84000

84000 Gedanken entstehen und vergehen: Das bedeutet, dass dein Körper - ganz ohne dein Zutun! - seinem Geschäft nachgeht, ohne seine Tätigkeit auch nur für einen einzigen Augenblick zu unterbrechen. Deshalb bist es nicht wirklich "du", der diese Gedanken "hat", und es ist dein Irrtum, wenn du glaubst, dass das "deine Gedanken" sind, mit denen du nun irgendetwas anstellen musst. Um diesem Irrtum zu entgehen, befasse dich einfach nicht mit den Gedanken - die Haltung deiner Praxis ist richtig, wenn du die Gedanken einfach sein lässt. Dann wirst du verstehen, dass das Entstehen und Vergehen der 84000 Gedanken nichts weiter als die natürliche Funktion deines Körpers in jedem Augenblick ist. Du verdankst es diesem Funktionieren, dass du in diesem Augenblick am Leben bist, und deshalb ist jeder einzelne Gedanke nichts anderes als das Licht der Wahrheit.

(Kodo Sawaki)

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Kommentare: 4
  • #1

    Clemens (Donnerstag, 01 August 2019 19:29)

    Eine weitere Möglichkeit, der Gedankendominanz das Wasser abzugraben. Erstmal feststellen, dass Gedanken in unendlicher Folge letztlich nichts anderes sind als eine Drüsenfunktion, nichts, wovon wir uns aus der Ruhe bringen lassen sollen, nichts, wovon wir uns aus unserem ruhigen, offenen Schauen, unserem klaren Bewusstsein herausbringen lassen müssen. Sie laufen im Hintergrund, nicht nötig, ihnen nachzuhängen/nachzugehen. Auch den Sekreten unserer Drüsen gehen wir ja nicht nach - gleichwohl sind sie Ausdruck des Höchsten in den Trennungswelten.

    Auch ein - wie ich finde - nützlicher Blickwinkel.

  • #2

    Simon (Freitag, 02 August 2019 10:35)

    Ja, ziemlich einleuchtend!
    Selbst wenn die Gedankendominanz aus emotionalen oder körperlichen Bereichen aufkeimt. Irgendwo muss man ja wohl auch anfangen (immer wieder).

    So manchen (dominanten) Gedanken bemerkt man erst über die Tat. Unserer Aufmerksamkeit entzogen, manifestieren sie sich direkt als Handlung.

    Ein schmaler Grad, Aufmerksamkeit, Wachheit, Introspektion werden von der AP gerne korrumpiert, Dominanz und Egozentrik treten dann an ihre Stelle. Einigen Dingen kommen wir nur auf die Spur, indem wir unser Tun unter die Lupe nehmen und auch da bleiben uns viele Dinge verborgen.

    Was ich schwierig finde, ist eine ausgerichtete Entscheidungsfindung ohne Gedankendominanz zu realisieren.

    Risikovermeidung und Kontrollbedürfnis waren für mich zwar naheliegende Überlegungen, haben mich hier aber nicht weitergebracht.

    Hat jemand von Euch eine Idee?

  • #3

    Clemens (Freitag, 02 August 2019 10:44)

    Ein Punkt fällt mir direkt auf: Überwindung von Gedankendominanz bedeuten nicht KEINE Gedankendominanz. Sie bedeutet Gedankendominanz nur dort, wo ich sie will, besser, nur dort, wo sie richtig ist. Wo ich mich gedanklich mit einer Sache auseinandersetzen will/muss, da ist Gedankendominanz selbstverständlich. Meinen Gedanken rund um die Uhr hilflos ausgeliefert sein - das ist Gedankendominanz, wie sich NICHT sein soll.

  • #4

    Simon (Freitag, 02 August 2019 10:57)

    Jupp, danke für die Erklärung.
    Ich habe das Wort "Dominanz" überinterpretiert.