Jesus-Agraphon 123

Salome fragte: "Bis wann herrscht der Tod?"

 

Der Herr antwortete: "Solange ihr Frauen Kinder bekommt. Denn ich bin gekommen, die Frauendinge abzuschaffen."

 

Salome erwiderte: "Dann habe ich doch gut daran getan, keine Kinder zu bekommen."

 

Der Herr ermahnte sie: "Jede Pflanze darfst du essen, nur die Pflanze mit der Bitterkeit des Todes nicht."

 

Salome wollte wissen: "Wann wird man erkennen, was du vorhin gesagt hast?"

 

Der Herr antwortete: "Wenn ihr euren Leib so mit Füßen tretet wie kleine Kinder, die ihre Kleider auf dem Boden ausbreiten und darauf spielen. Zieht den Leib aus, dessen wir uns oft schämen müssen. Dann werden die zwei zu einem, Männliches und Weibliches, und dann gibt es weder Mann noch Frau."

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Kommentare: 2
  • #1

    R.G. (Freitag, 26 Juli 2019 20:31)

    Daran habe ich lange geknabbert. Hier mein Deutungsversuch:
    Ich meine irgendwo gehört zu haben, dass der Tod ein notwendiger Gnadenakt ist, um zu verhindern, dass wir in unserer Entwicklung stagnieren, so lange wir noch nicht Herrscher über unsere drei Körper sind. Bis dahin werden für uns durch die Geburt in einen bestimmten Körper und eine bestimmte Familie Rahmenbedingungen geschaffen, die gewisse Lernaufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten beinhalten. Je mehr wir durch Weg-Arbeit selbst aktiv diese Entwicklung anstreben, desto mehr Einfluss nehmen wir auf unsere jeweils nächste Inkarnation. Wenn wir den Weg des Menschen erkennen, fallen die Schleier des Todes.
    Wir erschaffen dann sozusagen adäquate aber notwendige Körper als Grundlage für den bewussten Ausdruck Gottes in den Trennungswelten (die Kleider auf dem Boden ausbreiten um zu spielen)/ den Leib ausziehen, für den wir uns oft schämen müssen. Dann sind Männliches und Weibliches sowohl auf der körperlichen Ebene als auch auf der Ebene der Perspektive als Erfahrung nicht mehr notwendig.

  • #2

    Clemens (Samstag, 27 Juli 2019 19:20)

    Sehr gelungener Ansatz! Und das bei diesem wirklich kniffeligen Agraphon, bei dem man sofort aufs radikaldualistische Glatteis geraten kann.