Eselchen

Als der Teufel die Sinne des Hilarion reizte, sprach dieser seinem Leib ermahnend zu: "Eselchen, ich will schon dafür sorgen, dass du nicht ausschlägst. Nicht mit Gerste will ich dich füttern, sondern mit Spreu. Durch Hunger und Durst will ich dich bändigen, damit du mehr auf Speise als auf Lüsternheit bedacht bist."

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Kommentare: 3
  • #1

    Clemens (Mittwoch, 29 Mai 2019 17:37)

    Nun, zum einen bin ich nicht Hilarion, zum anderen kenne ich Hunger und Durst nicht wirklich - war aber der einzige Wüstenväter-und-drumrum-Text mit einem halbwegs passenden Eselchen... Und was zählt ist eben das Eselchen!

  • #2

    R.G. (Mittwoch, 29 Mai 2019 21:02)

    So ist es!
    Und was ist das für ein Tier im Hintergrund?^^

  • #3

    Simon (Freitag, 31 Mai 2019 23:53)

    Das Pferd und der Esel

    Ein Bauer hatte sein Pferd und seinen Esel gleichmäßig beladen und trieb sie zu Markte. Als sie schon eine gute Strecke gegangen waren, fühlte der Esel seine Kräfte schwinden. "Ach", bat er das Pferd kläglich, "du bist viel größer und stärker als ich. Und doch musst du nicht schwerer tragen als ich. Nimm einen Teil meiner Last, sonst werde ich bald am Boden liegen."
    Hartherzig antwortete das Pferd: "Ich habe selbst genug an meiner Last zu tragen."
    Keuchend schleppte sich der Esel weiter, bis er erschöpft zusammenbrach. Der Bauer drosch noch auf den Esel ein, aber er war schon tot. Da blieb nichts weiter übrig, als die ganze Last des Esels auf das Pferd zu packen. Auch wollte der Bauer noch etwas von dem Esel retten, zog ihm das Fell ab, und legte es dem Pferd oben auf.
    Das Pferd bereute nun seine Hartherzigkeit und klagte: "Ach, wie leicht hätte ich dem Esel ein Stück Last abnehmen können. Wäre er noch lebendig, müsste ich nicht gleich alles tragen."

    Nacherzählung von Äsop (6. Jh. v. Chr.)