Wie befreien wir uns...

R.G. möchte diesen Text von ihr (Blogbeitrag vom Juni 2016) hier erneut zu bedenken geben:

Wie befreien wir uns von der Dominanz und dem Eigenwillen der AP?

Kurz gesagt durch spirituelle Praxis, die aus Weg-Arbeit besteht.


Was müssen wir uns darunter vorstellen?


Stundenlanges Meditieren, Beten, Askese, das ausschließliche Lesen spirituell relevanter Bücher und Texte usw.?


Unter spiritueller Praxis stellen wir uns meist etwas vor, das sich komplett von unserem Alltag unterscheidet, mit ihm sogar überhaupt nichts zu tun hat.


Das ist eine völlig falsche Vorstellung.


Spirituelle Praxis ist sozusagen die Erforschung und ENT-wicklung unseres Selbstes/unseres Bewusstseins/unserer Geisteshaltung auf ein höheres Ziel hin.


Wie ein Läufer, der sich zum Ziel gesetzt hat, einen Marathon laufen zu können, so ist unser Ziel, unser göttliches Sein in dieser Welt immer mehr zum Ausdruck bringen zu können. In der Regel geschieht dies durch ethisches Verhalten im Umgang mit uns selbst (den physischen Körper akzeptieren, ihn gesund ernähren, ihn förderlich bewegen, Selbstmitgefühl haben usw.), im Umgang mit den Anderen (Friedfertigkeit, Empathie, Selbstlosigkeit, Unterstützung Anderer usw.) und im Umgang mit der Welt (achtsamer und wertschätzender Umgang mit Natur, Lebewesen und Ressourcen, das Herunterfahren der eigenen, den Planeten schädigenden Handlungen auf unschädliches Niveau ).


Und dies können wir nur Schritt für Schritt graduell entwickeln, und zwar ausschließlich in unserem Alltag. Genau das bedeutet Weg-Arbeit!


Dies trifft auch auf den Läufer zu.


Die Hauptaufgabe im „Projekt Marathon“ ist es, die Konstitution des Läufers immer weiter so zu verbessern, dass er das Projekt schließlich erfolgreich mit dem Laufen des Marathons abschließen kann. Dazu wird der Läufer verschiedene Aspekte in seinen Projektplan mit einbeziehen müssen, wie z. B. seine Ernährung, sein Lauftraining, die Dehnübungen, die Ruhephasen usw.


Auch die spirituelle Praxis besteht aus einer stetigen Verbesserung unserer Konstitution, bei der wir verschiedene Aspekte mit einbeziehen, wie z. B. Lernen unseren Geist zu beruhigen (Meditation), Reduzierung von Überflüssigem und stattdessen Hinzufügen von Wünschenswertem, Erforschung des eigenen „Funktionierens“ durch Innenschau, Lernen von Neuem, Auseinandersetzen mit spirituell relevanten Texten, Entwicklung des Mitgefühls für Andere usw.


Unser Läufer wird all das, was für seine Konstitution nötig ist, in seinen „Projektplan“ mit aufnehmen und daran sinnvoll und kontinuierlich arbeiten.


Für die spirituelle Praxis gilt das ebenso. Konkret bedeutet das, wir erforschen zum einen, wie wir funktionieren, auf was wir wie reagieren (Beobachtung, Innenschau, Selbstanalyse) und zum anderen bedeutet es, wir „trainieren“ die dafür wesentlichen Fähigkeiten wie Konzentration, Mitgefühl, Aufmerksamkeit usw.


Hierzu gibt es dann, ähnlich wie es beim Läufer verschiedene Dehnübungen, mentale Übungen und Laufübungen gibt, diverse Übungen wie verschiedenste Meditationstechniken, Übungen zu Hilfsbereitschaft und Selbstlosigkeit, Konzentrationsübungen, Übungen zum Erweitern der AP-Grenzen.


Wie kann eine Übung zum Disziplinieren der AP/Erweitern der AP-Grenze aussehen? Wenn wir in der Selbstanalyse herausgefunden haben, dass wir die starke Ausprägung haben, uns in uns fordernd erscheinenden Situationen zurückzuziehen, wäre eine Möglichkeit zum Training, dass wir entweder dem Impuls des Zurückziehen-Wollens länger standhalten oder aber einmal das Gegenteil ausprobieren, uns nämlich einmal direkt aktiv in die Situation mit einbringen und das, was passiert aushalten, um es beobachten zu können. Oder einfach einmal etwas entgegen unserer sonstigen Gewohnheit tun. Oder eine noch viel einfachere Übung - , in verschiedensten Situationen nicht dem ersten Impuls nachgeben.


Mit den daraus gewonnenen Erfahrungen ermöglichen wir uns stetig eine weitere graduelle Modifizierung der AP. Und diese Modifizierung der AP ist fester Bestandteil der spirituellen Arbeit.
Wichtig dabei ist, immer im Auge zu behalten, dass diese Modifizierung dem höheren Ziel dient. Hier ist der Austausch in einer Gemeinschaft von unschätzbarem Wert. Denn zum einen sehen wir beim Anderen immer viel deutlicher die „zu bearbeitenden Flächen“ und zum anderen unterstützt die Gemeinschaft und „zieht nach oben“.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0