Yoga-Sutra Abschnitt 8

II,29 Die acht Glieder des Yoga sind: Gebote zu moralischem Verhalten, Gebote zur inneren Einstellung, das Achten auf die Haltung des Körpers, die Kontrolle des Atems, Zurückgezogenheit der Sinnesorgane, das Üben von Konzentration und Meditation bezogen auf eine Idee oder eine Sache bis zum Zustand der geistigen Einheit damit.

II,30 Die Gebote zu moralischem Verhalten sind: Gewaltlosigkeit, Aufrichtigkeit, Nicht-Stehlen, Enthaltsamkeit und Nicht-Begehren.
II,31 Diese Gebote sind unabhängig von Lebensstand, Ort, Zeit und Umständen als großes Gelübde zu befolgen.
II,32 Die Gebote zur inneren Einstellung sind: Reinheit des Körpers und des Denkens, Zufriedenheit, Disziplin, selbsterforschende Vertiefung in die überlieferte Lehre und hingebungsvolles Streben zu Gott.
II,33 Um unliebsame Erwägungen zurückzudrängen, richte man seine Gedanken auf das jeweilige Gegenteil.
II,34 Besonders bemühen sollte man sich um die obigen Gebote wie Gewaltlosigkeit usw.; denn ob man nun eine schlechte Handlung selbst begangen hat, sie veranlasst oder gebilligt hat, ob sie aus Begierde, Zorn oder Verwirrtheit heraus geschah, ob es sich um ein leichtes oder ein schweres Vergehen handelt, ihre Ausführung oder der Gedanke daran erzeugen immer wieder Leid und verhindern Erkenntnis.

II,35 Wer in seinen Taten und Gedanken Gewaltlosigkeit verwirklicht, in dessen Umgebung hört Gewalt auf.
II,36 Wer fest in der Wahrheit verwurzelt steht, dessen Worte und Taten kommen unmittelbar zur Wirkung.
II,37 Wer nichts stiehlt und nur behält, was ihm wirklich gehört, wird ein reicher Mensch.
II,38 Wer enthaltsam lebt, gewinnt an Kraft.
II,39 Nur wer nichts begehrt und nichts festhält, erkennt den Sinn seines Lebens.

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