Das Evangelium der Wahrheit (NHC I,3) XI

Offenbarung ist Anziehung

Denn der Vater ist süß, und in seinem Willen ist das, was gut ist. Er hat Kenntnis genommen von den Dingen, die eure sind, damit ihr euch in ihnen ausruht. Denn durch die Früchte erkennt man die Dinge, die euer sind, denn die Kinder des Vaters sind sein Duft, denn sie stammen aus der Gnade seines Antlitzes. Deswegen liebt der Vater seinen Duft und offenbart ihn an jedem Ort; und wenn er vermischt ist mit der Materie, gibt er seinen Duft zu dem Licht, und in seiner Ruhe bewirkt er, dass er jede Gestalt und jedes Geräusch übertrifft. Denn es sind nicht die Ohren, die den Duft riechen, sondern es ist der Geist, der die Wahrnehmungseigenschaft des Riechens hat und den Duft zu sich zieht und eintaucht in den Duft des Vaters, so dass er ihn behütet und ihn zu dem Ort nimmt, wo er herabgekommen ist, von dem ursprünglichen Duft, welcher kalt geworden ist. Es ist etwas in einem seelischen Gebilde, wobei er wie kaltes Wasser ist, das gefroren ist und welches sich auf lockerer Erde befindet, von der die, die sie sehen, meinen, dass es Erde ist.

Nachher löst es sich wieder auf. Wenn ein Lufthauch es zieht, wird es heiß. Die kalten Düfte nun stammen aus der Trennung. Deswegen kam der Glaube; er löste die Trennung auf, und er brachte das warme Pleroma der Liebe, damit das Kalte nicht wiederkomme, sondern damit die Einheit des vollkommenen Gedankens entstehe.

Dies ist das Wort des Evangeliums des Findens der Vollendung für die, welche auf die Rettung, die von oben kommt, warten. Während ihre Hoffnung, in der sie warten, wartet - deren Ebenbild das schattenlose Licht ist -, dann ist zu dieser Zeit das Pleroma im Begriff zu kommen. Der Mangel der Materie ist nicht entstanden durch die Grenzenlosigkeit des Vaters, der kommt, um dem Mangel Zeit zu geben, wenngleich niemand sagen könnte, dass der Unvergängliche in dieser Weise kommen werde. Aber die Tiefe des Vaters wurde viel, und der Gedanke des Irrtums existierte nicht in ihm. Es ist eine Sache, die vergeht, es ist eine Sache, die ruht und sich wieder aufrichtet, wenn sie den findet, der zu ihm gekommen ist, den er zurückbringen will. Diese Rückkehr nennt man nun Bekehrung.

Deswegen hauchte die Unvergänglichkeit aus; sie verfolgte den, der gesündigt hatte, damit er Ruhe finde. Denn die Vergebung ist das, was übrigbleibt für das Licht in dem Mangel, das Wort des Pleroma. Denn der Arzt eilt zu dem Ort, wo Krankheit ist, weil das der Wille ist, der in ihm ist. Der, der einen Mangel hat, verbirgt ihn also nicht, denn der eine hat das, was dem anderen fehlt. So ist das Pleroma, das keinen Mangel hat, aber den Mangel auffüllt, das, was er gegeben hat von sich, um das aufzufüllen, was ihm ermangelt, damit er nun die Gnade empfange. Denn als er mangelhaft war, hatte er keine Gnade. Deshalb war Minderes an dem Ort, wo keine Gnade ist. Als das Mindere nun ergriffen wurde, offenbarte er das, was Mangel hatte, indem es nun ein Pleroma war. Dies ist das Finden des Lichtes der Wahrheit, die ihm aufleuchtet, denn es ist unveränderlich.

Deswegen sprach Christus in ihrer Mitte, damit die, die in Verwirrung geraten waren, eine Rückkehr erlangten und er sie salbe mit der Salbung. Die Salbung ist das Erbarmen des Vaters, der Erbarmen mit ihnen haben wird. Diejenigen jedoch, die er gesalbt hat, sind die, die vollkommen geworden sind. Denn die vollen Gefäße sind die, die man zu salben pflegt.

Aber wenn die Salbung sich bei einem auflösen wird, ist sie leer. Und die Ursache dafür, dass es mangelhaft wird, ist die Sache, von dem seine Salbung weggeht. Denn zu dieser Zeit zieht ein Hauch es, etwas durch die Kraft dessen, das in ihm ist. Denn von dem, der keinen Mangel hat, wird kein Siegel abgelöst noch etwas ausgegossen, sondern das, woran er Mangel hat, füllt der vollkommene Vater wieder auf. Er ist gut. Er kennt seine Pflanzungen, denn er ist derjenige, der sie in seinem Paradies gepflanzt hat. Sein Paradies nun ist sein Ort der Ruhe.

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