Onkel Cioran

Der Klappentext von Ciorans "Der Absturz in die Zeit" (2. Auflage 1980) liest sich, wie auch viele von Ciorans Texten, leicht mit negativem Beigeschmack. Ich kann mich jedoch besonders seiner Aphorismen immer wieder erfreuen. Seltsam zu sagen, aber er gehört zu den Autoren, von denen ich die meisten Bücher habe.

 

Ich halte C. für einen in vielen Dingen sehr klarsichtigen Menschen, der die Tür zur Spiritualität nicht gefunden hat - oder die zu durchschreiten er sich weigerte. Vielleicht, weil er Spiritualität und Religiosität verwechselte bzw. sie als synonym begriff.

 

Schade eigentlich...

 

Und wie froh dürfen wir sein, dass wir den Unterschied etwas besser verstehen.

 

Ich jedenfalls finde Sätze wie: "Da unsere Fehler nicht oberflächliche Zufälle sind, sondern das Innerste unseres Wesens, können wir sie nicht ablegen, ohne dieses zu entstellen, ohne es noch weiter zu verderben." ziemlich bedenkenswert. Und auch ziemlich erhellend - wenn man ein wenig Helligkeit hineingebracht hat.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ruth Finder (Donnerstag, 05 September 2019 19:07)

    "Da unsere Fehler nicht oberflächliche Zufälle sind, sondern das Innerste unseres Wesens, können wir sie nicht ablegen, ohne dieses zu entstellen, ohne es noch weiter zu verderben." - Es sei denn, man macht das auf die richtige Weise!

    Es gibt sehr viele Bücher, Quellen und Autoren, welche versuchen, die richtige Weise und die Annäherung an sie zu beschreiben und einen dazu zu inspirieren. Aber es gibt weniger davon, welche in so einer schonungslosen, ja drastischen, Weise die Ausgangslage/ den Jetztzustand zeigen. Auf richtige Weise verstanden inspirieren sie auch. Auf falsche Weise führt es in der Tat zur Resignation und zur Tatenlosigkeit.