Kreuzfahrtkackbratzen

 

Wir hatten ja neulich im Kreis die Frage "Kreuzfahrt gemacht - war ich böse?" ^^ In der Mopo (Hamburger Morgenpost) kam an zwei Tagen erst ein Standpunkt, der weiträumig erklärte, dass nicht die dreihundert Kreuzfahrtschiffe weltweit das Problem seien, sondern die 30000 Containerschiffe, die zudem oft noch unvoll vor allem Ballastwasser transportieren würden, und dann am zweiten Tag ein Standpunkt, der erklärte, warum Kreuzfahrten eben doch nicht okay seien.

 

Am dritten Tag dann Lesermeinungen. Die oben ist meine liebste Blüte aus Absurdistan - denn es wird schön deutlich, wie es läuft. Hat man erst einmal ziemlich über die Stränge geschlagen, dann sind Argumente oft sowieso zwecklos, da nur kindischer Trotz bleibt. Und dann gibt es eben auch noch die Kackbratzen.

 

Wenn die obige Herangehensweise durchgehen dürfte, dann male man sich mal aus, in was für Zusammenhängen sie sonst noch gültig wäre. Mir drängt sich da einiges Gruseliges auf.

 

Wir würden übrigens wahrscheinlich ganz einfach sagen, dass Kreuzfahrt- und Containerschiffe Probleme darstellen, die sich zwar möglicherweise absolut gesehen graduell unterscheiden, aber auf der individuellen Negativliste könnten einige Kreuzfahrten leicht die tiefere Kerbe darstellen, als die konsumistische Partizipation an Containertransporten.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Samstag, 07 September 2019 19:53)

    Wenn man erst einmal für Anregungen offen ist und sich selbst aus dem Spiel nehmen kann, dann ist man für alles offen, das uns unsere negative Verwicklung in die Trennungswelten zunehmend erkennen lässt - auch wenn wir gleichzeitig sehen, dass wir nicht alle Fäden überall kappen können, brauchen wir keine Rechtfertigungen.

    In der Welt wird extrem viel mit Rechtfertigungen gearbeitet. Kreuzfahrten kann ich machen, weil Containerschiffe ja viel schlimmer sind. Oder: Ich mache zwar mal Kreuzfahrten, aber dafür keine Inlandsflüge. Oder: Ich mache zwar Inlandsflüge, aber dafür kompensiere ich die Flüge mit einem bezahlten CO2-Ausgleich (Heuchelsteuer!).

  • #2

    Jonas (Samstag, 07 September 2019 20:07)

    Ja Clemens, bezüglich der von Dir angeführten Kompensationsargumentation drängt sich mir der Vergleich mit dem mittelalterlichen Ablasshandel auf. Das gleiche Prinzip, immer noch aktuell. Und so bequem für die AP^^.