Vertrauen

Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging mit Gott, meinem Herren, am Strand entlang. Vor meinen Augen zogen Szenen aus meinem Leben vorüber, und für jede Szene entdeckte ich Fußspuren im Sand. Manchmal sah ich Abdrücke von zwei Fußspuren im Sand, dann wieder nur von einem Paar.

Das verwirrte mich, denn ich stellte fest, dass immer dann, wenn ich unter Angst, Sorgen und dem Gefühl des Versagens und der Leere litt, nur die Abdrücke von einem Fußpaar zu sehen waren.

Deshalb wandte ich mich an den Herren: "Du hast mir versprochen, Herr, du würdest immer mit mir gehen, wenn ich dir folgen würde. Ich habe aber bemerkt, dass gerade in den schwierigsten Zeiten meines Lebens nur ein Fußpaar im Sand zu sehen war. Wenn ich nun dich am dringendsten brauchte, hast du mich allein gelassen. Warum?"

Da antwortete Gott: "Ich liebe dich und würde dich niemals allein lassen. An den Tagen, immer dann, wenn du nur ein Fußpaar im Sand gesehen hast, habe ich dich getragen."

(Aus "Taize" von Ruth Finder)

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