuppt sich nach einer Weile des Zusammenlebens als nicht wirklich so toll und engelhaft, wie erwartet. Man ist auf Heldenpropaganda hereingefallen, auf überzogene Werbung, auf eigene überzogene Hoffnungen. Auch hier wird Neigung zur Abneigung.

    a) kann tatsächlich ein Engel sein. b) eher nicht. Eine große Schuld liegt aber in beiden Fällen beim Anderen.