Yoga-Sutra Abschnitt 4

I,33 Um innere Ruhe zu gewinnen, begegne man den Glücklichen mit Liebe und Freundlichkeit, den Unglücklichen mit uneingeschränktem Mitgefühl, man entwickele eine heitere Wesensart gegenüber dem Guten und Gleichmut gegenüber dem Bösen.
I,34 Oder man übe das kontrollierte Ausatmen und Anhalten des Atems.
I,35 Es dient auch der inneren Ruhe, wenn man sich konzentriert nur mit einer Sache beschäftigt und keine Abschweifung erlaubt.
I,36 Oder man übe die Vorstellung, ohne Sorgen zu sein und voller Licht.
I,37 Oder man wende sein Bewusstsein jenen zu, die jede Art von Begehren überwunden haben.
I,38 Oder man nutze das aus Schlaf und Traum gewonnene Wissen.
I,39 Oder man wähle eine angemessene Art der Meditation.

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Kommentare: 3
  • #1

    Ruth Finder (Sonntag, 17 März 2019 13:37)

    I, 35:

    Das Wichtigste

    Bald nach dem Tode Rabbi Mosches von Kobrun wurde einer seiner Schüler gefragt: "Was war für euren Lehrer das Wichtigste?"
    Er besann sich, dann gab er zu Antwort: "Womit er sich gerade abgab."

    Lehre sein

    Rabbi Löb, der verborgene Zaddik, erzählte: Dass ich zu Maggid von Mesritsch fuhr, war nicht, um Lehre von ihm zu hören: nur um zu sehen, wie er die Filzschuhe aufschnürt und wie er sie schnürt"

  • #2

    Ruth Finder (Sonntag, 17 März 2019 13:38)

    I, 36 -37:

    Nichts

    Rabbi Nachman ermahnte seine Chassidim: "Wir müssen jeden Wunsch nach Reichtum, intellektuellem Wissen, Schönheit und anderem Besitz aufgeben. Weltliche Vergnügungen sind wie Sonnenstrahlen in einem dunklen Raum. Sie sehen vielleicht aus, als stünden sie fest, aber wer einen Sonnenstrahl zu fassen versucht, hat nichts in der Hand."

    Die Pupille

    Rabbi Pinchas sprach: "Seit ich dem Schöpfer wahrhaft zu dienen begann, habe ich kein Ding mehr zu erlangen gesucht, nur genommen, was Gott mir gibt. Weil die Pupille dunkel ist, nimmt sie alles Licht in sich auf."

    Gegen die Sorgen

    Rabbi Mordechei sprach: "Man darf sich nicht Sorgen. Eine einzige Sorge ist dem Menschen erlaubt: darüber, dass er sich Sorgen macht."

    Frieden

    Rabbi Bunam lehrte: "Unsere Weisen sagen: "Suche den Frieden in deinem Ort." Man kann den Frieden nirgendwo anders suchen als bei sich selber, bis man ihn da gefunden hat. Erst wenn der Mensch in sich selbst den Frieden gefunden hat, findet er ihn überall."

  • #3

    Ruth Finder (Sonntag, 17 März 2019 13:39)

    I, 38:

    Im Traum

    Rabbi Mosche Teitelbaum erzählte: "Am Vorabend des neuen Jahres sah ich zum Fenster hinaus, da rannten die Leute ins Bethaus beten, und ich sah, dass die Furcht des Gerichtstags über ihnen war. Und ich sagte zu mir: "Gott sei Dank, ich habe das ganze Jahr das Rechte getan, recht gelernt und recht gebetet, ich brauche nicht zu fürchten." Da zeigte man mir im Traum alle meine guten Werke. Ich schaue und schaue: zerrissen, zerfetzt, zerschlagen! Und schon war ich wach. Von der Furcht erfasst, rannte ich ins Bethaus."