Apophthegmata Patrum 625

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Kommentare: 7
  • #1

    R.G. (Samstag, 05 Oktober 2019 07:36)

    Wenig und Unreines zu säen scheint mir hier eine Beschreibung von Weg-Arbeit zu sein. Spirituelle Entwicklung besteht aus BeWEGung. Wir gehen den Weg mit dem größtmöglichen Bemühen. Doch müssen wir zutiefst anerkennen und lieben lernen, voller Mitgefühl für uns selbst und andere, dass wir eben auf dem Weg stets nur wenig und Unreines säen. Allerdings dient uns dies als Nahrung (im Gegensatz zu Hunger = blockierte Entwicklung) und ist Ausgangspunkt/ Notwendigkeit für (weitere) Entwicklung.

  • #2

    R.G. (Samstag, 05 Oktober 2019 07:57)

    Kommentar 1 könnte man als die goldene Mitte bezeichnen.
    Hüten sollten wir uns vor den beiden Extremen: 1. Vermeidung von eigenem Handeln oder der Verunglimpfung vom Handeln Anderer mit der Rechtfertigung, es geschähe aus unreiner Motivation und 2. Nachgehen und Nachgeben von Begierden mit der Rechtfertigung, all das diene der Entwicklung.
    Wie immer gilt auch hier: ohne Innenschau und Selbstanalyse geht nichts.

  • #3

    Clemens (Samstag, 05 Oktober 2019 12:06)

    Ja, ein wunderbar treffendes Gleichnis der Altväter! Wichtig finde ich bei #2 von R.G. unter Punkt 1 den Hinweis darauf, dass unter den Vermeidern eigenen Handels einmal noch die Unwissenden sind - bei ihnen ist Nichthandeln zumindest der Motivation nach entschuldbar - und dann noch jene, denen die Einsicht in das Graduelle, das Ungenügende dauerhafter Vorwand für Passivität ist. Es ist ja durchaus legitim, darüber nachzudenken, wie man das Saatgut reinigen und vermehren kann, aber den Zeitpunkt zur Aussaat sollte man darüber nicht verpassen.

    Ich würde letztere Verhaltensweise schlicht als Trick der veränderungsscheuenden AP bezeichnen. Beweis: Sie fragt, WANN denn der letztmögliche Zeitpunkt für die Aussaat sei, bis dahin könne man sich ja optimal vorbereiten. Antwort: Jetzt! Verpasst... Jetzt! Verpasst... Jetzt! Verpasst... in potentiell endloser Reihe, denn - DIE Aussaat von der wir hier sprechen kann offensichtlich jederzeit stattfinden.

  • #4

    Simon (Samstag, 05 Oktober 2019 13:04)

    "Wie immer gilt auch hier: ohne Innenschau und Selbstanalyse geht nichts“

    ...zumal, wer oder was sät, denn gesät wird „andauernd“.

  • #5

    Clemens (Samstag, 05 Oktober 2019 15:37)

    Vorschlag... wer oder was säht denn?

  • #6

    Ruth Finder (Samstag, 05 Oktober 2019 20:28)

    Also der Bruder ist ein Stückchen des Weges "weitergefahren" (hat sich gewissermaßen weiterentwickelt) - er hat einem anderen Bruder geholfen. Nun hat er selber(!) - nicht irgendwelche "Dämonen" - gemerkt (siehe unten), dass sein Anliegen nicht so selbstlos war. Das ist doch ein klarer Fall von "zurückkommen müssen, um den stehengebliebenen Koffer abzuholen".

    Rabbi Jaakob Jizchak von Lublin sagte einmal zu einem Chassiden: "Ich weiß nicht, warum du mir in einem fort von fremden Gedanken vorjammerst. Wer heilige Gedanken hat, zu dem kommt zuweilen ein unreiner, und den nennt man dann einen fremden. Aber du - es sind doch deine eigenen gewohnten Gedanken: wem willst du sie zuschreiben?"

  • #7

    Simon (Donnerstag, 10 Oktober 2019 13:04)

    "Vorschlag... wer oder was säht denn?"

    Tatsächlich säht alles und jeder, jedes Ding, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Handlung, ob durch die AP, das HS oder auch das WS (wer es braucht^^), einfach alles, und auch das dazwischen, also Beziehung bzw. Korrelationen.

    Häufig sehen wir erst an der Frucht, was überhaupt gesäht worden ist.

    Was bleibt?:
    "Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen?"
    Wie? Über Ausrichtung durch Wegarbeit, spirituelle Praxis, Innenschau, sich reflektieren auf die drei Säulen bezogen, Resonanz innerhalb einer Gemeinschaft.