Entstehung

Ich wurde ein paar mal gefragt, wie ich zu den Katz-Geschichten komme.

Die entstehen unterschiedlich: Manche aus eigener Erfahrung, andere aus Inspiration, einige aus Beobachtung, etliche aus dem Nachdenken über das Gelesene - manchmal über einen einzigen Satz; für ein paar dienten fremde Geschichte oder Texte als Vorlage; es gibt welche, die aus Spaß entstanden. Wenige "ploppen" spontan auf, die meisten brauchen Tage. Alle sind mit der Freude verbunden, den Rabbi "zu Wort kommen zulassen".

Hier möchte ich ein Beispiel über die Entstehung einer Geschichte geben.

Ich lese grade einiges von Chöguam Trungpa. Vieles, was er sagt, verleitet mich zum Nachdenken. Ich bin z.B an dieser Aussage hängen geblieben:

"(...) Wir müssen jede Situation annehmen, wie sie auch sein mag. Solange wir uns nicht aus der Situation herausstellen, wird sie sich als ein Mittel erweisen, das wir benutzen können. So heiß es in den Schriften: 'Dharma ist gut am Anfang, Dharma ist gut in der Mitte und Dharma ist gut am Ende.' Mit anderen Worten: Dharma veraltet nie, da im Grunde die Situation immer die gleiche ist."


"(...) da im Grunde die Situation immer die gleiche ist" - Welche eine Situation das sein könnte, in die wir in jeder Situation eingehen, habe ich mich gefragt. Eine übergeordnete! - Habe ich für mich gedacht.

Und schon legte der Rabbi los:^^


Nur das


Rabbi Jakov ben Katz sagte einmal zu seinen Schülern: "Wir müssen dahin kommen, dass unser Leben kein Stückwerk ist. Denkt darüber nach!"


Nach eine Weile fragte er nach. Hatte aber keine Antwort erhalten.


Ein Schüler trug dann das allgemeine Bedenken vor: "Werter Rebbe! Die Gegebenheiten des Lebens sind doch vielfältig und reihen sich aneinander an. Manchmal sind sie ärgerlich, schwierig, mit Angst behaftet, so dass man nicht hinein geraten will, und wenn man schon drinnen steckt, möchte man schnell raus, oder aber man bleibt bis zum bitteren Ende darinnen. Und manches Mal sind sie erfreulich und tun einem gut, so dass man am liebsten lange darin schwelgen möchte und sie festzuhalten anstrebt, bis einem wieder etwas anderes geschieht oder etwas über einen hereinbricht, welches das eigene Leben wie ein, wie du sagtest, schlecht gezimmertes Haus aussehen lässt. Jede Begebenheit ist anders und verlangt mal diese mal jene Entscheidung. Wie könnte da unser einer eine Einheit bilden?"


Der Rabbi antwortete: "Diese Einheit ist da. Es hängt von dir ab, sie anzunehmen. Denn es gibt nur dies, Gott tritt in jeder Gegebenheit an dich heran und du entscheidest dich jedes mal nur für Eines, nämlich dass Sein Wille geschehe und dass du in Seinem Sinne handelst."


(Ruth Finder)

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