Einrichtung und Ausrichtung

Die Einrichtung dient dem Finden, die Ausrichtung dient der Suche

Die Einrichtung ist eine zwanghafte Korsage, mit der sich die AP bestätigt und schützt. Im Finden steckt tendenziell das Haben wollen, es verspricht vermeintliche Kontrolle und illusorische Beständigkeit.


Angst ist ein starker Befürworter dieses Systems.


Vielleicht könnte man auch sagen, die AP versucht sich durch Einrichtungskonzepte zu verdichten. Je stärker die Ich-Identifikation ist, umso mehr bzw. ausgeprägtere Einrichtungskonzepte werden benötigt. Ein Drama entsteht, weil der Versuch, eine Konstante zu schaffen, (offensichtlich) nicht gelingen kann. Jede erkämpfte Position wird irgendwann überflüssig oder ersetzt, jeder gestählte Muskel wird altern. Jede Neuerwerbung wird irgendwann eingeebnet und gewöhnlich.

Übrigens, blinde Flecken und Einrichtung gehen Hand in Hand.

Die AP kann sehr perfide sein - entweder lebt sie ein momentan bestehendes Konzept der Einrichtung, oder aber sie lebt das Drama, wenn das Konzept sich mal wieder zersetzt. Hier wird deutlich, dass ein Ausweg innerhalb der AP-Identifikation nicht möglich ist. Sie ist ein Hamsterrad!


Einrichtung und Finden (wollen) sind zwei Seiten „einer“ Münze.


Der implementierte empfundene Mangel der AP, kann durch keine Form der Einrichtung ausgeglichen bzw. behoben werden. Einrichtung hat eben nur „eine Richtung“.


Während die Einrichtung ein geschlossenes oder verdichtendes Konzept der AP ist, ist die Ausrichtung eine offene, prozessorientierte Geisteshaltung. Sie orientiert sich an Ent-wicklung und Veränderung und erfordert einen Zugang zum HS. Anstelle von Ängsten und Kontrolle entsteht Vertrauen.


Auch wenn in dem Wort Ausrichtung das Wort Richtung steckt, ist Ausrichtung - auf die richtige Weise gelebt und verstanden - richtungslos.

 

Richtungslos heißt aber nicht orientierungslos, und das Wort Suche im Kontext von Ausrichtung bedeutet nicht, ewig herumzuirren.


Es wirkt etwas widersprüchlich: Bei der Ausrichtung dient das Finden der Suche, bei der Einrichtung dient die Suche dem Finden wollen. Ein wesenhafter Faktor von Ausrichtung ist, das jegliches Finden lediglich als Etappe erkannt und akzeptiert wird.

 

Also, eine offene und bereite Haltung bewahren.

 

(Simon)

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Kommentare: 1
  • #1

    Jonas (Freitag, 31 Mai 2019 07:56)

    Ja Simon, wie Du richtigerweise darstellst arbeitet Einrichtung mit dem Einzementieren und Verstärken von (für die AP) vermeintlich günstigen (Lebens-)Bedingungen, die animalische Annehmlichkeiten oder emotionale/geistige Befriedigung mit sich bringen.

    Hand in Hand geht damit die Angst der AP vor Veränderung bzw. vice versa dem starken Wunsch nach Beständigkeit, Unveränderlichkeit, Halt, Konstanz. Alles Dinge, die es eigentlich nicht gibt und da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn es gibt nichts Unbeständigeres, als die AP. Damit verbunden ist Leiden in vielgestaltiger Ausprägung.
    Hier ein musikalisches Beispiel des unbändigen AP Wunsches nach Beständigkeit:
    https://www.youtube.com/watch?v=HVIz2bC_21M