Der saufende Mönch mit dem Revolver

- Alles beruht tatsächlich auf unserer eigenen Verblendung. Wir könnten die Gesellschaft, die Regierung, die Polizei dafür verantwortlich machen; wir könnten sagen, dass die schlechten Zeiten, die Völlerei, die Autobahnen, unser eigenes Auto, unsere Kleidung daran schuld sind. Wir könnten Versuchen, die Verantwortung auf alles nur Vorstellbare abzuwälzen. Aber es sind wir selbst, die wir nicht fähig sind, die Zügel aus der Hand zu geben und uns als ausreichend warmherzig und mitfühlend zu erweisen.

- Ein Künstler, der wirklich etwas kann, fragt nicht danach, wie beeindruckt sein Publikum sein wird, er macht einfach seine Sache. Das ist beim wissenschaftlichen Experimentieren ebenso: Ein Wissenschaftler, der Meister seines Fachs ist, zögert nicht; er dringt immer weiter in die Tiefe der Wirklichkeit vor, der Dinge, wie sie sind.

- Glück ist nichts, was man herstellen oder wiederherstellen könnte. Glück passiert, aber wenn man es halten oder zurückgewinnen möchte, ist es weg.

- Das "Klare Licht" ist Reibungsfreiheit oder Gleitmittel - uneingeschränkte Bereitwilligkeit, alle Dinge ihren eigenen Lauf nehmen zu lassen.

- Jedes Anlehnen, an wen oder was auch immer, führt zu nichts. Wichtig ist die eigene, persönliche Intuition, die Arbeit an sich selbst.

- Meditationspraxis muss immer ein Akt der Freiheit sein - ohne Erwartung, ohne ein bestimmtes Vorhaben oder Ziel.

- Wenn Sie sich schon in alle Richtungen gewendet haben, dann ist immer noch dieses eine Letzte übrig, wovon Sie einfach nicht loskommen: auf etwas aus zu sein. Das ist das eine echte Hindernis auf dem Pfad, an dem man wirklich verzweifeln kann. Auf etwas aus zu sein, das ist das Hindernis auf dem Pfad, das einzige.

- Wir müssen lernen, uns mehr zu freuen. Dieser Reichtum ist die Essenz der Großzügigkeit und des Gefühls der Fähigkeit; mit der Welt zurechtzukommen, ohne ins Elend zu versinken.

- Wir sollten uns das Geben und das Empfangen, als einen natürlichen Austausch vorstellen, etwas, das ganz einfach geschieht.

(Chögyam Trungpa)

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Samstag, 03 August 2019 16:45)

    Neu! Greifen sie zu! Jetzt auch mit Kommentarfunktion! ^^

  • #2

    R.G. (Sonntag, 04 August 2019 10:43)

    "- Meditationspraxis muss immer ein Akt der Freiheit sein - ohne Erwartung, ohne ein bestimmtes Vorhaben oder Ziel."
    Dazu seine Schülerin Pema Chödrön in "Den Sprung wagen":
    "Die hier dargelegte Einstellung gegenüber der Meditation ist eine des Sichentspannens. Ohne das Gefühl, einen höheren Zustand anzustreben, setzen wir uns einfach hin; und ohne Ziel - ohne friedlich werden oder alle Gedanken loslassen zu wollen - bleiben wir den Anweisungen treu: Wir nehmen eine angenehme Sitzposition ein, halten die Augen geöffnet, sind uns des Gegenstands unserer Meditation achtsam, aber dennoch entspannt bewusst (es ist keine verbissene Konzentration), und sobald wir abschweifen, kehren wir sanft zurück. Was auch geschieht, wir gratulieren uns weder noch verurteilen wir uns. Das oft dafür verwendete Bild ist das eines alten Menschen, der in der Sonne sitzt und Kindern beim Spielen zuschaut mit dem Gefühl, dass es für ihn nichts zu tun gibt."