Das Evangelium der Wahrheit (NHC I,3) VII

Die Offenbarung bringt wirkliches Sein

Er offenbarte, was verborgen war an ihm; er erklärte es. Denn wer umfasst, wenn nicht der Vater allein? Alle Wege sind seine Emanationen. Sie erkannten, dass sie aus ihm hervorgekommen sind wie Kinder aus einem vollkommenen (=erwachsenen) Menschen. Sie erkannten, dass sie weder eine Form noch einen Namen empfangen hatten, von denen der Vater jeden einzelnen gebiert. Indem sie den Antrieb durch sein Wissen empfangen - obwohl sie wahrhaft in ihm sind -, erkennen sie ihn doch nicht. Aber der Vater ist vollkommen, wobei er alle Wege kennt, die in ihm sind.

Wenn er will, offenbart er das, was immer er will, indem er ihm eine Form gibt und ihm einen Namen gibt; und er gibt ihm einen Namen, und er veranlasst, dass sie entstehen; bevor sie entstehen, sind sie unwissend in Bezug auf den, der sie hervorgebracht hat.

Ich sage nicht, dass die, die noch nicht entstanden sind, nichts sind, sondern sie existieren in dem, der wünschen wird, dass sie entstehen, wenn er es will, wie der Zeitpunkt, der im Begriff ist zu kommen. Bevor alle diese Dinge erscheinen, weiß er, was er hervorbringen wird. Aber die Frucht, die noch nicht offenbar ist, weiß nichts, noch tut sie irgendetwas. So nun, jeder Weg, der im Vater ist, stammt von dem ab, der ist, der ihn festgesetzt hat aus dem, was nicht ist. Denn der, der weder eine Wurzel hat noch eine Frucht, obwohl er bei sich selbst denkt: 'Ich bin entstanden', wird vielmehr zerstört werden durch sich selbst. Deswegen wird der, der überhaupt nicht existiert, auch nicht entstehen. Was nun will er, dass er denke? Etwa dies: 'Ich bin entstanden wie die Schatten und Phantome der Nacht.'? Wenn das Licht auf die Furcht leuchtet, die jener erfahren hat, erkennt jener, dass sie nichts ist.

So waren sie unwissend in Bezug auf den Vater, da er der war, den sie nicht sahen. Da es Furcht und Verwirrung und Haltlosigkeit und Zweifel und Trennung gab, waren viele Phantasiegebilde am Werk durch diese, und es gab leere Unsinnigkeiten, als ob sie im Schlaf versenkt wären und sich in verwirrenden Träumen befänden. Entweder ist da ein Ort, zu dem sie fliehen, oder sie kommen ohne Kraft, nachdem sie andere verfolgt haben, oder sie sind verwickelt in Handgemenge, oder sie empfangen selber Hiebe, oder sie sind von hohen Orten hinabgefallen, oder sie heben ab in die Luft, obwohl sie keine Flügel haben. Wiederum, manchmal ist es, als wenn Menschen sie schlachten, obwohl niemand sie verfolgt, oder sie selbst ihre Nächsten umbringen, denn sie haben sich befleckt mit deren Blut. Wenn diejenigen, die durch alle diese Dinge gegangen sind, aufwachen, sehen sie nichts, das sind diejenigen, die mitten in all diesen Verwirrungen waren, denn sie (sc.\ die Verwirrungen) sind nichts. Dies ist die Art derer, welche die Unwissenheit von sich geworfen haben wie Schlaf, indem sie sie nicht für irgendetwas erachteten. Auch erachteten sie seine anderen Werke nicht für beständige Dinge, sondern sie ließen sie hinter sich wie einen Traum in der Nacht.

Das Wissen des Vaters ermessen sie als Licht. In dieser Art und Weise hat jeder gehandelt, als er schlief zu der Zeit, da er unwissend war. Und dies ist die Art, wie er gekommen ist zur Erkenntnis, als ob er aufgewacht wäre. Gut für den Menschen, der zu sich zurückkehren wird und aufwachen wird! Und gesegnet ist der, der die Augen eines Blinden geöffnet hat.

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