Der Buddha über die vier Arten von Asketen

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Der Buddha über die vier Arten von Asketen
Hier kann man einmal den schwierigen Weg zu einer Textrekonstruktion nachlesen. Der fertige restaurierte Text findet sich in lesefreundlicher Form im Kommentar, falls man gleich das Ergebnis sehen möchte.
Hartmann, Jens-Uwe (1993) Der Buddha übe
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Kommentare: 1
  • #1

    Clemens (Freitag, 28 Dezember 2018 15:24)

    Nachdem Cunda, der Sohn des Schmiedes, die Mönchsgemeinde mit dem Buddha an der Spitze mit reiner, feiner, fester und weicher Speise eigenhändig bewirtet und bedient hatte und sah, daß der Erhabene gespeist, die Hände gewaschen und die Schale niedergesetzt hatte, nahm er einen besonders niedrigen Sitz, setzte sich vor den Erhabenen hin und befragte den Erhabenen, indem er einen Vers rezitierte:
    „Ich frage den Weisen, dessen Einsicht umfassend ist, der an das jenseitige Ufer gelangt ist und den Zweifel überwunden hat, den besten der Karawanenführer, den vordersten der Lenker: wieviele Arten von Asketen gibt es in der Welt, dies sage bitte!"
    Der Erhabene sprach: „Vier Asketen gibt es, keinen fünften; diese habe ich erkannt und werde sie dir nennen: der auf dem Weg Siegende, der den Weg Weisende, der auf dem Weg Lebende und der den Weg Befleckende."
    Cunda sprach: „Wen bezeichnen die Buddhas als einen, der auf dem Weg siegt? Wieso gilt einer, der den Weg erklärt, als unvergleichlich? Nenne mir auf meine Frage hin den, der auf dem Weg lebt, oder verdeutliche mir denjenigen, der den Weg befleckt!"
    Der Erhabene sprach: „Wer den Zweifel abgetan hat, frei von den Dornen ist, sich am Verlöschen erfreut und nicht der Führung durch andere bedarf, ein Lehrer der Welt samt ihren Göttern, den fürwahr bezeichnen die Buddhas als einen, der auf dem Weg siegt.
    Wer das Höchste und Beste erkannt hat, ein Verkünder, der die Lehre genauso darlegt, diesen, der den Zweifel beseitigt, den Weisen, den zweiten Mönch, der keiner Führung durch andere bedarf, nennt man einen, der den Weg weist.
    Wer auf dem Weg lebt, auf dem wohlgezeigten Dharma-Pfad, gezügelt und achtsam, sich auf den untadeligen Pfaden übend, diesen dritten Mönch nennt man einen, der auf dem Weg lebt.
    Wer sich mit den Zeichen der Sanftmütigen bedeckt, gewalttätig, die Familien befleckend, dreist, trügerisch, ungezügelt, geschwätzig, wer auf unechte Weise wandelt, der ist einer, der den Weg befleckt.
    Ein Haushälter, der dies so durchdrungen hat, ein gebildeter, ein edler Hörer, der über Einsicht verfügt, der gibt, indem er in dem Gedanken „Nicht alle sind so" diese erkannt hat, sein Vertrauen nicht auf.
    Wie denn könnte man mit den Verdorbenen die Unverdorbenen, die Reinen mit den Unreinen gleich machen? Durch die begangene Tat eines einzigen Üblen wird auch der Nichtübeltäter in der Welt angezweifelt.
    Unecht wie ein vergoldeter Ohrschmuck, wie eine lediglich goldüberzogene Kupfermünze, wandeln einige, von Gefolge umgeben, innen voll Übelwollen, äußerlich aber in der Gestalt von Edlen."
    Da stimmte der Erhabene der Gabe von Cunda, dem Sohn des Schmiedes, mit diesen Worten freudig zu: „Für den Gebenden wächst das Verdienst, aufgrund der Zügelung wird nicht Feindschaft aufgehäuft; der Tugendhafte gibt das Böse auf; aus dem Schwinden von Gier, Haß und Verblendung erwächst das völlige Verlöschen."