Auftrag

Eine Aussage aus dem Talmud (Baba Kama 38a), über die man nachdenken kann:

 

Höher steht einer, dem befohlen ist und er tut, als einer, dem nicht befohlen ist und er tut.

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Kommentare: 4
  • #1

    R.G. (Mittwoch, 20 November 2019 19:59)

    Ich denke dazu Folgendes:
    Gut ist, Heilsames zu tun und Unheilsames zu lassen.
    Besser ist, aus Liebe heraus Heilsames zu tun und Unheilsames zu lassen.
    Wie bei den beiden Möchen, die die Bambusrollos hochziehen.
    Der eine hat es, der andere nicht.
    Von außen unterscheidet sich das Tun nicht. Doch im Inneren liegen Welten dazwischen.

  • #2

    R.G. (Mittwoch, 20 November 2019 20:21)

    Nicht das Tun heiligt uns, sondern wir müssen das Tun heiligen.

  • #3

    Jonas (Donnerstag, 21 November 2019 07:30)

    Die Aussage könnte man auch in anderen Worten ausgedrückt auf das Erkennen des göttlichen Plans beziehen. Der Eine erkennt bereits (als HS, zumindest ansatzweise), ihm wurde von höherer Stelle "befohlen", der andere entscheidet aus gänzlich eigener Persönlichkeitsstruktur (aus seiner AP) heraus.

  • #4

    Ruth Finder (Donnerstag, 21 November 2019 09:49)

    Ich lege den Spruch so aus:

    Nehmen wir zwei Kinder, die in einem Schwimmbad Wasserspringen üben. Ein Kind ist sportlich, mutig und hat schon Selbstvertrauen in sein Können gewonnen. Das andere ist, sagen wir, noch nicht so weit. Der Trainer muss das stärkere Kind kaum anweisen, vom Sprungturm zu springen - das tut es mit Leichtigkeit auch so. Nicht so das zweite Kind: Es muss wahrscheinlich vom Sportlehrer geschickt aufgefordert werden, sich zu überwinden, um auch zu springen. Dem ersten Kind wird für seine Leistung freundlich zugenickt, aber das zweite Kind - falls es den Auftrag ausführt - wird mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich gelobt und sein Erfolg wird hervorgehoben. In diesem Moment ist dieses Kind der Held.

    So auch im spirituellen Leben: Die Einsichtigen tun einfach unter der freundlichen Zustimmung des Lehrers, die Widerstandsvollen aber müssen manchmal zu ihrem "Glück" "gezwungen" werden. Überwinden sie ihren inneren Widerstand und nehmen die Anweisung an, dann wachsen sie über sich hinaus und der Meister freut sich besonders.