Aus der "Schrift ohne Namen"

Der Tadel an den Archonten

Dann, als Pistis die Gottlosigkeit des großen Archon sah, wurde sie vom Zorn erfüllt. Sie war unsichtbar. Sie sagte: "Du irrst dich, Samael", das heißt 'der blinde Gott'. "Es existiert ein unsterblicher Mensch des Lichtes, der vor dir existiert hat und der in Erscheinung treten wird in euren Gebilden. Er wird dich niedertreten, ganz wie Töpferton getreten wird. Und du wirst hinabsteigen zu deiner Mutter, der Tiefe, zusammen mit denen, die dir gehören. Denn an der Vollendung eurer Werke wird der ganze Mangel, der sichtbar geworden ist aus der Wahrheit, aufgelöst werden. Und er wird aufhören zu existieren und wird sein, als ob er nie gewesen wäre."


Als die Pistis dies gesagt hatte, offenbarte sie das Bild ihrer Größe in den Wassern. Und in dieser Weise zog sie sich zurück zu ihrem Licht.

Über die Umkehr des Sabaoth und ihre Folgen

Als nun Sabaoth, der Sohn Jaldabaoths, die Stimme der Pistis hörte, brachte er ihr Lobpreis dar, und er verurteilte den Vater auf das Wort der Pistis hin. Er pries sie, denn sie hatte sie über den unsterblichen Menschen und sein Licht belehrt. Darauf streckte Pistis Sophia ihren Finger aus und goss über ihn Licht von ihrem Licht aus zur Verurteilung seines Vaters.


Als nun Sabaoth erleuchtet war, empfing er große Macht gegen alle Gewalten des Chaos. Seit diesem Tag wurde er genannt 'Herr der Mächte'. Er hasste seinen Vater, die Finsternis, und seine Mutter, den Abgrund, und verabscheute seine Schwester, den Gedanken des Archigenetor, der sich auf den Wassern hin und her bewegte. Und wegen seines Lichtes waren alle Mächte des Chaos neidisch auf ihn. Und als sie in Bestürzung geraten waren, machten sie einen großen Krieg in den sieben Himmeln.

Die Entrückung Sabaoths in den siebten Himmel

Als nun Sophia diesen Krieg gesehen hatte, sandte sie sieben Erzengel zu Sabaoth von ihrem Licht aus. Sie entrückten ihn bis in den siebten Himmel hinauf. Sie stellten sich vor ihn hin als Diener. Wiederum sandte sie ihm drei weitere Erzengel und befestigte das Königreich über jedem für ihn, dass er wohnen möge über den zwölf Göttern des Chaos.

Die Unterweiserin Sabaoths

Als nun Sabaoth den Ort der Ruhe in Empfang genommen hatte als Antwort für seine Buße, gab ihm Pistis noch ihre Tochter Zoe (Leben) zusammen mit einer großen Macht, damit sie ihn unterweisen möge in allen Dingen, die in dem achten Himmel existieren.

Über den Wohnort und den Thron des Sabaoth

Als er nun Macht hatte, machte er sich zuerst einen Wohnort. Dieser ist groß, überaus herrlich und siebenmal so groß wie alle Wohnorte, die existieren in den sieben Himmeln.

Und vor seinem Wohnort erschuf er einen Thron, der groß war und der sich auf einem viergesichtigen Wagen, genannt Cherub, befand. Der Cherub nun hatte acht Formen an jeder der vier Ecken, Löwen-Formen und Rinder-Formen und Menschen-Formen und Adler-Formen, so dass alle Formen zusammen vierundsechzig Formen ergeben - und er schuf sieben Erzengel, die vor ihm stehen. Er ist der Achte, und er hat Macht. Alle Formen nun ergeben zusammen zweiundsiebzig. Von diesem Wagen aus nahmen nun zweiundsiebzig Götter Gestalt an; sie nahmen Gestalt an, damit sie herrschen mögen über die zweiundsiebzig Sprachen der Völker.

Die Entstehung der Seraphim

Und auf jenem Thron nun erschuf er andere, drachenähnliche Engel, genannt Seraphim, welche ihm allezeit Lobpreis darbringen.

Die Erschaffung der Engel-Kirche

Anschließend erschuf er eine Kirche der Engel, Tausende und Myriaden, unzählbar, die der Kirche im achten Himmel glich; und einen Erstgeborenen, genannt Israel, das heißt 'der Mensch, der Gott sieht'. Und einen anderen, genannt Jesus Christus, der dem Erlöser oben in dem achten Himmel gleicht und der zu seiner Rechten sitzt auf einem geehrten Thron. Und zu seiner Linken sitzt die Jungfrau des Heiligen Geistes auf einem Thron und ehrt ihn. Und die sieben Jungfrauen stehen vor ihr, wobei ihnen dreißig Zithern und Harfen und Trompeten zu eigen sind, und sie ehren ihn. Und alle Heerscharen der Engel ehren und preisen ihn.

Die Unterweisung Sabaoths

Er sitzt nun aber auf einem Thron des Lichtes, in einer großen Wolke, die ihn bedeckt. Und es war niemand bei ihm in der Wolke außer Sophia, der Tochter der Pistis, die ihn über alle Dinge die im achten Himmel existierten, belehrte, so dass die Abbilder dieser Dinge geschaffen würden, damit seine Herrschaft bestünde bis zur Vollendung der Himmel des Chaos und ihrer Kräfte.

Die Trennung in rechts und links

Die Pistis Sophia aber sonderte ihn von der Finsternis ab und berief ihn an ihre Rechte. Und den Archigenetor stellte sie an ihre Linke. Seit jenem Tag wurde rechts ,die Gerechtigkeit' genannt, und links wurde 'die Ungerechtigkeit' genannt. Deswegen nun empfingen sie alle eine Ordnung der Kirche der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit ... stehen ... über einem Erschaffenen ... alle

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