Yoga-Sutra Abschnitt 11

DAS ZU ERREICHENDE


III,1 Konzentration ist die Bindung des Bewusstseins an eine Stelle.
III,2 In der Meditation ist der Bewusstseinsinhalt stetig darauf ausgerichtet.
III,3 Im Zustand des Einsseins verliert das Bewusstsein die ihm eigenen Merkmale und gibt nur noch die Sache selbst wieder.
 
III,4 Die letztgenannten Stufen bilden den Vorgang der meditativen Versenkung.
III,5 Durch deren Meisterung wird das Wesen einer Sache oder Idee erkannt.
III,6 Diese Erkenntnis geschieht in einzelnen Schritten.
III,7 Gegenüber den vorausgehenden bilden die drei Stufen der Versenkung die inneren Glieder des Yoga.
III,8 Sie haben jedoch immer noch äußerlichen Charakter gegenüber dem Einssein ohne Keim für Bewusstseinsinhalte.
 
III,9 Die zur Kontrolle des geistigen Zustandes führende Wandlung lässt in Verbindung mit dem Bewusstsein im Moment der Kontrolle solche unterbewussten Antriebe entstehen bzw. untergehen, die der Kontrolle dienlich bzw. hinderlich sind.
III,10 Ebenfalls aufgrund unterbewusster Antriebe verläuft der Fluss dieses Bewusstseins dann in vollkommener Ruhe.
III,11 Die Wandlung zum Einssein lässt die Offenheit des Bewusstseins für Wahrnehmungen abnehmen und die Ausrichtung auf nur eine Sache immer stärker hervortreten.
III,12 Die Wandlung zum Zustand der vollkommenen Gerichtetheit ist vollzogen, wenn der jeweils aufkommende Bewusstseinsinhalt immer der gleiche ist.

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Kommentare: 1
  • #1

    Clemens (Sonntag, 07 April 2019 17:49)

    III,3 ist eine interessante Feststellung und lässt sich im Kleinen ziemlich gut prüfen. Man muss aber drauf kommen...