Der Gärtner und der Garten

Unter den Chassiden ging eine besorgniserregende Nachricht über den Rebben einer benachbarten Gemeinde in Proskuriw um. Der war eines Morgens schreiend in seinem Gemüsegarten dabei aufgefunden worden, wie er unziemlich gekleidet Pflanzen herausriss und dabei wirr stammelte. Er musste unter Zwang in sein Haus geführt und in einem Zimmer eingeschlossen werden, wo er aber nicht wieder zur Geistesklarheit erwachte und nach einigen Wochen starb.

 

Der Zaddik der Schargoroder meinte dazu: "Wir können über diesen Fall nicht urteilen. Wurde eine alte Schuld beglichen? Nahm der Rebbe eines anderen Schuld auf sich? Unterlag er ehrenvoll in einem Kampf? Hatte er sich selbst in Bedrängnis gebracht? War es Sieg oder Niederlage? Eine Prüfung für die anderen? Für ihn selbst?

 

Was wir aber tun können - wir können aus der Geschichte ein Gleichnis gewinnen: Eines Menschen Garten sollte immer seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechen. Es macht keinen Sinn, außerhalb des Zaunes zu roden und den Zaun um die Rodung herum zu verlängern, wenn wir die neu gewonnenen Beete oder Felder nicht bestellen können. Und es macht auch keinen Sinn, wenn wir uns innerhalb unseres Zaunes nicht nähren können, aber aus Faulheit, Beschränktheit oder aus Angst vor den neuen Landen nicht über unseren Zaun steigen mögen.

 

Wir sind in den Garten gesetzt und wachsen in den Posten des Gärtners hinein, bis wir wieder aus dem Garten genommen werden. Hineingesetzt und herausgenommen werden - das entzieht sich uns, aber für die Weile des Gärnterns es auf die rechte Weise tun, das ist uns gegeben.

 

Rebbe Baruch von Proskuriw hat unseres Wissens den Anbau in seinem Garten verbessert und auch die Fläche vergrößert. Dies ist alles, was wir über ihn sagen wollen."

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