Primitivismus

Nach der gestrigen Lektürebesprechung ("Ismael" von Daniel Quinn) ein Nachtrag. In den Begriff "Primitivismus" kann man sich wie üblich ein wenig in der Wikipedia einlesen:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Primitivismus

 

In der Bibel finden sich primitivistische Spuren bei Jeremia, wo unter 35 von den Rechabitern berichtet wird:

 

Und ich setzte den Männern vom Hause der Rechabiter Krüge voll Wein und Schalen vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr sollt niemals Wein trinken, weder ihr noch eure Kinder, auch kein Haus bauen, keinen Samen säen, keinen Weinberg pflanzen noch besitzen, sondern ihr sollt in Zelten wohnen euer Leben lang, auf dass ihr lange lebet in dem Lande, in dem ihr umherzieht.
Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, dass wir keinen Wein trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere Frauen noch unsere Söhne und Töchter; und wir bauen auch keine Häuser, darin zu wohnen, und haben weder Weinberge noch Äcker noch Saat, sondern wir wohnen in Zelten und gehorchen und tun in allem, wie es unser Vater Jonadab geboten hat.

 

Die Rechabiter scheinen also an der nomadischen Tradition der Israeliten festgehalten zu haben, das Erbe der Wüste aufrecht erhalten zu haben. Sie waren zwar keine Jäger und Sammler (weitgehendste Forderung von Primitivisten), aber zumindest sträubten sie sich gegen Sesshaftigkeit.

 

Die Nasiräer, eine Asketenbewegung innerhalb des Judentums biblischer Zeiten, soll auf rechabitischen Traditionen gründen. Johannes der Täufer wird beispielsweise als Nasiräer bezeichnet. Es gab wohl sowohl temporäre als auch lebenslange Nasiräergelübde, die sich durch Verzicht auf alle Produkte des Weinstocks, Verzicht auf das Schneiden der Haare und das Meiden der Nähe zu Leichen auszeichnete.

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Kommentare: 2
  • #1

    Clemens (Montag, 28 Januar 2019 11:31)

    Hörbuchversion von Teil drei ("Ismaels Geheimnis") auf Youtube:

    https://www.youtube.com/watch?list=PLuwHbnuhhPRsPRvXgMPto9h0cEp5oT7F2&time_continue=1&v=6CMQkejchhQ

    Ziemlich schräg gelesen allerdings - in meinen Ohren.

  • #2

    Clemens (Dienstag, 29 Januar 2019 10:10)

    Ist das eine Schweizerin, die Hochdeutsch vorliest? Kann den Akzent nicht einordnen... Die Ohren können sich aber dran gewöhnen. Heute bei der Arbeit das erste Drittel durchgehört. Scheint die Jugendlichen-Version von Band eins zu sein. Habe Band eins allerdings vor über 20 Jahren zuletzt gelesen. Insofern auf jeden Fall "wiedergehört - neu gehört".