Meditation - Mittel zur geistigen Befreiung X

4. Wichtige Hinweise zur Meditation

1. Die wörtliche Bedeutung von ‘bhavana’ (Meditation) ist ‘entwickeln’ oder ‘kultivieren’, wobei es um die Entwicklung von Achtsamkeit und Bewusstseinsklarheit in Bezug auf die eigenen Aktivitäten geht. ‘Meditation darf dabei nicht dahingehend missverstanden werden, dass man sich abseits haltend in zielloser Betrachtung verharrt.

2. Achtsamkeit und Bewusstseinsklarheit sollen sich nicht auf eine bestimmte Körperhaltung beschränken. Ob man nun geht, steht, sitzt, liegt oder irgendetwas anderes tut, man sollte dabei immer achtsam und bewusst das beobachten, beziehungsweise sich in das einspüren, was man gerade tut.

3. Wenn Sie vorhaben, an einer intensiven und zeitlich begrenzten Meditation teilzunehmen oder alleine zu meditieren, sollten Sie in einer die Meditation fördernden Haltung (z.B. mit gekreuzten Beinen und aufrechtem Rücken) an einem abgeschiedenen Ort sitzen, und zwar ganz locker und ohne Unbehagen.

4. Wenn Sie Ihre Meditationshaltung eingenommen haben, lenken Sie bei geschlossenen Augen Ihre Achtsamkeit auf Ihre Nasenspitze oder Bauchdecke, also dorthin, wo durch den ein- und ausströmenden Atem eine Empfindung wahrnehmbar ist. Es ist natürlich keine unumstößliche Regel, die vorgenannten Objekte zu betrachten; es können auch andere geistige oder körperliche Objekte beobachtet werden. In jedem Falle ist aber eine lockere Hinwendung auf das gewählte Objekt notwendig.

5. Es ist sehr förderlich, wenn Sie als Vorbereitung für die oben genannte Meditation (Atembetrachtung) für ungefähr 15 Minuten allumfassende Liebe-Güte entwickeln und üben. Der nächste bedeutende Schritt im meditativen Bereich besteht darin, den eigenen Geist auf Gedankentätigkeit hin zu prüfen, beziehungsweise das Hin- und Herschweifen des Geistes zu überwachen. Letzteres können Sie leicht durch die fortgesetzte Hinwendung der Achtsamkeit auf das Ein- und Ausatmen erreichen, wobei die Nasenspitze als Atemtor betrachtet werden kann.

6. Wann immer Ihre Aufmerksamkeit vom Hauptobjekt (z.B. Nasenspitze) wegwandert, mögen verschiedenartige und fremdartige Gedanken auftauchen, welchen Sie nur so weit nachgehen sollten, als dass Sie sie kurz registrieren, um sich danach wieder dem Ein- und Ausatmen zuzuwenden.

7. Die vorgenannten Gedanken mögen mit Ihrer Vergangenheit oder mit Ihrer Zukunft zusammenhängen. Was immer sie jedoch beinhalten mögen, Sie dürfen ihnen auf keinen Fall erlauben, Ihren Geist zu beherrschen. Versuchen Sie deshalb weiterhin, Ihre Aufmerksamkeit auf den Atemvorgang gerichtet zu halten Sie können dabei alles andere vergessen.

8. Achten Sie bitte nur auf Ihre gegenwärtigen Aktivitäten und geben Sie Ihren Gedanken keinen Spielraum, in die Vergangenheit oder Zukunft zuwandern. Achtsamkeit, Erkenntnisfähigkeit, Fleiß und Ernsthaftigkeit sind die wichtigsten Eigenschaften des zu wirklicher Sammlung geneigten Geistes.

9. Selbst für einen kurzen Moment lassen Sie sich bitte nicht von Ihrer Aufmerksamkeit trennen, für die Sie nicht viel Energie benötigen, wenn Sie achtsam und bewusst handeln.

10. Folgen Sie bitte den detaillierten Anweisungen in meinem Vortrag, wann immer Sie Ihre Körperhaltung ändern, wenn Sie z.B. der Sitzübung eine Gehübung folgen lassen. Erinnern Sie sich daran, dass Sie achtsam und wach Ihre geistigen und körperlichen Aktionen und Reaktionen beobachten wollen.

11. Während des Tagesgeschehens sind Sie immer dann meditativ, wenn Sie Ihre jeweiligen Aktivitäten zur rechten Zeit zum Objekt Ihrer Meditation machen.

12. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und verhelfen Sie sich dadurch - mehr noch, als Sie andere Menschen damit erfreuen zu dauerhaftem Glück.

13. Beziehen Sie alle Aktivitäten während der Tagesroutine so gut es eben geht in Ihre meditative Betrachtung ein und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit während der Intensivübung hauptsächlich auf einen Gegenstand, wie das Ein- und Ausatmen, und versuchen Sie sich dabei von allen anderen Vorgängen zu lösen.

14. Zusammenfassend sei gesagt, dass, wenn Sie einen Tag in ernster Meditation verbringen wollen, Sie Ihre gefühlsmäßige Beziehung zur Außenwelt aufgeben müssen, da diese ein Hindernis für jeden echten Erfolg darstellt.

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