Das Evangelium der Wahrheit (NHC I,3) XIII

Die Rückkehr führt zur Ruhe im Vater

Als es ihm nun gefiel, dass sein Name, der geliebt ist, sein Sohn sei, und er ihm den Namen gab, ihm, der aus der Tiefe gekommen war, da sprach er über seine Geheimnisse, da er wusste, dass der Vater ohne Bosheit ist. Deswegen brachte er ihn hervor, damit er spreche über den Ort und seinen Ruheplatz, aus dem er hervorgekommen war, und damit das Pleroma preise die Größe seines Namens und die Süße des Vaters. Über den Ort, aus dem jeder einzelne hervorgekommen ist, wird er sprechen und zu jenem Ort, wo er seine Aufstellung empfangen hat, eilen, um wieder zurückzukehren und hinweggenommen zu werden von dem Ort - dem Ort, wo er sich befand -, weil er geschmeckt hat den Ort und Nahrung erhalten hat und Wachstum erhalten hat. Und sein eigener Ruheplatz ist das Pleroma.

Deswegen sind alle Emanationen des Vaters Pleromata, und die Wurzel aller seiner Emanationen ist in dem einen, der sie alle aus sich heraus wachsen ließ. Er gab ihnen ihre Bestimmungen. Jeder von ihnen ist offenbar, damit durch ihren eigenen Gedanken *...*. Denn der Ort, zu dem sie ihre Gedanken senden, jener Ort, ihre Wurzel, ist das, was sie hinaufträgt in alle Höhen zu dem Vater. Sie besitzen sein Haupt, welches Ruhe für sie ist, und man steht ihnen bei, indem sie ihm nahe sind, so dass sie sagen, dass sie Anteil an seinem Gesicht genommen hätten durch die Umarmungen. Aber sie werden nicht offenbar in dieser Weise, denn sie haben sich nicht über sich selbst erhoben. Weder haben sie den Ruhm des Vaters herabgesetzt, noch dachten sie über ihn gering, noch dachten sie, dass er bitter sei, noch dachten sie, dass er zornmütig sei, sondern sie dachten über ihn, dass er ein Wesen ohne Bosheit sei, unerschütterlich, süß, wobei er alle Wege kennt, bevor sie entstanden sind, und er hat keinen Bedarf an Belehrung.

Das ist die Weise derer, die etwas von oben aus der unermesslichen Größe besitzen, wie sie warten auf den einen allein und den Vollkommenen, der für sie da ist. Und weder steigen sie hinab in die Unterwelt, noch haben sie Neid noch Murren noch Tod in sich, sondern sie ruhen in dem, der in ihnen ruht, indem sie keine Mühe haben oder verdreht sind um die Wahrheit herum. Vielmehr sind sie selbst die Wahrheit; und der Vater ist in ihnen, und sie sind im Vater, wobei sie vollkommen sind, wobei sie ungeteilt sind in dem wahrhaft Guten, wobei sie in nichts irgendeinen Mangel haben, sondern sie haben Ruhe, indem sie durch den Geist erfrischt werden. Und sie werden auf ihre Wurzel hören. Und sie werden beschäftigt sein mit den Dingen, in denen er seine Wurzel finden wird, und er wird keinen Schaden an seiner Seele leiden. Das ist der Ort der Seligen, das ist ihr Ort.

Die Übrigen aber mögen wissen, wo immer sie sind, dass es für mich nicht angemessen ist, nachdem ich am Ort der Ruhe war, über etwas anderes zu reden. Vielmehr ist der er, in dem ich sein werde, und es ist angemessen, allezeit mit dem Vater des Alls beschäftigt zu sein und den wahrhaften Brüdern, über die sich ergießt die Liebe des Vaters und in deren Mitte kein Mangel an ihm ist. Sie sind diejenigen, die in Erscheinung treten in Wahrheit, da sie im wahren und ewigen Leben sind und von dem Licht sprechen, das vollkommen ist und voll ist mit dem Samen des Vaters und welches in seinem Herzen und im Pleroma ist, wobei sein Geist in ihm jubelt und den einen ehrt, in dem er existierte, denn er ist gut. Und seine Kinder sind vollkommen und seines Namens würdig, denn er ist der Vater. Es sind die Kinder dieser Art, die er liebt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Clemens (Donnerstag, 27 Juni 2019 11:36)

    Wie Ruth Finder ganz richtig bemerkte: Die letzten beiden Absätze lassen sich recht gut auf die ESG bezogen lesen. Teils etwas zu superlativistisch vielleicht zum Ende hin, aber aus der Begeisterung heraus verständliche starke Worte, die man mal durchgehen lassen kann. ^^