Jesus-Agraphon 129

Ich stand auf einem großen Berg und sah einen großen und einen kleinen Menschen. Da hörte ich eine Donnerstimme. Ich ging nahe heran, um sie zu verstehen. Sie sagte zu mir: "Ich bin du und du bist ich. Und wo du bist, da bin ich. Ich bin über alle ausgesäht. Und überall, wo immer du willst, kannst du mich einsammeln. Wenn du mich sammelst, sammelst du dich.

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Kommentare: 4
  • #1

    Simon (Freitag, 26 Juli 2019 20:47)

    "Ich stand auf einem großen Berg und sah einen großen und einen kleinen Menschen."

    Mit dem nötigen Abstand ist es uns möglich, HS und AP auseinanderzuhalten. Interessant finde ich den Aspekt, dass wir trotz Donnerstimme nahe heran gehen müssen um zu verstehen. Eine Donnerstimme, sollte für die Ohren (Verstand) mehr als ausreichend sein, wir müssen aber nahe ran, um wirklich zu verstehen.

    Wer oder was muss nahe ran? Das Herz! Dem HS ist das Herz ein lebendiger Wohnort, der Verstand ein Instrument. Die AP verwechselt die beiden ständig.

    HS:
    Im Herzen eines Menschen ruht der Anfang und das Ende aller Dinge.
    (Leo Tolstoi)

    AP:
    „Schon sehe ich die Kettenreaktion. Die chemischen Vorboten, die das Einsetzen einer Emotion signalisieren, die speziell dazu geschaffen wurde, Logik und Vernunft zu besiegen.“
    (Matrix: Architekt der Matrix)

  • #2

    Simon (Freitag, 26 Juli 2019 22:54)

    Aus einem anderen Blickwinkel verstanden, könnte das Zitat vom Architekten aber auch einen wichtigen Aspekt der Ausrichtung beinhalten.

  • #3

    R.G. (Samstag, 27 Juli 2019 09:57)

    Vielleicht beschreibt Jesus seine eigene Erfahrung beim Eintritt in die Trennungswelten und seinen "Auftrag".

  • #4

    Clemens (Samstag, 27 Juli 2019 19:59)

    Den ersten Teil sah ich ganz so wie Simon. Nur hatte ich beim Berg nicht an Ferne, sondern an Höhe gedacht. Letztlich ziemlich eins. Und das mit der Donnerstimme, an die man nah heran muss, ist schon/schön schräg. Irgendwie denke ich da an das Ding mit dem, "der Ohren hat zu hören". Viele Dinge sind ja dem Verständigen offensichtlich, ja geradezu lauthals herausgeschrien. Der Unverständige vermag es zu ignorieren - hat gar keine Ohren zu hören. Und im Übergang vom Unverständigen zum Verständigen muss man anfangs wohl sehr nah an den Donner heranrücken, oder?

    Und das, was die Stimme sagt, ist doch einfach nur herrlich, wunderschön - und für den Verständigen offensichtlich! Und die Stimme ist auch keine Donnerstimme: "Zu mir ist heimlich ein Wort gekommen, und von ihm hat mein Ohr ein Flüstern empfangen." (Hi 4,12)