Yoga-Sutra Abschnitt 19 (Ende)

IV,25 Wer erkennt, dass das Bewusstsein einerseits und das eigentliche Wesen des Menschen
andererseits fundamental verschieden sind, verliert die Bindung an sein weltliches Selbst.
IV,26 Dann strebt das Bewusstsein unaufhaltsam nach vollständiger Klarheit und
Unterscheidung, der inneren Neigung folgend zur Alleinheit.
IV,27 Auch dies wird noch unterbrochen von Bewusstseinsinhalten, die von unterbewussten
Antrieben stammen.
IV,28 Deren Aufhebung ist die gleiche wie die der Leidursachen, welche bereits erklärt wurde.
IV,29 Wer auch in diesem erhabenen Zustand nicht verweilt, erreicht mit alles durchdringender
unterscheidender Wahrnehmung das endgültige Einssein - erfüllt und getragen allein von
ewiger Ordnung.
IV,30 Die Auswirkungen der Leidursachen und des früheren Handelns hören auf.
IV,31 Umfassende unendliche Erkenntnis ist erreicht, alle Umhüllungen und Trübungen sind
beseitigt, und es bleibt wenig mehr zu wissen übrig.
IV,32 Die Ur-Wirkformen haben ihren Zweck erfüllt, und die Abfolge ihrer Wandlungen
kommt zum Ende.
IV,33 Die Abfolge besteht aus einzelnen Momenten und ist erst erfassbar am Schluss einer
Wandlung.
IV,34 Die Ur-Wirkformen haben für das Selbst keine Bedeutung mehr und strömen zurück; es
herrscht Alleinheit - die Kraft des Geistigen ruht in ihrem eigenen Wesen.

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