Das Evangelium der Wahrheit (NHC I,3) XII

Rückkehr ereignet sich durch den Willen und den Namen des Vaters

Dies ist die Vollkommenheit in dem Denken des Vaters, und dies sind die Worte seiner Überlegung. Jedes von seinen Worten ist das Werk seines einzigen Willens in der Offenbarung seines Wortes. Seit sie Tiefen in seinem Denken sind, hat das Wort, welches zuerst hervorgekommen ist, sie geoffenbart zusammen mit einem Verstand, der spricht, das eine Wort in schweigender Gnade. Er wurde 'das Denken' genannt, da sie in der Gnade waren, bevor sie offenbart wurden. Es geschah aber, dass er zuerst hervorging zu der Zeit, als es dem Willen dessen, der wollte, gefiel. Und der Wille ist es, in dem der Vater ruht und an dem er Gefallen hat. Weder geschieht etwas ohne ihn, noch geschieht etwas ohne den Willen des Vaters, sondern sein Wille ist unerforschbar. Seine Spur ist der Wille; und niemand wird ihn kennen, und es ist für niemanden möglich, ihn zu prüfen, um ihn zu erfassen. Sondern wenn er will, was er will, ist dies - auch wenn das Sehen ihnen in keiner Weise gefällt vor Gott - der Wunsch des Vaters. Denn er kennt den Anfang von ihnen allen und ihr Ende. Denn an ihrem Ende wird er sie ins Angesicht fragen. Das Ende aber ist das Empfangen des Wissens über den, der verborgen ist: Dieser aber ist der Vater, der, aus dem der Anfang gekommen ist, zu dem alles zurückkehren wird, was aus ihm entstanden ist. Und sie sind in Erscheinung getreten zur Ehre und zur Frohlockung seines Namens.

Der Name des Vaters aber ist der Sohn. Er ist es, der dem zuerst einen Namen gab, der aus ihm hervorgegangen ist, wobei er er selbst ist, und er gebar ihn als Sohn. Er gab ihm seinen Namen, der zu ihm gehörte; er ist derjenige, zu dem alles gehört, was bei ihm ist, der Vater. Sein ist der Name; sein ist der Sohn. Es ist möglich für ihn, gesehen zu werden. Der Name jedoch ist unsichtbar, denn er allein ist das Geheimnis des Unsichtbaren, das zu den Ohren kommt, die vollständig gefüllt sind mit ihm durch ihn. Denn der Name des Vaters wird nicht genannt, sondern er ist offenbar durch den Sohn. In dieser Weise nun ist der Name etwas Großes.

Wer nun ist es, der in der Lage ist, für ihn einen Namen auszusprechen, den großen Namen, wenn nicht der allein, zu dem der Name gehört, und die Söhne des Namens, in denen der Name des Vaters ruhte, die andererseits selbst in seinem Namen ruhten? Da der Vater ungeworden ist, ist er allein derjenige, der ihn sich als Namen geboren hat, bevor er die Äonen erschaffen hatte, damit der Name des Vaters sei über ihren Häuptern als Herr, das ist der Name in Wahrheit, welcher feststeht in seinem Befehl durch die vollkommene Kraft. Denn der Name gehört weder zu den Worten, noch gehört sein Name zu den Benennungen, sondern er ist unsichtbar. Er gab ihm allein einen Namen, weil nur er allein ihn sieht und weil er allein die Kraft hat, ihm einen Namen zu geben. Denn der, der nicht existiert, hat keinen Namen. Denn was für einen Namen soll man dem geben, was nicht existiert? Aber der, der existiert, existiert auch zusammen mit seinem Namen, und er allein kennt ihn, und er allein weiß ihm einen Namen zu geben. Es ist der Vater.

Der Sohn ist sein Name. Er hat ihn also nicht in einem Gegenstand verborgen, sondern er existierte. Dem Sohn allein hat er einen Namen gegeben. Der Name nun ist der des Vaters, wie der Name des Vaters der Sohn ist. Wo nun wird die Barmherzigkeit einen Namen finden, wenn nicht beim Vater?

Ganz sicher wird jemand sagen zu seinem Gefährten: "Wer ist es, der dem, der vor ihm existierte, einen Namen geben wird, als ob nun die Gezeugten nicht empfangen einen Namen von denen, die sie gezeugt haben?"

Zunächst nun ist es angebracht für uns, die Sache zu bedenken: Was ist der Name? Es ist der Name in Wahrheit. Es ist ja nicht der Name des Vaters, denn er ist der, welcher der Name im eigentlichen Sinn ist. Er empfing nun den Namen nicht als Darlehen wie andere, in der Weise, wie jeder mit ihm versehen wird, sondern dies ist der Name im eigentlichen Sinn.

Es gibt niemand andern, der ihn ihm gab. Sondern er ist unbenennbar, unbeschreibbar bis zu der Zeit, als der Vollkommene ihn selbst aussprach. Und er ist der, der die Kraft hat, seinen Namen zu sagen und ihn zu sehen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0