Wahnversiegung

"So hohe Bedeutung den Versenkungen auch beigemessen wird, so sind sie doch nicht als die notwendigen Voraussetzung der Erlösung anzusehen. Denn erstens kann ein Mensch, der über das nötige Training verfügt, sie verwirklichen, ohne doch die für die Erlösung erforderlichen höchsten Qualitäten zu besitzen. Und zweitens sollen Personen das Nirvana erlangt haben, welche nie in den Zustand einer Versenkung geraten waren, sondern das Nirvana nur auf dem Wege "trockener Einsicht" erreicht haben. Es gibt also Menschen, die für die Versenkung eine natürliche Anlage besitzen, während anderen diese fehlt. Die ersteren gelangen auf dem Wege der Vollberuhigung (shamatha), die anderen durch Einsicht in das Wesen der Dinge (vipashyana) zur Wahnversiegung."

(Helmuth von Glasenapp, "Die Weisheit des Buddha")

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Montag, 25 März 2019 17:02)

    Aber Vorsicht! Da wir nicht wissen, ob wir zu den "ersteren" oder den "anderen" gehören, kommen wir um die Meditationspraxis nicht herum - ebensowenig wie um das Ringen um Einsicht in das Wesen der Dinge.

    Menschen, die für die Versenkung eine natürliche Anlage besitzen, sind ja auch möglicherweise schlicht die, die sich in den Vorinkarnationen bemüht haben, oder?

    Und für die Einsichtigen gilt dann wohl dasselbe.

  • #2

    Jonas (Donnerstag, 28 März 2019 16:10)

    "Wahnversiegung" - ein interessantes Wort für das Erlangen der vollständigen Kontrolle über die AP