Anguttara-Nikaya aus dem Palikanon

So wie es auf diesem Kontinent nur wenige Gärten und Felder, aber viele Dschungel und Berge gibt, so gibt es nur wenige Lebenwesen auf dem Lande, aber viel mehr im Wasser, nur wenige, die als Menschen wiedergeboren worden sind, aber viele außerhalb der Menschheit, nur wenige Menschen, die in den mittleren Ländern (wo die Buddhas auftreten) wiedergeboren wurden, aber viele, die in den Grenzländern wiedergeboren wurden, unter ungebildeten Barbaren, wenige Verständige, aber viele Toren, wenige, die die Lehre des Vollendeten vernehmen, aber viele, zu denen sie nicht dringt, wenige, die das, was sie gehört, beherzigen, aber viele, die das nicht tun, wenige, die um das Heil kämpfen, aber viele, die nicht ernstlich kämpfen, wenige, die die Erlösung erreichen, aber viele, denen das nicht beschieden ist.

 

(Buddha, Sammlung angereihter Reden 1, 19)

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Clemens (Montag, 25 März 2019 17:31)

    Vielleicht gibt es Überlegungen zu den sog. mittleren Ländern? Würde mich interessieren. Ansonsten eine schöne Darstellung des 5% von hundert usw. usf.

  • #2

    Ruth Finder (Montag, 25 März 2019 22:27)

    Mir schwebt Folgendes vor:

    Die vollendete Meister sind solche wenige Menschen in den "mittleren Ländern": Sie "sind in der Welt, aber nicht von dieser Welt". Ihre wahre - schon JETZT verwirklichte - Heimat sind höhere geistige Sphären, welche im doppelten Sinne "MITTLERE Länder" heißen könnten: Zum Einen sind sie sozusagen in der MITTE zwischen dem (unterschiedlich ausgeprägt) gewöhnlich Menschlichen ("Grenzländer") und dem Göttlichen, und zum Anderen sind sie VerMITTLUNGsbereiche. Somit sind vollendete Meister die Vermittler zwischen den Welten/ den "Ländern". Aber leider gibt es "wenige, die die Lehre des Vollendeten vernehmen, aber viele, zu denen sie nicht dringt".

  • #3

    R.G. (Dienstag, 26 März 2019 06:53)

    Mit den mittleren Ländern könnte gemeint sein, Gott durch und mit unserem Gefährt (grobstofflicher Körper und AP) in der Welt zu verwirklichen. Die Grenzländer stünden dann für Überhebung des Materiellen und/oder der Ablehung des Materiellen.

  • #4

    R.G. (Dienstag, 26 März 2019 07:17)

    Ergänzung zu Kommentar 3:
    Sozusagen die Materie als MITTEL zum Zweck der Verwirklichung.

  • #5

    Clemens (Dienstag, 26 März 2019 16:17)

    Immer erfreulich, diese ausgefuchsten Kommentare! Sooo weit hatte ich das gar nicht durchdacht. Und meine eigene Überlegung legt der Text auch nicht so nahe, denn Mitte scheint da mehr Zentrum zu meinen - umgeben von Barbarenländern.

    Ich verstand es aber für mich so: Die Länder der Mitte sind die, wo die Buddhas auftreten. In den weniger entwickelten Ländern tauchen Buddhas noch nicht auf, da der Niveauunterschied zu groß wäre (Physikprofessor im Kindergarten). Jenseits der Mitte auf der anderen Seite tauchen Buddhas dann nicht mehr auf, weil die Leute dann schon so klar ausgerichtet sind, dass sie miteinander und von sich aus zur "Erleuchtung" gelangen...