Das Evangelium der Wahrheit (NHC I,3) IV

über die Offenbarung als Buch und den Tod Jesu und seine Folgen

Nach allen diesen Dingen kamen auch die kleinen Kinder, die, zu denen das Wissen um den Vater gehört. Nachdem sie gefestigt worden waren, lernten sie die Erscheinungweisen des Vaters kennen. Sie kannten, sie wurden erkannt; sie wurden geehrt, sie ehrten. Es wurde offenbart in ihrem Herzen das lebendige Buch der Lebenden, das geschrieben steht in dem Denken und dem Verstand des Vaters, welches vor der Grundlegung des Alls in seiner Unbegreifbarkeit gewesen ist - das, das niemand wegnehmen kann, da es für den niedergelegt ist, der es wegnehmen und der geschlachtet werden wird. Niemand hätte offenbar werden können von denen, die an die Rettung glaubten, wenn nicht dieses Buch erschienen wäre. Deswegen war der erbarmungsvolle, treue Jesus geduldig, indem er die Leiden ertrug, bis er das Buch genommen hatte, weil er wusste, dass sein Tod Leben für viele ist.

Wie das Vermögen des verstorbenen Hausherrn verborgen ist in einem Testament, bevor es geöffnet ist, so verhält es sich mit dem All, welches verborgen blieb, wobei der Vater des Alls unsichtbar war, wobei er etwas war, das aus sich selbst existierte, durch den jeder Weg hervorkam. Deswegen trat Jesus in Erscheinung; er zog jenes Buch an; er wurde an ein Holz genagelt; er schlug an die Verfügung des Vaters an das Kreuz. Oh, welch große und erhabene Lehre! Er erniedrigte sich bis zum Tod, obwohl das ewige Leben ihn bekleidet. Nachdem er die vergänglichen Lumpen abgelegt hatte, zog er die Unzerstörbarkeit an, welche ihm niemand nehmen kann. Nachdem er hineingegangen war auf die leeren Wege der Schrecken, ging er an denen vorbei, die entblößt waren durch Vergessen, wobei er Wissen und Vollendung war, wobei er verkündete die Dinge, die in dem Herzen waren, [...] [...] die lehren, welche die Lehren annehmen werden. Die aber, welche die Lehren annehmen, sind die Lebendigen, die eingeschrieben sind in das Buch der Lebenden.

Es ist allein ihretwegen, dass sie die Lehre empfangen, wobei sie sie vom Vater empfangen, wobei sie wieder zu ihm zurückkehren. Da die Vollkommenheit des Alls im Vater ist, ist es für das All nötig, zu ihm aufzusteigen. Dann, wenn jemand hat das Wissen, empfängt er die Dinge, die ihm gehören, und zieht sie zu sich. Denn der, der unwissend ist, hat Mangel, und das, woran er Mangel hat, ist eine große Sache, denn er hat Mangel an dem, was ihn vollkommen machen soll. Da die Vollkommenheit des Alls im Vater ist, ist es für das All nötig, zu ihm aufzusteigen, und für jeden ist es nötig, die Dinge, die ihm gehören, zu empfangen. Er hat sie vorher aufgeschrieben, wobei er sie vorbereitet hat, um sie denen zu geben, die aus ihm hervorgekommen sind.

Diejenigen, deren Namen er im voraus wusste, wurden bis zuletzt gerufen, so dass einer, der das Wissen hat, derjenige ist, dessen Namen vom Vater ausgesprochen wurde. Denn der, dessen Name nicht ausgesprochen wurde, ist unwissend.

Wie nun kann jemand hören, wenn sein Name nicht ausgerufen worden ist? Denn der, der unwissend ist bis zum Ende, ist ein Gebilde des Vergessens, und er wird mit ihm zusammen zugrunde gehen. Wenn nicht, warum ist es so, dass diese Elenden keinen Namen haben, warum ist es so, dass sie den Ruf nicht erhalten haben? Deswegen ist einer, wenn er das Wissen hat, von oben. Wenn er gerufen wird, hört er, antwortet er und wendet sich zu dem, der ihn ruft, und steigt zu ihm auf. Und er erkennt, in welcher Weise er gerufen wird. Weil er das Wissen hat, tut er den Willen dessen, der ihn gerufen hat, er wünscht, ihm zu gefallen, er empfängt Ruhe. Der Name des Einen kommt ihm zu. Der, der auf diese Weise erkennen wird, weiß, woher er kommt und wohin er geht. Er erkennt wie jemand, der, indem er betrunken war und von seiner Trunkenheit ernüchtert worden und wieder zu sich selbst zurückgekehrt ist, das in Ordnung gebracht hat, was das Seine ist.

Er brachte viele aus dem Irrtum zurück. Er ging ihnen voran zu ihren Wegen, von denen sie sich entfernt hatten, als sie den Irrtum annahmen, wegen der Tiefe dessen, der jeden Weg umfasst, ohne dass es etwas gibt, was ihn umfasst. Es war ein großes Wunder, dass sie im Vater waren, wobei sie ihn nicht kannten, und dass sie in der Lage waren, allein hervorzukommen, da sie unfähig waren, den, in dem sie waren, im Verstand aufzunehmen oder zu kennen. Denn wenn sein Wille nicht in dieser Art von ihm ausgegangen war - , denn er offenbarte ihn in einem Wissen, wobei alle seine Emanationen mit ihm verbunden waren.

Dies ist das Wissen des lebendigen Buches, das er offenbarte den Äonen am Ende als seine Buchstaben, indem er offenbarte, wie sie keine Vokale waren noch Konsonanten, so dass jemand sie lesen und an etwas Eitles denken könnte, sondern sie sind Buchstaben der Wahrheit, welche allein die sprechen, die sie kennen. Jeder Buchstabe ist ein vollständiger Gedanke wie ein vollständiges Buch, weil sie Buchstaben sind, die geschrieben wurden von der Einheit, wobei der Vater sie aufgeschrieben hat für die Äonen, damit durch diese seine Buchstaben sie den Vater erkennen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    R.G. (Montag, 10 Juni 2019 18:24)

    „Wie nun kann jemand hören, wenn sein Name nicht ausgerufen worden ist? Denn der, der unwissend ist bis zum Ende, ist ein Gebilde des Vergessens, und er wird mit ihm zusammen zugrunde gehen. Wenn nicht, warum ist es so, dass diese Elenden keinen Namen haben, warum ist es so, dass sie den Ruf nicht erhalten haben?“

    Mir scheint, dass hier davon ausgegangen wird, dass es zwei Sorten von Menschen gibt.
    Zum Einen die, deren Namen genannt und von daher auch gerufen werden und zum Anderen die, deren Namen nicht genannt, sie von daher auch nicht gerufen werden und deshalb auch nicht zurückkehren können zum Vater. Denn dem Ruf muss ja anscheinend das Nennen des Namens vorausgehen. Da hat man als solch ein Elender ja gleich verloren und keine Chance auf einen Entwicklungsprozess und Erlösung. Das kann nicht sein, wenn wir von Ewigem Leben, Liebe und Gnade ausgehen. Warum also wird sein Name nicht genannt? Vielleicht, weil der allwissende Vater darum weiß, dass derjenige noch dabei ist, sich in der Welt zu VER-wickeln und ein Nennen des Namens sowie der Ruf noch gar nicht gehört werden kann.

  • #2

    R.G. (Montag, 10 Juni 2019 18:25)

    2. „Es war ein großes Wunder, dass sie im Vater waren, wobei sie ihn nicht kannten, und dass sie in der Lage waren, allein hervorzukommen, da sie unfähig waren, den, in dem sie waren, im Verstand aufzunehmen oder zu kennen. Denn wenn sein Wille nicht in dieser Art von ihm ausgegangen war - , denn er offenbarte ihn in einem Wissen, wobei alle seine Emanationen mit ihm verbunden waren.“

    Ich verstehe das so, dass das Wunder darin zu sehen ist, dass die Erzengelwesen, die unbewusst in Gott leben, eine bewusste Entscheidung für den Abstieg in die Trennungswelten fällen. Das würde eine gewisse Bewusstheit voraussetzen, die eigentlich nicht vorhanden ist und dennoch durch Gott vorhanden ist/zugänglich gemacht wird.

  • #3

    R.G. (Montag, 10 Juni 2019 18:28)

    Gehört noch zum Kommentar 2:
    Interessant. Ich habe mich bisher nie gefragt, wie es dazu kommen kann, dass unbewusste Erzengelwesen eine bewusste Entscheidung treffen können. Das kann nur gegrokt werden.

  • #4

    Clemens (Montag, 10 Juni 2019 20:02)

    Der Begriff "Erzengel" ist mehr zu sehen wie der Begriff "Säugetiere". Es gibt unter den Erzengeln große Unterschiede - wie auch unter den Säugetieren. Wahrscheinlich gibt es zwischen Mensch und Spitzmaus ja auch Bewusstheitsunterschiede. So auch unter den Erzengelordnungen. Vielleicht war die Ordnung, aus der wir stammen, zumindest bewusst genug, eine Entscheidung zu treffen, die Unbewusstheit zu überwinden.

    Oder aber wir haben eben eine unbewusste Entscheidung getroffen. ^^ Passiert uns ja auch heute noch häufig.

  • #5

    Clemens (Montag, 10 Juni 2019)

    In R.G.s erstem Zitat können wir eher ein temporäres Ende sehen. Das Ende einer Lebzeit. Unerwacht, den Ruf nicht vernommen habend (was nicht heißt, dass wir nicht gerufen wurde), sinken wir mit dem Vergessen selbst ins Vergessen - durch den Schleier des Todes vom nächsten Leben getrennt.

    Ein wie auch immer gearteter Prädestinationsansatz ist im Kontext mit einem liebenden, allumfassenden Vater-Mutter-Gott (wie R.G. ganz richtig bemerkt) offensichtlich Mumpitz. Hier (wie im ganzen Ev.Ver.) muss der rechtgeführte, verständige Geist die hinkenden Wortbilder auf die rechte Weise verstehen.