Knoblauch

Jacobus Theodorus Tabernaemontanus, eigentlich Jakob Dietrich, Jacob Ditter/Diether bzw. Jacob Theodor war ein von etwa 1522 bis 1590 lebender deutscher Arzt und Apotheker, der in einem seiner Werke die unerwünschten Wirkungen von Knoblach beschrieb: "Der starke Geruch bekommt übel dem blöden Hirn, machet trübe Augen, bewegt Zorn und fürdert den Schlaf und Durst."


Ferner beschreibt er, wie Magnet und Eisen sich anziehen würden, bis man den Magnetstein mit Knoblauch einreiben würde - dann würden sich Magnet und Eisen abstoßen. Theodorus hat dies aber keineswegs ausprobiert, sondern wahrscheinlich hatte er schlicht Plinius den Älteren falsch übersetzt. Der schrieb in einem seiner naturkundlichen Werke von Magnetstein, der Eisen anziehe, während anderer es abstoße ("alio rursus abigente"). Alio als Ablativ von "alium" gelesen, dem klassisch lateinischen Wort für Knoblauch, lässt den Satzteil dann "während Knoblauch es abstößt" lauten.


Konsequenz: Jahrhundertelang mieden nach Theodorus' Missdeutung Seefahrer aus Sorge um ihre Kompasse Knoblauch und Zwiebeln... Dabei hätte ein kurzer Versuch die Sache schnell aufgeklärt. Zumindest wäre das tatsächliche Faktum schnell deutlich geworden - auch wenn man dann vielleicht Plinius einer Fehlinformation bezichtigt hätte. Knoblauch und Zwiebeln hätten den Seefahrern sicher gut bekommen.


Fazit: Es ist immer gut, wenn man nicht offensichtliche Behauptungen mal in Frage stellt oder überprüft. Das gilt auch und gerade für die spirituell-religiöse Ecke.

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