Verborgen gehen

Rabbi Uri sprach: "Es steht geschrieben: 'Und verborgen zu gehen mit deinem Gotte.' Ihr wisst, die Engel sind Stehende, sie stehen unablässig jeder auf seiner Stufe, wir aber sind Gehende, wir gehen von Stufe zu Stufe. Denn die Engel haben kein stoffliches Gewand, sie können sich nicht verborgen halten in ihrem Dienst, und auf welcher Stufe sie stehn, in der werden sie offenbar. Der Menschensohn auf Erden aber, er ist mit Stoff bekleidet und kann sich inmitten seines Körpers verborgen halten. So kann er von Stufe zu Stufe gehn."

 

(Bubel, S. 610)

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Kommentare: 8
  • #1

    R.G. (Dienstag, 22 Januar 2019 13:44)

    Klingt für mich wie eine schöne Beschreibung der freien Wahl, die wir nur durch den Abstieg in die Trennungswelten erhalten haben. Wäre unser eigentliches Selbst nicht vor uns selbst dadurch verborgen worden, dann ginge es uns wie den Engeln. Wir würden einfach unseren Job machen. Immer.

  • #2

    Simon (Dienstag, 22 Januar 2019 21:02)

    Das Phänomen der Selbstbetrachtung führt durch die Verwechselung bzw. Trennung/Spaltung von ich und du, AP und HS, hier und da, innen und außen, Mensch und Gott, zu einem einzigen bewussten Sein (dauert aber ein bisschen).

    Intellektuell lässt es sich nicht packen, dass aus einer Eins(absolutes Sein) eine Zwei(HS/AP) wird, dann die Zwei wieder zur Eins transformiert, ohne dabei verloren zu gehen. Abgefahren!

    Oder die Zen-klatsche: Es gibt weder eine Eins, noch eine Zwei. (Auch keine Null^^)

    "Wir würden einfach unseren Job machen. Immer."
    Auch nicht schlecht!^^

  • #3

    Simon (Dienstag, 22 Januar 2019 21:03)

    "Der Menschensohn auf Erden aber, er ist mit Stoff bekleidet und kann sich inmitten seines Körpers verborgen halten. So kann er von Stufe zu Stufe gehn."

    Die perfekte Garderobe (frz. garder ‚auf etw. Acht geben‘ und la robe ‚die Kleidung) tragen wir wohl dann, wenn wir unverhüllt sind (Erkenne dich/dein "Selbst").

  • #4

    Simon (Dienstag, 22 Januar 2019 21:46)

    Einer noch:
    "Wo der Mensch im Gehorsam aus seinem Ich heraustritt und sich des Seinen entledigt, so muss Gott notwendigerweise hineingehen."
    (M.Eckhart)

    Also raus aus den Flicklappen und rein in die Haute Couture.

  • #5

    Clemens (Mittwoch, 23 Januar 2019 08:43)

    In den Engeljob kommen wir nicht zurück. Die Entscheidung blaue oder rote Pille ist gefallen, da geht es nicht mehr zurück in die Matrix. Nun muss Bewusstwerdung, Ausrichtung und Verwirklichung her - Vorteil: Am Ende können wir auch auf jeder Stufe unseren Job machen.

  • #6

    Jonas (Mittwoch, 23 Januar 2019 15:57)

    Es ist eigentlich ein tolles Ausbildungsprogramm, das wir hier durchlaufen dürfen. Vom 100% igen Befehlsempfänger (Erzengel) mit nicht-ausgedrücktem Selbst hin zu einem selbstbewussten Wesen (Erzengel mit Zusatzqualifikation "Mensch"), am Ende wieder in Einheit mit dem Höchsten.
    Unsere Erzengelbrüder (und -schwestern - eigentlich sind Engel ja geschlechtslos) müsste angesichts unserer Ausbildung eigentlich der Neid fressen, wenn sie denn zu solchen Gefühlen fähig wären.

    Clemens, zum von Dir genannten unbestrittenen Vorteil sei noch ein kleiner Nachteil erwähnt: Es dauert leider eine kleine Ewigkeit bis zur Theose.

  • #7

    Clemens (Mittwoch, 23 Januar 2019 16:00)

    Ja, zugegeben, aber man kann unterdessen auch eine Menge Spaß und Freude haben... ^^

  • #8

    Jonas (Donnerstag, 24 Januar 2019 09:57)

    Auf alle Fälle!
    Dazu fällt mir wieder die gnostische Geschichte ein, wo der etwas unsichere Erzengel auf seine erste Inkarnation vorbereitet wird und ihm versichert wird: " ... und bei Gott, es wird dir gefallen!"