Der Bund der Schüler

Die Schüler des Rabbi Mendels schlossen einen Bund. Sie schrieben eine Urkunde, in der es hieß: "Wir wollen einen Bund von Gefährten stiften, die mitsammen die Wahrheit suchen und nach Rechtlichkeit und Demut streben; die streben, mit dem ganzen durchläuterten Herzen zu Gott umzukehren, auf dass nicht mehr eine Mauer uns von seiner Heiligkeit und Lehre trenne."

 

Sooft sie einen Beschluss fassten, wie sie sich führen sollten, trugen sie ihn auf der Rolle ein, die mit dieser Urkunde begann. Einer der Beschlüsse lautet: "Uns vor widrigen Worten zu hüten, von denen unser heiliger Rabbi verkündet hat, dass man mit ihnen das Gebot überschreitet: Morde nicht!"

 

Der Spruch Rabbi Mendels, der hier angeführt wird, lautet: "Jedes Wort ist eine vollkommene Gestalt, und wer die Laute des Wortes den Dämonen hinwirft, der tut an ihm, wie wer sich wider seinen Nächsten aufmacht und ihn erschlägt."

 

(Bubel, S. 598)

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Kommentare: 3
  • #1

    R.G. (Samstag, 19 Januar 2019 18:45)

    Vermutlich geht es hier nicht um bestimmte Worte an sich, sondern darum, ob die Intention der gesprochenen Worte auf Gott gerichtet sind oder auf das Ego (Dämonen).

  • #2

    R.G. (Samstag, 19 Januar 2019 18:49)

    Was der Mund will

    Der Baalschem sprach:" Wenn ich meinen Sinn an Gott hefte, lasse ich meinen Mund reden, was er will; denn alle Worte sind dann an ihre obere Wurzel gebunden."

    (Bubel. S. 131)

  • #3

    Clemens (Samstag, 19 Januar 2019 19:04)

    Ich fand vor allem den ersten Absatz klasse. Eine sehr schöne Volontariats-Formel. ^