Eine alte indische Geschichte

Im Himmel der Hindus steht ein Baum namens Kalptaru - was „Baum der Wunscherfüllung„ heißt. An dem kam einmal ein Wanderer vorbei, und müde wie er war, setzte er sich unter diesen Baum. Da er Hunger hatte, dachte er: “Wenn nur jemand da wäre, könnte ich ihn um etwas zu essen bitten. Aber ich bin scheinbar allein.“

 

Und kaum hatte er ans Essen gedacht, stand auch schon Speise da! In seinem Heißhunger dachte er nicht erst lange nach, sondern verschlang sie. Danach wurde er müde und dachte: “Wenn ich doch nur ein Bett hätte…“

 

Und sofort tauchte ein Bett auf. Und kaum lag er aber darauf, überlegte er: „Was ist hier eigentlich los? Es ist niemand zu sehen. Erst kommt die Speise, dann das Bett… treiben vielleicht Geister ihren Schabernack mit mir?"

 

Und schon sah er Geister! Erschrocken dachte er: “Jetzt werden sie mich töten!“

 

Und sie töteten ihn…

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Kommentare: 6
  • #1

    Simon (Montag, 25 November 2019 13:42)

    Wie wird es wohl jemanden ergehen, der um die Wahrheit eines solchen Baumes weiß?
    Wahrscheinlich wird er ihn lange meiden, dann doch neugierig und dann...
    Wie würde es uns ergehen?

  • #2

    R.G. (Montag, 25 November 2019 14:32)

    Da ich, wenn auch nur in Ansätzen, weiß, was mir alles so durch den Kopf wabert, würde ich mich eindeutig fern halten. Und zwar inkarnationenlang...

  • #3

    Ruth Finder (Montag, 25 November 2019 17:35)

    Eine hinduistische Geschichte wäre wahrscheinlich keine, wenn sie nicht wie die hinduistischen Lehren (buddhistische Lehren) sehr ins Detail ginge.

    Denn der Arme Wanderer hatte zuerst tatsächlich zwei Wünsche, zwei andere gedankliche Regungen waren aber Erwartungen!

    Erwartung ist auch herbeiWÜNSCHEN. Daraus entstehen oft selbsterfüllende Prophezeihungen - was dem Wanderer zuletzt auch widerfahren.

    Also soll man nicht nur aufpassen, was man (sich) wünscht, sondern sich auch vor Erwartungen hüten.

  • #4

    Jonas (Montag, 25 November 2019 17:44)

    Ja R.G., ganz Deiner Meinung, Gedankenhygiene wäre aus diesem Grund auf einer spirituellen Hochschule sicherlich ein Hauptfach. Vor allem wenn man bedenkt, wie konsequent Elementale danach drängen, sich zu verwirklichen. Dies kann man an den unzähligen Impulsen erkennen, denen wir den ganzen Tag über ausgesetzt sind. Alles Elementale, die sich verstärken/materialisieren möchten.

    Den Baum in dieser Geschichte könnte man in dieser Hinsicht auch als Elementalverstärker verstehen.
    Die Geschichte führt uns auch klar vor Augen, warum wir den schöpferischen Äther noch nicht benutzen dürfen bzw. wir diesbezüglich mit Sicherheitssperren versehen sind. Um die loszuwerden, wartet noch viel Arbeit auf uns...

  • #5

    Clemens (Montag, 25 November 2019 18:20)

    Der Wunschbaum arbeitet aber auch nicht stur mechanisch. Der erste Wunsch wird nicht erfüllt. Der dritte (der nach Ruth Finder eine Erwartung wäre) auch nicht.

    Es läuft NICHt so: “Wenn nur jemand da wäre." - Plopp ist jemand da.

    "Aber ich bin scheinbar allein.“ - Und plopp ist jemand wieder weg.

    Priorität des Wunschbaumes war wahrscheinlich, dass aus dem Ganzen eine ordentliche Geschichte wird. Und plopp ging sein Wunsch in Erfüllung. Das sollte einem Wunschbaum ja auch wirklich freistehen.

  • #6

    Simon (Dienstag, 26 November 2019 00:47)

    Ich denke, wir sitzen die ganze Zeit unter diesem Baum, und nur weil die Wünsche häufig eine unbewusste, manchmal auch spontane oder emotionale Entstehung hinter sich haben und bis zu deren Erfüllung komplexe Umstrukturierungen in Zeit und Form erfordern, merken wir es nicht.