Weg-Arbeit im Umriss (Ruth Finder)

"Zu wissen was, zu wissen wie und tun."

"Was"

Das Leid des Einzelnen entsteht durch das Getrenntsein von seinem höheren Selbst, von seinem Umfeld, von der Umwelt. Es wird - mit den Worten Chögyam Trungpas - "der animalische Instinkt eines Hoheitsgebietes aufgebaut", dessen Grenzen durch das Ego verteidigt werden. Mit der Erkenntnis der göttlichen Einheit von allem und im Bestreben diese Einheit zu verwirklichen, streben wir an, in einen offenen, freien Raum der wahren (nicht getrennten) Beziehung zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu der Welt zu tretten. Das Wissen um die Drei Säulen der spirituellen Entwicklung hilft uns dabei.

"Die drei Säulen eines spirituellen Lebens sind 1. guter Umgang mit sich selbst, 2. mit dem direkten Umfeld (sowohl Personen, als auch alles andere) und 3. mit der Um- bzw. Mitwelt (im weitesten Sinne) in den drei Bereichen Fühlen, Denken, Tun. Der sich bewusst spirituell entwickelnde Mensch ist (idealerweise in jedem Moment) um eine Verbesserung in Bereich der drei Säulen und drei Bereichen bemüht."

"Wie"

Es gibt viele Ansätze der Bemühung. Als wichtig erachten wir: Tägliche Meditation (z.B. "Spinale Psychopraktik") - 1. Säule; tägliche "Innenschau und Selbstanalyse" - 2. Säule; Achtsamkeit und Genügsamkeit im Alltag - 3. Säule. Alles zusammen nennen wir Wahrheitsforschung.

"Tun"

Dieses Tun ist angewandtes Wissen um "was" und "wie", um die geistigen Fähigkeiten zu erwerben und Erfahrungen auf dem spirituellen Wege zu sammeln.

Wichtig bei alldem ist die freudvolle Haltung und Inspiration. Mit folgenden Worten hat Chögyam Trungpa eine der Paramitas (Eigenschaft der Buddha-Aktivität) beschrieben. Die passen ganz gut zu der zu kultivierenden Haltung bei der Weg-Arbeit:

"Wann immer jemand (...) praktiziert, findet er Freude damit, denn sie beruht nicht auf leidvollem Immer-weiter-Machen, sondern ist eine Art und Weise, das freudvolle Element zu sehen; man sieht, dass Energie nicht erzwungen werden muss, sondern dass sie sich spontan entwickelt. Dies tritt ein, wenn man die Dinge nicht als Pflicht im puritanischen oder religiösen Sinne betrachtet, sondern man tut sie, weil man schon die Verbindung zwischen dem Tun und dem eigenen Sein hergestellt hat." (Chögyam Trungpa)

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